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Armutsbericht 2017

Die Lebenssituation von Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot

von Werena Rosenke

„Wohnungsnotfälle sind Haushalte und Personen mit einem Wohnungsbedarf von hoher Dringlichkeit, die aufgrund besonderer Zugangsprobleme (finanzieller und/oder nicht-finanzieller Art) zum Wohnungsmarkt der besonderen institutionellen Unterstützung zur Erlangung und zum Erhalt von angemessenem Wohnraum bedürfen.“ 1

Einleitung

Wohnungslosigkeit ist die extremste Form sozialer Ausgrenzung. Wohnungslose Menschen sind nicht nur aus dem Wohnungsmarkt ausgegrenzt, sondern erfahren Ausgrenzung auch in anderen existenziellen Lebensbereichen: Wohnungslose Menschen sind überwiegend langzeitarbeitslos, haben geringe Bildungsqualifikationen, können ihre Rechte auf Transferleistungen nicht realisieren, finden keinen Zugang zur geregelten medizinischen Versorgung. Oftmals leben sie sozial sehr isoliert und erfahren Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt im öffentlichen Raum.

Wenn von wohnungslosen Menschen die Rede ist, wird häufig Bezug genommen auf den wohnungslosen Mann, der im Park, unter der Brücke oder an ähnlichen Orten im Freien „Platte macht“. Diese sichtbar wohnungslosen Menschen bilden jedoch lediglich die Spitze des Eisbergs „Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot“. In ihrer Schätzung zur Wohnungslosigkeit in Deutschland geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von ca. 40.000 Menschen aus, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben – von geschätzten 335.000 Menschen ohne eigene Wohnung in Deutschland.2

Von diesen geschätzten 335.000 wohnungslosen Menschen sind ca. 240.000 (71%) alleinstehend, 96.000 (29%) leben mit Partnern/Partnerinnen und/oder Kindern zusammen. Bezogen auf die Gesamtgruppe wohnungsloser Menschen schätzt die BAG W die Zahl der Kinder und minderjährigen Jugendlichen auf 9 Prozent (29.000), die der Erwachsenen auf 91 Prozent (306.000). Der Anteil der erwachsenen Männer liegt bei 72 Prozent (220.000); der Frauenanteil liegt bei 28 Prozent (86.000). Der Anteil ausländischer wohnungsloser Menschen beträgt mindestens 27 Prozent.3

Wenn sich die wohnungs- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen nicht nachhaltig ändern, wird es von 2015 bis 2018 einen weiteren Zuwachs um 200.000 auf dann 536.000 wohnungslose Menschen geben. Das wäre eine Steigerung um ca. 60 Prozent.4 

Es fehlen nicht erst seit gestern bezahlbare Wohnungen für wohnungslose und für andere einkommensarme Haushalte, für Alleinerziehende, für Studierende und viele andere. Auch die Flüchtlinge und EU-Zuwanderer, die Schutz, Arbeit und Auskommen in Deutschland suchen, sind auf bezahlbare Wohnungen angewiesen. Die Wohnungslosenhilfe ebenso wie andere Hilfesektoren suchen nach Wohnraum für ihre Klientinnen und Klienten: die Gemeindepsychiatrie, die Suchtkranken- und Straffälligenhilfe, die Jugendhilfe – um nur einige zu nennen.

Seit 2002 gibt es eine Million Sozialwohnungen weniger. Es fehlen mindestens 2,7 Millionen Kleinwohnungen. Dieser Wohnungsmangel, insbesondere bei den kleinen Ein- bis Dreizimmerwohnungen, hat zu einem extremen Anziehen der Mietpreise, vor allem in den Ballungsgebieten geführt. Der besonders großen Nachfragegruppe der Einpersonenhaushalte (16,4 Millionen Menschen) steht nur ein Angebot von 13,6 Millionen Ein- bis Dreizimmerwohnungen gegenüber.

