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Fax: 030|24636-110

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Armutsbericht 2017

Zur regionalen Entwicklung der Armut – Ergebnisse nach dem Mikrozensus 2015

von Dr. Ulrich Schneider, Gwendolyn Stilling und Christian Woltering

Methodische Anmerkungen
Datengrundlage Mikrozensus

Die Armutsquoten, mit denen in diesem Bericht gearbeitet wird, beruhen auf dem so genannten Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes, einer groß angelegten jährlichen Befragung von Haushalten in Deutschland, die als die valideste Datenquelle angesehen werden kann, wenn es um die Ermittlung von Armutsquoten in Deutschland geht, und die als einzige in der Lage ist, die Quoten relativ zeitnah zu bieten – aktuell für das Jahr 2015.

In dem vorliegenden Armutsbericht umfasst der Analysezeitraum Daten zur relativen Einkommensarmut von 2005 bis zum Jahr 2015, womit auch längerfristige regionale Entwicklungen nachgezeichnet und mögliche Trends identifiziert werden können. Wo notwendig, werden dabei in diesem Bericht auf der Grundlage der amtlichen Daten auch spezifische Armutsquoten für bestimmte Regionen errechnet.

Beim Mikrozensus (kleine Volkszählung)1 wird nach einer Zufallsstichprobe jährlich etwa ein Prozent aller Haushalte in Deutschland befragt. Dies sind ca. 342.000 Haushalte mit etwa 691.000 Personen. Die Teilnahme am Mikrozensus ist gesetzlich verpflichtend. Für die wesentlichen Fragen, so auch über das Nettoeinkommen des Haushaltes, besteht ausdrückliche Auskunftspflicht. Durch die hohe Haushalts- und Personenzahl sind zudem relativ tiefe regionale Analysen möglich, ohne dass die statistischen Unsicherheiten zu groß werden. Der Mikrozensus ist nicht nur aktueller,
sondern auch präziser als beispielsweise der EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) oder das SOEP (Sozio-oekonomisches Panel).

Bei der Berechnung der Armutsquoten werden dabei alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt.

Da bei den Armutsanalysen das Haushaltseinkommen herangezogen wird, ein entsprechender Wert für Personen in Gemeinschaftsunterkünften jedoch nicht vorliegt, werden lediglich Menschen gezählt, die einen eigenen Haushalt führen.

Damit bleiben relevante Gruppen außen vor, seien es die 185.000 Studentinnen und Studenten in Gemeinschaftsunterkünften, seien es die rund 335.000 wohnungslosen Menschen, 764.000 pflegebedürftige Menschen in Heimen, rund die Hälfte davon auf Sozialhilfe angewiesen, die über 200.000 behinderten Menschen in vollstationären Einrichtungen oder auch die vielen Flüchtlinge in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften.

Die Statistik weiß zudem nichts darüber auszusagen, wie lange Menschen in der Einkommensarmut verbleiben. Um die Ergebnisse daher richtig interpretieren zu können, bedarf es zusätzlicher Kenntnisse über die statistisch besonders von Einkommensarmut betroffenen Gruppen, ihre gesellschaftlichen Perspektiven und Chancen, der Armut schnell oder eben auch nicht so schnell wieder entkommen zu können.

Relative Einkommensarmut

Das Statistische Bundesamt und auch dieser Armutsbericht folgen einer bereits über 30 Jahre alten EU-Konvention, was vor allem die Definition, aber auch die Berechnung von Armut anbelangt. In Abkehr von einem sogenannten absoluten Armutsbegriff, der Armut an existenziellen Notlagen wie Obdachlosigkeit oder Nahrungsmangel festmacht, ist der Armutsbegriff der EU ein relativer. Arm sind danach alle, die über so geringe Mittel verfügen, „dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist“, wie es im entsprechenden Kommissionsbericht heißt.² Dies sei in aller Regel der Fall, wenn man über weniger als die Hälfte bzw. 40 oder 60 Prozent des mittleren Einkommens einer Gesellschaft verfügt.

Dieses dynamische Konzept relativer Einkommensarmut zeichnet sich somit dadurch aus, dass es davon ausgeht, dass in unterschiedlich wohlhabenden Gesellschaften Armut sehr unterschiedlich aussehen kann und vor allem durch gesellschaftlichen Ausschluss, mangelnde Teilhabe und nicht erst durch Elend gekennzeichnet ist. Es geht weiter davon aus, dass Armut ein dynamisches gesellschaftliches Phänomen ist. Mit zunehmendem Wohlstand einer Gesellschaft verändern sich Lebensweisen und es können neue Barrieren der Teilhabe entstehen, wenn dieser Wohlstand nicht alle relativ gleichmäßig erreicht. So kann nach diesem Konzept auch – oder gerade – bei zunehmendem Reichtum (und zunehmender Einkommensspreizung) Armut in einer Gesellschaft durchaus zunehmen, selbst wenn die Kaufkraft aller im Durchschnitt steigen sollte. Das Konzept der relativen Einkommensarmut setzt damit ein soziologisch anspruchsvolles Verständnis für den Zusammenhang von Wohlstandssteigerung, sich herausbildenden „Lebensweisen“ und Alltagsvollzügen und damit korrespondierenden Ausgrenzungsprozessen voraus.³