Man kann also nicht behaupten, Wohnungslosigkeit liege häufig nicht in fehlendem Wohnraum begründet – wie dies die Bundesregierung tut. Man kann auch nicht behaupten, die Krise auf den Wohnungsmärkten sei „eingewandert“. Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sind hausgemacht und Ergebnis politischer Fehlentscheidungen und Fahrlässigkeiten.

Folgende Hauptpunkte sind zu benennen:

  • Anstelle einer sozialen Wohnungspolitik wird die Wohnung ausschließlich als Ware begriffen und dem freien Spiel des Marktes überantwortet, d.h.:
    • Die Sozialbindungen sind ausgelaufen, aber es ist nicht mit dem Neubau von Sozialwohnungen oder dem Erwerb von Sozialbindungen gegengesteuert worden.
    • Kommunen, Länder und der Bund haben ihre eigenen Wohnungsbestände an meistbietende private Investoren verkauft und sich so selbst geeigneter Reserven preiswerten Wohnraums beraubt.
    • Große Wohnungsbestände in attraktiven Lagen stehen durch Verdrängungsprozesse (Gentrifizierung), denen ebenfalls nicht gegengesteuert worden ist, Mieterhaushalten mit geringem Einkommen nicht mehr zur Verfügung. Inzwischen betrifft die Gentrifizierung in manchen Städten oder Quartieren weite Teile der Bevölkerung. Für eine Umsteuerung ist es dann oftmals leider zu spät.
  • Noch immer gibt es zu viele Kommunen und Landkreise, für die Prävention ein Fremdwort ist; es gibt zu wenig systematische Prävention, bspw. durch Präventionsfachstellen, mit denen Wohnungsverluste verhindert werden könnten.
  • Zugleich hat sich die Armut verfestigt, u. a. durch den Niedriglohnsektor und atypische Beschäftigung. Armut trotz Arbeit ist für viele Menschen Realität.
  • Der Hartz-IV-Regelsatz reicht nicht aus für ein menschenwürdiges Leben in der Gesellschaft. Die Hartz-IV-Richtlinien zu den Kosten der Unterkunft (KdU) sind in vielen Kommunen zu knapp bemessen. Die Menschen geraten in eine Verschuldungsspirale, an deren Ende der Wohnungsverlust droht, wenn auch die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. Wer erst einmal Miet-, Energie- oder andere Schulden hat, die er nicht bedienen kann, ist nahezu chancenlos auf dem heutigen Wohnungsmarkt.

Fazit: Einer immer größeren Zahl Wohnungssuchender mit geringem Einkommen steht somit ein ständig schrumpfendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung.

Wohnungsnotfalldefinition

Den folgenden Ausführungen liegt die Wohnungsnotfalldefinition der BAG W zugrunde. Diese Definition ist in der Fachdiskussion unstrittig und folgt der vom Forschungsverbund „Wohnungslosigkeit und Hilfen in Wohnungsnotfällen“ bereits in 2005 veröffentlichten Fassung.5 Die Definition ist auch in den europäischen Diskurs eingeflossen und hat die ETHOS-Definition des europäischen Dachverbandes FEANTSA maßgeblich geprägt.6

Zu den Wohnungsnotfällen zählen somit Haushalte und Personen, die

  • aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen
    • und nicht institutionell untergebracht sind, darunter diejenigen
      • ohne jegliche Unterkunft
      • in Behelfsunterkünften (wie Baracken, Wohnwagen, Gartenlauben etc.)
      • vorübergehend bei Freunden, Bekannten und Verwandten untergekommen
      • vorübergehend auf eigene Kosten in Billighotels und -pensionen
    • und institutionell untergebracht sind, darunter
      • ordnungsrechtlich untergebrachte Wohnungsnotfälle
      • durch Maßnahmen der Mindestsicherungssysteme bspw. in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untergebrachte Wohnungsnotfälle
  • unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht sind, weil
    • der Verlust der derzeitigen Wohnung unmittelbar bevorsteht wegen Kündigung des Vermieters/der Vermieterin, einer Räumungsklage (auch mit nicht vollstrecktem Räumungstitel) oder einer Zwangsräumung
    • der Verlust der derzeitigen Wohnung aus sonstigen zwingenden Gründen unmittelbar bevorsteht (z.?B. aufgrund von eskalierten sozialen Konflikten, von Gewalt geprägten Lebensumständen oder wegen Abbruch oder Abriss des Hauses).7
Bedrohte Wohnverhältnisse und Wege in die Wohnungslosigkeit