Schließlich geht das Konzept relativer Einkommensarmut davon aus, dass das Einkommen ein sehr geeigneter Indikator von Armut und mangelnder Teilhabe in EU-Staaten darstellt. Damit werden Konzepte eines Lebenslagenansatzes, oder solche, die Armut als „Mangel an Teilhabe“ oder „Mangel an Verwirklichungschancen begreifen“4, in ihrer Relevanz keinesfalls in Abrede gestellt. Ebenso wenig wird die Relevanz öffentlicher Infrastruktur oder nicht-monetärer Ressourcen bezweifelt. Doch folgt das Konzept der Lebenswirklichkeit insofern, als dass Geld und Einkommen tatsächlich die entscheidende „Schlüsselressource“ darstellen, geht es um Teilhabemöglichkeiten und Verwirklichungschancen in dieser Gesellschaft.?

Als einkommensarm wird in diesem Bericht jede Person gezählt, die mit ihrem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt. Dabei handelt sich um das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes, inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, anderer Transferleistungen oder sonstiger Zuwendungen. Es geht nicht um Bruttoerwerbseinkommen oder Ähnliches, was gelegentlich fälschlicherweise zu Vergleichsrechnungen herangezogen wird.

Dabei sind zwei statistische Besonderheiten zu beachten: Beim mittleren Einkommen handelt es sich nicht um das geläufige Durchschnittseinkommen, das so ermittelt würde, dass man alle Haushaltseinkommen addiert und die Summe dann durch die Anzahl der Haushalte teilt (arithmetisches Mittel). Es wird stattdessen der sogenannte Median, der mittlere Wert, errechnet: Alle Haushalte werden nach ihrem Einkommen der Reihe nach geordnet, wobei das Einkommen des Haushalts in der Mitte der Reihe den Mittelwert darstellt. Der Unterschied zwischen arithmetischem Mittel und Median kann sehr groß sein. Ein Beispiel: Verfügen fünf Haushalte jeweils über ein Einkommen von 700 Euro, 1.300 Euro, 1.900 Euro, 6.500 Euro und 9.000 Euro, so haben sie im Durchschnitt (700 + 1.300 + 1.900 + 6.500 + 9.000) : 5 = 3.880 Euro. Der mittlere Wert (Median) wäre jedoch 1.900 Euro. Die mit dem Median errechnete Armutsschwelle und die sich daraus ableitenden Armutsquoten sind damit sehr
„stabil“: Die Haushalte im oberen Bereich können reicher und reicher werden. Solange der Haushalt in der Mitte der Rangreihe keinen Einkommenszuwachs hat, hat dies keinerlei Einfluss auf die Armutsquoten.

Der erste Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2001 wies noch beide Armutsquoten aus, die mit dem arithmetischen Mittel und die mit dem Median errechnete, und tatsächlich lag die erstere (10,2 %) deutlich höher als die letztere (6,2 Prozent).6 Seitdem wird nur noch der Median ausgewiesen.

Die andere wichtige statistische Besonderheit betrifft die Berechnung des Haushaltseinkommens selbst. Um Haushalte unterschiedlicher Größe in ihrem Einkommen und in ihren Bedarfen vergleichbar zu machen, wird das sogenannte Pro-Kopf-Haushaltsäquivalenzeinkommen ermittelt. Dabei wird das Gesamteinkommen eines Haushalts nicht einfach durch die Zahl der Haushaltsmitglieder geteilt, um das Pro-Kopf-Einkommen zu ermitteln, es wird vielmehr jedem Haushaltsmitglied eine Äquivalenzziffer zugeordnet. Das erste erwachsene Haushaltsmitglied bekommt eine 1, alle weiteren Haushaltsmitglieder ab vierzehn Jahren eine 0,5 und unter vierzehn Jahren eine 0,3.

Beträgt das Haushaltseinkommen eines Paares mit zwei Kindern unter 14 Jahren 4.000 Euro, ist das so gewichtete Pro-Kopf-Einkommen also nicht etwa 4.000: 4 = 1.000 Euro, sondern 4.000 : (1 + 0,5 + 0,3 + 0,3)  = 1.905 Euro. Es wird also nicht durch die Zahl der Personen, sondern durch die Summe der Äquivalenzziffern (in diesem Falle 2,1) geteilt. Damit soll der Annahme Rechnung getragen werden, dass Mehrpersonenhaushalte günstiger haushalten können als Singles und dass Kinder angeblich keine so hohen Bedarfe haben wie Erwachsene oder Jugendliche. Die Setzung dieser Äquivalenzziffern entspricht einer Konvention, die nicht unbedingt reale Verhältnisse beschreibt.