In 2014 waren nach Schätzung der BAG W ca. 172.000 Haushalte vom Verlust ihrer Wohnung unmittelbar bedroht. In vermutlich 50 Prozent der Fälle konnte die Wohnung durch präventive Maßnahmen erhalten werden. Die neuen Wohnungsverluste sind bedingt durch Zwangsräumungen und durch sog. „kalte“ Wohnungsverluste. Beim „kalten“ Wohnungsverlust kommt es nicht zur Zwangsräumung, sondern die Mieter und Mieterinnen, vor allem Menschen in Einpersonenhaushalten, „verlassen“ die Wohnung ohne Räumungsverfahren oder vor dem Zwangsräumungstermin.8 

Nachfolgend wird Bezug genommen auf die Jahreserhebungen der BAG W, die in ihren Statistikberichten die aktuellen Daten zur Lebenslage wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen veröffentlicht. Dies ist die einzige bundesweite qualitative Dokumentation, in die inzwischen (Stand 2015) über 33.000 aggregierte Einzelfälle überwiegend freigemeinnütziger Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe einfließen.9 

Im Statistikbericht der BAG W wird unterschieden zwischen den formalen Gründen für den Wohnungsverlust und den Auslösern des Wohnungsverlustes.10 

Knapp 30 Prozent (in 2015) der Betroffenen ist formal „ohne Kündigung ausgezogen“11, fast ebenso viele (27 Prozent in 2015) erhielten eine Kündigung durch den Vermieter, 18 Prozent (in 2015) haben selbst gekündigt12 und ca. 13 Prozent (2015) wurden wegen Mietschulden geräumt13. Die Räumung wegen anderer Probleme spielt mit ca. 5 Prozent (2015) inzwischen keine besonders große Rolle mehr. In 2007 lag dieser Wert noch bei 15 Prozent.

Ein Blick auf die konkreten Auslöser des Wohnungsverlustes verdeutlicht, dass in vielen Fällen eine Gemengelage aus wirtschaftlich-finanzieller Not und Konflikten in Familie, Ehe, Partnerschaft letztlich zum Wohnungsverlust führten. Als wichtigste Auslöser des Wohnungsverlustes werden genannt: Miet- bzw. Energieschulden (18 % in 2015), Trennung / Scheidung (ca. 16 % in 2015), Auszug aus der elterlichen Wohnung (10 % in 2015)14, Konflikte im Wohnumfeld (13 % in 2015)15.

Gewalt als Auslöser des Wohnungsverlustes ist von besonderer Bedeutung bei Frauen: für ca. 10 Prozent (2015) ist die Gewalt durch den Partner und durch Dritte Auslöser des Wohnungsverlustes.16 

Ein von Wohnungslosigkeit bedrohtes Leben ist also ein Leben „auf dem Pulverfass“, geprägt von Armut, Verschuldung und Mietschulden, Konflikten im Umfeld, in Partnerschaften und Familien.

Dimensionen sozialer Exklusion von wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen

In der Wohnungsnotfalldefinition der BAG Wohnungslosenhilfe wird ausdrücklich Bezug genommen auf die Begriffe „soziale Ausgrenzung“ und „soziale Schwierigkeiten“ zur Beschreibung der Lebenslage wohnungsloser oder von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen: „Prinzipiell leben alle Personen, die durch die Wohnungsnotfalldefinition erfasst werden – allerdings in unterschiedlicher Ausprägung – in sozialer Ausgrenzung ( …).“17

Die zentrale Dimension ist die Ausgrenzung aus dem Wohnungsmarkt, weil das Leben ohne eigene Wohnung einerseits die anderen genannten Ausgrenzungsdimensionen mit begründet und andererseits selbst Grund dafür ist, dass die Ausgrenzung in den anderen Dimensionen nicht überwunden werden kann.

In welchen Wohnverhältnissen leben wohnungslose Menschen?

Die eigene Wohnung ist mehr als ein Dach über dem Kopf: Eine Wohnung erst ermöglicht Privatheit, Schutz, Geborgenheit, dort entspannt man sich und dort hat man die Chance seine Stärken zu entwickeln oder Schwächen zu überwinden, zieht sich zurück, trifft Freunde. In der eigenen Wohnung kann man eben so sein, wie man es selbst will. Diese Möglichkeit der Selbstbestimmung fehlt auf der Straße, in der kommunalen Obdachlosenunterkunft, in der Billigpension, wenn man vorübergehend bei Bekannten unterkommt, die einen jederzeit wieder auf die Straße setzen können, wenn ihnen das „so Sein“ nicht mehr gefällt. Diese Form der Selbstbestimmung lässt sich allerdings auch nicht in der eigenen Wohnung leben, wenn vom Partner/Partnerin, von einem Elternteil oder dem Kind körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt gefürchtet oder erlitten werden muss.

Ordnungsrechtliche Unterbringung

Ein großer Teil der wohnungslosen Menschen ist kommunal und ordnungsrechtlich untergebracht – weit überwiegend in Notunterkünften und Obdachlosenunterkünften. Zum Teil werden Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, auch nach Ordnungsrecht in Normalwohnraum eingewiesen.18 Neben alleinstehenden Haushalten leben auch Haushalte mit Kindern in ordnungsrechtlicher Unterbringung.19 Obdachlosigkeit gefährdet die grundgesetzlich geschützten Individualrechte wie das Recht auf Leben, auf Gesundheit, auf körperliche Unversehrtheit und auf Menschenwürde. Deswegen hat jede Gemeinde den unabweislichen Auftrag, diese Grundrechte zu schützen und bei entsprechenden Gefahren abwehrende Maßnahmen zu ergreifen. Dies sehen die Polizei-, Sicherheits- und Ordnungsgesetze aller Bundesländer vor. Wohnungslose Menschen haben ein Recht darauf, von der Kommune, in der sie sich aktuell und tatsächlich aufhalten, mit einer Notunterkunft nach Ordnungsrecht versorgt zu werden. Dabei ist es unerheblich, wie lange sich die Betroffenen bereits in der Kommune aufhalten. Regelungen, die eine Mindestaufenthaltsdauer in einer Kommune vorsehen, sind nicht rechtens.20 Da es hier um den Schutz grundlegender Menschenrechte geht, besteht der Anspruch auf ordnungsrechtliche Unterbringung unabhängig von der Nationalität und dem Aufenthaltsstatus der Betroffenen. Dieser Verpflichtung kommen viele Kommunen allerdings sowohl quantitativ als auch qualitativ nur unzureichend nach.

In Deutschland gibt es keine einheitliche oder verbindliche Feststellung, welchen Standards eine ordnungsrechtliche Unterbringung folgt. Es ist obergerichtlich lediglich festgestellt worden, dass die Menschenwürde zu gewährleisten ist.

Der VGH Kassel hat ein „zivilisatorisches Minimum“ umschrieben: „ein hinreichend großer Raum, der genügend Schutz vor Witterungsverhältnissen bietet, wozu im Winter die ausreichende Beheizbarkeit gehört, hygienische Grundanforderungen wie genügende sanitäre Anlagen, also eine Waschmöglichkeit und ein WC, eine einfache Kochstelle und eine notdürftige Möblierung mit mindestens einem Bett und einem Schrank bzw. Kommode sowie elektrische Beleuchtung.“ Außerdem gehört „zumindest während der warmen Jahreszeit auch ein Kühlschrank bzw. die Mitbenutzung zur Mindestausstattung dazu.“ 21