Umgekehrt wird zur Bestimmung der 60-Prozent-Armutsschwelle für diesen vierköpfigen Haushalt von zwei Erwachsenen und zwei kleineren Kindern die 60-Prozent-Schwelle eines Singles nicht etwa mit 4, sondern wiederum mit der Summe der Äquivalenzziffern 2,1 multipliziert.

In Euro lag der so ermittelte Wert, den die amtliche Statistik als Armutsgefährdungsschwelle bezeichnet, 2015 für einen Single bei 942 Euro und für einen Paarhaushalt mit zwei kleinen Kindern bei 1.978 Euro. (Dateidownload startens. Tabelle 1). Für den Paritätischen markieren diese Beträge jedoch keine diffuse „Armutsgefährdung“, sondern tatsächlich Armut, indem sie eine Einkommensgrenze ziehen, unter der eine selbstverständliche Teilhabe an dieser Gesellschaft nach aller Lebens- und wohlfahrtspflegerischer Erfahrung in der Regel nicht mehr gegeben ist.

Bundes- versus Ländermedian

Regelmäßig wird bei der Berechnung von Armutsquoten neu die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, eine einheitliche Armutsschwelle für die gesamte Bundesrepublik als Messlatte anzusetzen. Können Einkommensverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt mit denen in Wiesbaden, Hamburg oder München verglichen werden? Darf man das Ruhrgebiet mit Stuttgart „über einen Kamm scheren“? Muss nicht jede Region mit ihrer eigenen Armutsschwelle vermessen werden?

Diese Frage ist im Grunde mehr eine politische als eine methodische Frage. Unter methodischen Gesichtspunkten würde die sehr kleinräumige Berechnung regionaler Armutsschwellen dazu führen, dass die Armut schlicht „verschwindet“. Wo keiner etwas besitzt, gibt es auch keine Einkommensungleichheit und damit keine Armut. Wo Unterversorgung der Standard ist, können keine relativen Armutsquoten berechnet werden. Oder salopp formuliert: In einem Armenhaus gibt es keine relative Armut. Die statistischen Ergebnisse einer solch regionalisierten Armutsmessung wären unter Plausibilitätsgesichtspunkten nur noch schwer nachzuvollziehen. Eine armutspolitische Relevanz dürfte kaum noch gegeben sein.

Beispiel Berlin: Die Armutsquote betrug 2015, gemessen an der bundesweiten Armutsschwelle, 22,4 Prozent. Auch die Hartz-IV-Bezieher-Quote lag in diesem Jahr bei 19,9 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (9,4 Prozent). So weit, so plausibel. Bei einer ausschließlichen Betrachtung der Berliner Einkommen und einer eigenen Berliner Armutsschwelle würde die Armutsquote schlagartig auf 15,3 Prozent fallen. Berlin wäre, gemessen an der bundesweiten Armutsquote von 15,7 Prozent, nur noch unterdurchschnittlich von Armut betroffen, während tatsächlich nach wie vor jeder fünfte Berliner von Hartz IV lebt.

Es ist offensichtlich, dass derlei Berechnungen eher einem Schönrechnen gleichkämen als dem Versuch, Armut, Ungleichheit und Lebenswirklichkeiten in Deutschland empirisch zu erfassen.

Kaufkraftbereinigte Armutsquoten

Gelegentlich wird eingewandt, dass doch beispielsweise in Duisburg oder Berlin ein ganz anderes Preisniveau herrschen wird als etwa in München und eine gemeinsame Armutsschwelle für München, Berlin und Duisburg in die Irre führen müsse. Dieses Argument ist durchaus diskussionswürdig. Allerdings ist es keinesfalls so stichhaltig, wie es auf den ersten Blick erscheint, auch ist derzeit eine wissenschaftlich tragfähige Kaufkraftbereinigung regionaler Armutsquoten mangels geeigneter Daten gar nicht möglich.

Es gibt keine auch nur halbwegs aktuellen regionalen Preisindices, die zur Berechnung solch kaufkraftbereinigter Armutsquoten genutzt werden könnten.7 Es existiert zwar eine Pilotstudie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) unter dem Titel „Regionaler Preisindex“, doch hat sie lediglich explorativen Charakter. Sie bezieht nur einen Teil der Konsumausgaben privater Haushalte ein und stützt sich auf Preisangaben aus den Jahren 2006 bis 2008 und zu Teilen noch älter.? Zur Kaufkraftbereinigung regionaler Armutsquoten bietet sie keine hinreichende empirische Grundlage.

Preisindices basieren auf einem Warenkorb, der sämtliche in Deutschland gekauften Waren und Dienstleistungen repräsentiert. Aus naheliegenden Gründen muss dieser Warenkorb ständig aktualisiert werden, da ansonsten Kosten für eine Lebenshaltung berechnet würden, die schlicht nicht mehr existiert. Die gelegentlichen Versuche des IW Köln, die Daten BBSR-Pilotstudie mittels länderspezifischer Preisindices einfach auf einen aktuellen Stand hochzurechnen9, ist daher methodisch fehlerhaft. Ein solches Vorgehen würde nicht nur voraussetzen, dass sich weder die  Konsumgewohnheiten noch die Güter und Dienstleistungen in all den Jahren verändert hätten, es unterstellt auch, dass sich alle Preise in einem Bundesland über all die Jahre gleichmäßig weiterentwickelt haben, was in der Realität jedoch kaum zutrifft.

Was nun die regionale Kaufkraftbereinigung speziell von Armutsquoten anbelangt, kommt bzgl. der Datenlage hinzu, dass die Regionalstudie des BBSR mit einem einheitlichen Warenkorb für alle Haushalte arbeitet. Damit werden gleich mehrere empirische Voraussetzungen, die zur Berechnung von regionalen Lebenshaltungskosten armer Haushalte gegeben sein müssten, nicht erfüllt: So bleibt außer Acht, dass Warenkörbe regional sehr unterschiedlich aussehen. So dürfte in ländlichen Gegenden weniger Geld für das Wohnen, dafür aber mehr Geld für Mobilität ausgegeben werden, um ein einfaches Beispiel zu bemühen.

Weiterhin wird ausgeblendet, dass der Warenkorb eines einkommensschwachen Haushaltes zwangsläufig anders aussieht als der eines Durchschnittsverdieners. Man benötigte spezifische Warenkörbe, wie sie bis 2003 auch tatsächlich noch vom Statistischen Bundesamt bereitgestellt wurden. Bis dahin wurden separat etwa die Lebenshaltungskosten für Haushaltstypen wie „4-Personen-Haushalte von Beamten und Angestellten mit höherem Einkommen“ oder „2-Personen-Haushalte von Renten- und Sozialhilfeempfängern mit geringem Einkommen“ berechnet. Seitdem gibt es jedoch lediglich einen Verbraucherpreisindex für alle, obwohl das Verbrauchsverhalten und die Konsumgewohnheiten je nach verfügbarem Einkommen ganz erheblich differieren. Arme Menschen kaufen nicht nur weniger, sie kaufen auch nicht zu statistischen Durchschnittspreisen, nicht einmal regionalen. Arme Menschen kaufen billig, im untersten Preissegment. Bevorzugt werden beispielsweise Discounter, die deutschlandweit eine hohe Preishomogenität zeigen.

Ähnliches gilt für Mieten oder Wohnkosten, die in Deutschland regional sehr variieren. Sollen sie in einen Kaufkraftvergleich einfließen, ist zu berücksichtigen, dass arme Menschen in unseren teuren Großstädten längst nicht mehr zu Durchschnittswohnkosten leben, sondern seit Jahren mehr und mehr herausgedrängt werden in Quartiere mit vergleichbar günstigen Mieten, womit sich die tatsächlichen Wohnkosten beispielsweise zwischen München und Duisburg für die Armen tendenziell durchaus angleichen dürften. Den Wohnkosten im unteren Einkommenssegment kann dabei noch am ehesten durch eine Analyse der Wohngeldzahlungen oder der Wohnkosten bei Hartz IV-Beziehern nachgegangen werden. Doch bleibt auch dies lediglich eine vorsichtige Annäherung und auch nur eine Facette des Warenkorbs. Solange die methodischen Voraussetzungen nicht gegeben sind, sollte man aus wissenschaftlicher Sicht derlei Versuche besser unterlassen. Studien, die das dennoch versuchen, mögen zwar zu rechnerischen Ergebnissen gelangen, die jedoch wegen der impliziten Annahmen und methodischen
Lücken nicht als valide betrachtet werden können.

Armut auf neuerlichem Rekordhoch

In 2015 ist nicht nur die Wirtschaftskraft Deutschlands, sein Reichtum, sondern auch seine Armut gestiegen. Die Armutsquote erreichte 15,7 Prozent. Dies bedeutet rechnerisch, dass im Jahre 2015 rund 12,9 Mio. Menschen in Deutschland unter der Einkommensarmutsgrenze lebten. Dies markiert einen neuen Höchststand im vereinten Deutschland.