Die Ausdeutung des „zivilisatorischen Minimums“ ist außerordentlich heterogen: Toiletten oder Duschen sind zur gemeinsamen oder zur Einzelnutzung vorzuhalten, eine Waschgelegenheit muss jedoch nicht zwingend das Vorhandensein einer Dusche bedeuten, Warmwasserboiler oder Warmwasserzubereitung auf dem Herd, Einzel- oder Gemeinschaftsunterbringung. Es gibt keine verbindliche Vorschrift über die Raumgröße bzw. Unterkunftsgröße, die einer Person, einem Paar oder einer Familie zur Verfügung gestellt werden muss.23 Durch die Rechtsprechung abgesichert ist aber, dass die betroffenen Personen die Möglichkeit eines ganztägigen Aufenthalts haben müssen – allerdings nicht zwingend in der Übernachtungsstelle.24 Konkret kann dies bedeuten: Die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften müssen diese morgens verlassen, um dann ggf. eine Tagesaufenthaltsstätte aufzusuchen – oder sie suchen sich Treffpunkte und Aufenthalte im öffentlichen Raum.

Neben den fehlenden Standards für die ordnungsrechtliche Unterbringung fehlt auch eine systematische Übersicht über die tatsächliche Ausstattung dieser Unterkünfte.

Eine Normalität findet in den Obdachlosenunterkünften niemand, geschweige denn bieten sie den Rahmen, Traumatisierungen durch Gewalt oder die Traumatisierung durch den Verlust der Wohnung zu überwinden. Die Unterkünfte sind auch nicht der Lebensraum, in dem wohnungslose Menschen die Ressourcen mobilisieren können, um wieder eine eigene Wohnung zu erlangen. Im Gegenteil: Aus den wenigen vorliegenden Untersuchungen25 geht hervor, dass viele Einzelpersonen und Haushalte viele Jahre in den Unterkünften verbleiben und sich ihre Wohnungslosigkeit und soziale Ausgrenzung dort verfestigt. Dies ist auch darin begründet, dass wohnungslose Menschen in ordnungsrechtlicher Unterbringung häufig keinen Zugang zu Hilfen nach den § 67 ff SGB XII haben.26 Mit der stigmatisierten Adresse einer Obdachlosenunterkunft ist die Suche nach einer neuen eigenen Wohnung, die Suche nach einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle zum Scheitern verurteilt. Die Stigmatisierung und Ausgrenzung der dort lebenden Kinder in der Schule ist vorprogrammiert.

Ohne Unterkunft auf der Straße

Die BAG W schätzt, dass ca. 12 Prozent der Wohnungslosen ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben oder versuchen, sich in Behelfsunterkünften (wie Baracken, Wohnwagen, Gartenlauben etc.) „einzurichten“. Vor allem wohnungslose Männer sind es, die „Platte machen“, der Frauenanteil liegt vermutlich bei 5 bis 10 Prozent.

In den Altersgruppen ab 40 Jahren leben fast 23 Prozent der Betroffenen ganz ohne Unterkunft auf der Straße und/oder in ungesicherten Ersatzunterkünften wie Gartenlauben, Wohnwagen etc.27 Unter den älteren wohnungslosen Männern sind zugleich auch die meisten Langzeitwohnungslosen: Bei den 50 bis 59-Jährigen sind ca. 18 Prozent länger als fünf Jahre wohnungslos, bei den über 60-Jährigen sind es bereits ca. 24 Prozent.28

Diese Menschen, ganz ohne Unterkunft auf der Straße, sind durch die häufig bereits lange währende Wohnungslosigkeit besonders gefährdet: Ihr Gesundheitszustand (vgl. S. 93) ist besonders schlecht, sie sind vom Kältetod und von Gewalt bedroht. Nach Kenntnis der BAG Wohnungslosenhilfe sind seit 1991 mindestens 290 Wohnungslose unter Kälteeinwirkung verstorben. Sie erfroren im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, in Abrisshäusern, in scheinbar sicheren Gartenlauben und sonstigen Unterständen.29