Konnte im letzten Jahr mit Blick auf die Daten aus 2014 noch festgestellt werden, dass der lange Aufwärts-trend der Armutsquote seit 2006 erst einmal gestoppt schien, und konnte der Hoffnung Ausdruck verliehen werden, dass dieses möglicherweise der Beginn einer Trendumkehr sein könnte, weisen die Zahlen aus 2015 wieder deutlich nach oben. (Dateidownload startens. Grafik 1)

Wie in den meisten der letzten zehn Jahre schlug sich die insgesamt gute Wirtschaftsentwicklung des Jahres 2015 mit einem preisbereinigten Bruttoinlandsproduktzuwachs von 1,7 Prozent nicht in einem Abbau der Armut nieder. Vielmehr muss mit Blick auf die letzten 10 Jahre konstatiert werden, dass wirtschaftlicher Erfolg offensichtlich keinen Einfluss auf die Armutsentwicklung hat. Ganz im Gegenteil: gemessen an der Armutsquote geht der zunehmende gesamtgesellschaftliche Reichtum mit zunehmender Ungleichheit und der Abkopplung einer immer größeren Zahl von Menschen vom allgemeinen Wohlstand einher.

Zu diesem Befund passt, dass der Anstieg der Armutsquote in 2015 mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote und der Hartz IV-Quote einherging. (Dateidownload startens. Grafik 2)  Es ist ein Beleg dafür, dass zunehmende Beschäftigungszahlen allein noch nicht für eine höhere Kohärenz der Gesellschaft sorgen oder auch nur eine weitere Spaltung verhindern können. Offensichtlich bedarf es verteilungspolitischer Korrekturen staatlicherseits, sei es durch eine deutliche Anhebung von unteren Löhnen und insbesondere des Mindestlohnes oder aber bessere Transferleistungen für das untere Einkommenssegment.

Armut im Ländervergleich: Viergeteiltes Deutschland 

Der Anstieg der Armut in Deutschland war 2015 fast flächendeckend. Nur vier Länder (Sachsen-Anhalt, Saarland und Rheinland-Pfalz) konnten ihre Armut abbauen. Besonders erfreulich dabei die Entwicklung in Sachsen-Anhalt, wo die Armutsquote von 21,3 auf 20,1 Prozent sank. Dies bedeutet einen Rückgang um 5,6 Prozent (s. Dateidownload startenKarte 1 und Dateidownload startenTabelle 2).

In Nordrhein-Westfalen ist die überdurchschnittliche Armutsquote von 17,5 Prozent zumindest nicht weiter gestiegen. In 11 Bundesländern wuchs die Armut jedoch. Die mit Abstand stärkste Zunahme zeigt das Land Berlin. Hier sprang die Armutsquote von 20 auf gleich 22,4 Prozent, was einer Steigerung um 12 Prozent entspricht.

Sehr deutliche Zuwachsraten sind des Weiteren in Thüringen (+ 6,2 %), Schleswig-Holstein (+ 5,8 %), Niedersachsen (+ 4,4 Prozent) und Hessen (+ 4,3 %) zu verzeichnen. Im Land Bremen wuchs die Armut zwar „nur“ um 0,7 Prozent, jedoch auf außerordentlich hohem Niveau. Sie stieg von 24,1 auf 24,8 Prozent.

Im Länderranking zeigt sich Deutschland viergeteilt:

(s. Dateidownload startenTabelle 3 und Dateidownload startenGrafik 3)

  • Die wohlhabenden Südländer Bayern und Baden-Württemberg heben sich mit Armutsquoten von 11,6 und 11,8 Prozent ganz deutlich und positiv von den anderen Ländern ab
  • Um den gesamtdeutschen Wert von 15,7 Prozent herum (bei einer Spanne von ± 1,5 Prozentpunkten) liegen die Länder Hessen (14,4 %), Schleswig-Holstein (14,6 %), Rheinland-Pfalz (15,2 %), Hamburg (15,7 %), Niedersachsen (16,5 %), Brandenburg (16,8 %) und das Saarland (17,2 %).
  • Deutlich überproportional von Armut betroffen sind die Länder Nordrhein-Westfalen (17,5 %), Sachsen (18,6 %) und Thüringen (18,9 %).
  • Abgeschlagen sind weiterhin Sachsen-Anhalt (20,1 %), Mecklenburg-Vorpommern (21,7 %), Berlin (22,4 %) und Bremen (24,8 %). Insbesondere Berlin und Bremen haben sich dabei mit überproportionalen Wachstumsraten in 2015 noch weiter vom Mittelfeld abgesetzt.

Blicken wir auf die Regionen, wird die regionale Zerrissenheit, die in den Armutsquoten ihren Ausdruck findet, noch deutlicher. Die Spanne reicht von 8,1 Prozent Armut im Raum München bis zu 33,4 Prozent Armut in Bremerhaven. Das sind 25,3 Prozent-Punkte Differenz. 2005 waren es noch „lediglich“ 17,5 Prozentpunkte Unterschied.

Uneinheitliche Entwicklung: Der Zehn-Jahres-Vergleich

Mit der Erhebungswelle 2015 eröffnen die Daten des Mikrozensus erstmals die Möglichkeit eines Zehn-Jahres-Vergleichs. Erster und auffälligster Befund eines solchen Vergleichs ist die Tatsache, dass der Anteil der Bevölkerung, der in Ländern mit deutlich überdurchschnittlicher Armut lebt (1,5 und mehr Prozentpunkte), in den zehn Jahren ganz erheblich zugenommen hat. Lag der Anteil der Bevölkerung in Ländern mit überdurchschnittlicher Armutsquote 2005 noch bei 21 Prozent, während 39 Prozent in Ländern mit unterdurchschnittlichen Armutsquoten lebten, hat sich 2015 das Verhältnis umgekehrt:
Der Anteil der Bevölkerung in Ländern mit überdurchschnittlicher Armutsquote liegt nun bei 39 Prozent. Nur noch 29 Prozent lebten in Ländern mit unterdurchschnittlicher Armutsquote.  (s. Dateidownload startenGrafik 4 und Dateidownload startenGrafik 5) Dabei zeigt sich für Gesamtdeutschland ein Anstieg der Armutsquote um 6,8 Prozent auf 15,7 Prozent. In Betrachtung der einzelnen Bundesländer ergibt sich dabei jedoch ein inhomogenes, differenziertes Bild. (s. Dateidownload startenGrafik 6)

So konnten alle ostdeutschen Bundesländer in diesen zehn Jahren ihre Armut signifikant abbauen, um 10 Prozent und mehr in Brandenburg (von 19,2 auf 16,8 ?%), Sachsen-Anhalt (von 22,4 auf 20,1 %) und Mecklenburg-Vorpommern (von 24,1 auf 21,7 %).  Um immerhin noch 5 bzw. 3,1 Prozent ging auch in Thüringen (von 19,9 auf 18,9 %) und Sachsen (von 19,2 auf 18,6 %) die Armut zurück. Der Abbau erfolgte in all diesen Ländern allerdings auf sehr hohem Niveau, so dass trotz dieser positiven Entwicklung insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit Armutsquoten von über 20 Prozent im Bundesvergleich nach wie vor sehr schlecht dastehen.

Mehr oder weniger stabil zeigen sich die Länder Bayern und Hamburg. Bei der Mehrzahl der Bundesländer ist im Zehn-Jahres-Vergleich jedoch ein deutlicher Zuwachs der Armut auszumachen. (s. Dateidownload startenGrafik 7) Darunter fallen sowohl Länder mit sehr hohen Armutsquoten wie Bremen oder Berlin als aber auch Bundesländer mit vergleichsweise sehr guten Werten. So haben auch Baden-Württemberg oder Hessen in den letzten Jahren überproportionale Steigerungsraten. In Baden-Württemberg ist die Armutsquote im Zehn-Jahres-Vergleich um 11,3 Prozent gestiegen. In dem Land mit der derzeit zweitgeringsten Armutsdichte wird ein solcher Zuwachs in aller Regel nicht weiter diskutiert. Doch fällt auf, dass Baden-Württemberg bereits seit 2007 Jahr für Jahr höhere Armutsquoten zeigt und man durchaus bereits von einem Trend sprechen kann. Auch im an sich noch gut dastehenden Hessen steigen die Quoten seit 2010 Jahr für Jahr. In nur fünf Jahren stieg die Armutsquote dort von 12,1 auf gleich 14,4 Prozent. Mit Ausnahme Osthessens sind alle hessischen Regionen betroffen.

Unter dem Strich sind es jedoch die Länder Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen, die im Zehn-Jahres-Vergleich als besonders problematisch herausstechen. Bremen stellt nun seit Jahren das Schlusslicht im Länderranking dar. Die Armutsquote beträgt dort mittlerweile 24,8 Prozent. Mit anderen Worten: Jeder vierte Einwohner in Bremen lebt unter der Armutsschwelle. Die Hartz-IV-Quote beträgt 18,5 Prozent. Bei den Kindern sind es sogar 29 Prozent. Das Ganze in einem Bundesland, das immerhin das zweithöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland erwirtschaftet.10 Es ist ein typisches „Speckgürtel-Problem“. Von den rund 310.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land Bremen kamen über 40 Prozent aus anderen Bundesländern, arbeiteten damit in Bremen, wohnten jedoch außerhalb.11