Zwischen 1989 und 2015 sind mindestens 225 Wohnungslose von nicht wohnungslosen Tätern getötet worden; 260 Wohnungslose von Tätern, die selbst wohnungslos waren. Aufgrund des häufig in der Presseberichterstattung geschilderten Tathergangs lässt sich erschließen, dass es sich bei den Opfern mehrheitlich um Männer handelt, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, die in Abrisshäusern, Gartenhäusern, in Zelten und provisorischen Unterständen Unterschlupf gefunden haben.30 Die Opfer sind überwiegend ältere wohnungslose Männer, die nicht wohnungslosen Täter sind männlich und jung. In vielen Fällen handelt es sich nicht um Einzeltäter, sondern um Zweier- oder Dreierbanden oder kleinere Gruppen von vier bis sieben Tätern. Ein Teil der Überfälle auf Wohnungslose geht nachgewiesener Maßen auf das Konto rechtsradikaler Jugendbanden.31 Täter und Opfer sind auch bei der Gewalt unter Wohnungslosen von wenigen Ausnahmen abgesehen männlich. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen eskalieren in Notunterkünften, Obdachlosensiedlungen und Treffpunkt im Freien.32

Prekäre Mitwohnverhältnisse?/ verdeckte Wohnungslosigkeit

Neben den Menschen, die ordnungsrechtlich untergebracht sind oder die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, suchen viele Betroffene vorübergehend ein Unterkommen bei Freunden, Bekannten und Verwandten. Sie versuchen die Wohnungsnotfallsituation ohne Inanspruchnahme von institutionellen Hilfen zu bewältigen oder finden keinen Zugang zum Hilfesystem. Diese oft sehr prekären Mitwohnverhältnisse betreffen einerseits viele der sehr jungen wohnungslosen Menschen und andererseits viele wohnungslose Frauen.

Unter den jungen wohnungslosen Frauen und Männern unter 25 Jahren kommen 44 Prozent (2015), das ist die größte Gruppe, bei Bekannten unter.33 

Prekäre Mitwohnverhältnisse sind auch eine Erscheinungsweise weiblicher Wohnungslosigkeit. Frauen versuchen mit vielen Mitteln nicht als wohnungslose Frauen identifiziert und etikettiert zu werden.34 Ein Teil der wohnungslosen Frauen versucht sich oft lange ohne institutionelle Hilfe durchzuschlagen. Eine ordnungsrechtliche Unterbringung oder eine Unterbringung in einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe soll vermieden werden. Frauen schämen sich ihrer Notlage. Sie gehen sogenannte Zwangsgemeinschaften ein, akzeptieren also Beziehungen, um ein Dach über dem Kopf zu haben, suchen Unterschlupf bei Freunden und Freundinnen, was mit der Zeit zu Konflikten führen kann oder wo die betroffenen Frauen ausgenutzt werden. Sie kehren mehrmals in die Partnerschaft/Herkunftsfamilie zurück, die sie aufgrund eskalierender Konflikte verlassen haben oder aus der sie aufgrund massiver Gewalterfahrungen geflohen sind. Dieses Verhalten zeigt einerseits ein großes Potenzial an Selbsthilfekräften, andererseits bleibt so in vielen Fällen der Hilfebedarf dieser Frauen unerkannt.

Soziale Einbindung – Familie, Partnerschaft, Kinder, soziale Netzwerke

Die bisherige Darstellung des Lebens in einer Wohnungsnotfallsituation lässt erkennen, dass gescheiterte oder wenig tragfähige und konfliktgeladene, oft auch gewaltförmige Familien und Partnerschaftsverhältnisse zum einen die Wohnungsnotfallsituation mit auslösen und zum anderen auch kaum familiäre Hilfen oder Netzwerke zur Überwindung der Wohnungslosigkeit als Ressourcen zur Verfügung stehen.