Berlin zeigt mit 22,4 Prozent mittlerweile die zweithöchste Armutsquote unter den Bundesländern. Mit Ausnahme von 2014 stieg die Armut in der Hauptstadt seit 2006 kontinuierlich. Berlin hat mit 19,9 Prozent die höchste Hartz-IV-Quote aller Länder und mit 31 Prozent auch die höchste Hartz-IV-Quote bei den Kindern.Die deutlichste Differenz zeigt im Zehn-Jahres-Vergleich das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Um 21,5 Prozent stieg die Armut zwischen 2005 und 2015 an (von 14,4 auf 17,5 %). Ist der Anstieg 2015 bei 17,5 Prozent auch erst einmal gestoppt, werden jedoch erst die nächsten Jahre zeigen können, ob hiermit der Beginn einer Trendwende verbunden sein kann oder nicht.

Die Hartz-IV-Quote in Nordrhein-Westfalen ist seit 2011 entgegen dem Bundestrend wieder ansteigend und betrug 2015 11,7 Prozent. (s. Dateidownload startenGrafik 8) Die Hartz-IV-Quote bei den Kindern betrug sogar 18,1 Prozent.

Als großes Flächenland beheimatet Nordrhein-Westfalen sowohl Regionen mit stark unterdurchschnittlicher Armut als auch Regionen, die man mit Blick auf die Armutsquote im bundesweiten Vergleich bereits als abgehängt bezeichnen kann. (s. Dateidownload startenTabelle 4)

Auf der einen Seite sind es die Regionen Arnsberg (13,7 %), Bonn (13,5 %), Münster (14,6 %), Paderborn (15,1 %) und Siegen (14,4 %), die nicht nur unterproportional von Armut betroffen sind, sondern die durch eine gute Entwicklung 2015 dafür sorgten, dass der Aufwuchs der Armutsquote für ganz Nordrhein-Westfalen gebremst werden konnte.

Auf der anderen Seite ist es auch in 2015 das Ruhrgebiet, das die Armutsentwicklung Nordrhein-Westfalens weiterhin prägt (s. Dateidownload startenTabelle 5). In keiner anderen Region dieser Größenordnung wuchs die Armut im Zehn-Jahres-Vergleich mit 24,7 Prozent annähernd so stark wie im Ruhrgebiet (von 16,2 auf 20,2 %). Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraumes Deutschlands mit seinen über fünf Millionen Menschen muss damit rechnerisch zu den Armen gezählt werden.

Das Ruhrgebiet und Berlin müssen unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl und der längerfristigen Trends als die armutspolitischen Problemregionen Deutschlands angesehen werden, die besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Die Risikogruppen

Was die Soziodemografie der Armut anbelangt, ist die Armutsquote bei allen bekannten Risikogruppen in 2015 ein weiteres Jahr in Folge angestiegen (s. Dateidownload startenTabelle 6).

Dies waren:

  • Alleinerziehende mit einer Quote von 43,8 Prozent,
  • Familien mit drei und mehr Kindern (25,2 %),
  • Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau (31,5 %)
  • sowie Ausländer (33,7 %)
  • oder Menschen mit Migrationshintergrund
    generell (27,7 %).

Im Zehn-Jahres-Vergleich waren es darunter die Familien mit drei und mehr Kindern, bei denen die Armut von 26,3 auf 25,2 Prozent etwas zurückging, doch insgesamt auf sehr hohem Niveau verblieb, sowie Ausländer (- 0,6 Prozentpunkte) und Einwohner mit Migrationshintergrund (- 0,5 Prozentpunkte).

Bei den anderen Risikogruppen nahm die Armut seit 2005 umso deutlicher zu: Stieg die allgemeine Armutsquote in diesem Zeitraum um 1 Prozentpunkt (+ 6,8 %), waren es bei den Alleinerziehenden 4,5 Prozentpunkte (+ 11,5 %), bei den Erwerbslosen 9,4 Prozentpunkte (+ 19,0 %)und bei den schlecht Qualifizierten 8,4 Prozentpunkte (+ 36,4 %).

Zwei Gruppen fallen darüber hinaus im längerfristigen Vergleich auf: Es sind Erwerbstätige und Rentner. Der Prozentsatz derjenigen, die trotz Erwerbstätigkeit unter der Einkommensarmutsgrenze leben, stieg seit 2005 von 7,3 auf 7,8 Prozent, ein klarer Fingerzeig Richtung Niedriglohnsektor, erzwungener Teilzeitbeschäftigung oder auch eines nicht ausreichenden Familienlastenausgleichs.

Bei den Rentnerinnen und Rentnern stieg die gemessene Armut innerhalb von zehn Jahren von 10,7 auf 15,9 Prozent (s. Dateidownload startenGrafik 9). Das ist ein Zuwachs um 49 Prozent. Lag die Armutsquote von Rentnerinnen und Rentnern vor zehn Jahren noch weit unterhalb der durchschnittlichen Armutsquote, liegt sie nun seit zwei Jahren bereits darüber. Rentnerinnen und Rentner entwickeln sich, beachten wir den statistischen Trend, zu einer besonderen Risikogruppe der Armut. Man kann davon ausgehen, dass von den rund drei Millionen altersarmen Rentnern etwas über eine halbe Million von Altersgrundsicherung leben und dass rund 2,5 Millionen mit ihrem Einkommen nur knapp darüber liegen oder aber zu denjenigen gehören, die zwar einen Anspruch auf staatliche Fürsorge hätten, ihn aber aus unterschiedlichen Gründen nicht geltend machen. Irene Becker kommt in ihren Berechnungen, die sich aus methodischen Gründen allerdings auf das Jahr 2007 beziehen, auf eine Dunkelzifferquote von 68 Prozent. Das heißt von eine Million älterer Menschen, denen diese Leistung in 2007 zugestanden hätte, nahmen sie nur 336.000 in Anspruch.

Die Zahl derer, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, hat sich seit Einführung dieser Listung 2003 mehr als verdoppelt. (s. Dateidownload startenTabelle 7) Die Grundsicherungsquote ist von 1,7 auf 3,1 Prozent gestiegen. Wenn sie damit auch noch klar unter der Gesamtmindestsicherungsquote (Hartz IV und Grundsicherung für alte und erwerbsgeminderte Menschen) von 9,3 Prozent liegt, ist angesichts der Dynamik dieser Entwicklung kein Anlass zur Entwarnung gegeben. Vielmehr werden in den nächsten 10 bis 20 Jahren zunehmend Menschen mit gebrochenen Erwerbsverläufen ins Rentenalter kommen und auf eine Rente stoßen, deren Niveau politisch gewollt sinkt. Nicht nur die relativen Armutsquoten bei Rentnerhaushalten werden damit weiter ganz stark überproportional ansteigen, sehr zügig werden sich auch die Bezieherzahlen für die Grundsicherung im Alter nicht mehr wenig von denjenigen bei Hartz IV unterscheiden. (s. Beitrag „Armut im Alter“ S. 45).


Anmerkungen:

1) Näheres zum Mikrozensus unter

www.amtliche-sozialberichterstattung.de/pdf/Mikrozensus.pdf (zuletzt aufgerufen am 16.12.2016)

2)  Kommissionsbericht der Europäischen Gemeinschaft: Schlussbericht der Kommission an den Rat über das erste Programm von Modellvorhaben und Modellstudien zur Bekämpfung der Armut. Brüssel, 1983.

3)  Vgl. zum Konzept der relativen Armut ausführlich: Ulrich Schneider: Armut kann man nicht skandalisieren, Armut ist der Skandal. In: Schneider Ulrich (Hg.): Kampf um die Armut. Von echten Nöten und neoliberalen Mythen. Frankfurt am Main, 2015.

4)  Vgl. zusammenfassend Richard Hauser: „Stand und Perspektiven der Armutsberichterstattung aus Sicht der Armutsforschung“, Vortrag im Rahmen der Tagung „20 Jahre bundesweite Armutsberichterstattung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes“ am 5. November 2009 in Berlin bit.ly/2krRnwA (zuletzt aufgerufen am 14.02.2017).

5) Vgl. dazu auch: Christoph Butterwegge: Armut – sozialpolitischer Kampfbegriff oder ideologisches Minenfeld? – Verdrängungsmechanismen, Beschönigungsversuche, Entsorgungstechniken. In: Schneider, Ulrich (Hg.): Kampf um die Armut. Von echten Nöten und neoliberalen Mythen. Frankfurt am Main, 2015.

6) Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung:  „Lebenslagen in Deutschland. Der erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ Bonn, 2001 S. 26/29. 

7) So auch das Statistische Bundesamt unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/FAQ/Verbraucherpreise/ErgebnisseFinden/RegionalePreisunterschiede.html (zuletzt aufgerufen am 14.02.2017).

8) Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Regionaler Preisindex Berichte Band 30, 2009.

9) Vgl. Klaus-Heiner Röhl/Christoph Schröder: Regionale Armut. Welche Regionen sind in Deutschland besonders von Armut betroffen? In: IW-Kurzberichte 49/2016 www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/regionale-armut-welche-regionen-sind-in-deutschland-besonders-von-armut-betroffen-294177 (letzter Aufruf 14.12.2016)

10) Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ im Auftrag der Statistischen Ämter der 16 Bundesländer, des Statistischen Bundesamtes und des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen, Frankfurt a. M.:  Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 1991 bis 2015, Reihe 1, Band 1.

11) Quelle: Landesportal.Bremen.de

 

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