Circa 3/4 der wohnungslosen Haushalte sind sog. Einpersonenhaushalte – häufig wird in der Wohnungslosenhilfe auch von sog. alleinstehenden Wohnungslosen gesprochen. Jedoch fast 23 Prozent der Klientinnen und Klienten der freiverbandlichen Wohnungslosenhilfe haben minderjährige Kinder, mit denen sie allerdings nicht zusammen leben.35 Aus der Praxis der Wohnungslosenhilfe ist bekannt, dass sich viele wohnungslose Frauen an der Rolle der Ehefrau und Mutter orientieren.36 Dies kontrastiert stark mit den eigenen Erfahrungen gescheiterter Familien und der Erfahrung mit der Fremdunterbringung ihrer Kinder. Deswegen sind Hilfeangebote wichtig, die verhindern, dass Kinder quasi „automatisch“ fremd untergebracht werden. Der Wunsch nach Familie, Kindern, Partnerschaft gilt wohnungslosen Frauen oft als ein Weg in eine Lebensnormalität – unabhängig davon, ob dieser Weg für die Frauen tatsächlich mehr Sicherheit, Stabilität und Normalität bereithält.

In der Realität der Wohnungslosigkeit leben die Menschen aber nicht in Normalität und Sicherheit versprechenden Familienstrukturen und belastbaren sozialen Netzwerken.

Gewalt ist für das Leben vieler wohnungsloser Frauen oft prägend und nicht selten Auslöser der aktuellen Wohnungslosigkeit. Frauen, die häusliche Gewalt erfahren haben, oder junge Frauen und Mädchen, die den Gewalt geprägten Lebensumständen in ihrer Herkunftsfamilie zu entkommen versuchen, werden wohnungslos, weil sie weder wirtschaftlich und materiell abgesichert sind, so dass sie sich selbst mit alternativem Wohnraum versorgen könnten, noch über sie auffangende soziale Netze verfügen. Ein Teil dieser Frauen sucht und findet Aufnahme in einem Frauenhaus, anderen Frauen bleibt nur die Wohnungslosigkeit, insb. dann, wenn sie aufgrund weiterer sozialer Schwierigkeiten oder beispielsweise einer Suchtproblematik keine Aufnahme in ein Frauenhaus finden.

Über 11 Prozent der männlichen Klienten der Wohnungslosenhilfe geben an, keinerlei soziale Kontakte zu haben.37 Insbesondere ist die Gruppe der älteren Wohnungslosen besonders sozial isoliert: Über 21 Prozent der über 60-Jährigen und 17 Prozent der 50- bis 60-Jährigen geben an, keinerlei soziale Kontakte zu haben.38 Die meisten Kontakte wohnungsloser Menschen bestehen zu Bekannten in der Szene, die wenigsten zu Vereinen, Nachbarschaften, Kirchengemeinden etc. außerhalb der engeren Wohnungslosenszene.39

Bildung, Ausbildung, Teilhabe am Arbeitsleben und Einkommen

Die große Mehrheit – seit Jahren ca. 70 Prozent40  – der Klienten und Klientinnen der Wohnungslosenhilfe hat eine niedrige formale Bildungsqualifikation41. Betrachtet man die Bildungsqualifikationen nach Altersgruppen, muss festgestellt werden: Je jünger die Betroffenen sind, desto höher ist die Rate derjenigen, die über keinen Schulabschluss verfügen: knapp 29 Prozent der 18- bis 20-Jährigen und 21 Prozent der 21- bis 24-Jährigen gegenüber 14 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und 11 Prozent der über 60-Jährigen sind ohne Schulabschluss.42 Die Zahl der jüngeren Wohnungslosen ohne Berufsausbildung hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen: 2007 hatten knapp 60 Prozent der 25- bis 29-Jährigen keine Berufsausbildung, in 2015 sind es knapp 68 Prozent.43 

Im Vergleich zu jüngeren Klientinnen und Klienten besitzen über 50-Jährige deutlich häufiger einen praxisbezogenen Berufsabschluss. In 2015 haben nur 22 Prozent der 25- bis 29-Jährigen einen praxisbezogenen Berufsabschluss, aber bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 50 Prozent und bei den über 60-Jährigen sind es ca. 55 Prozent. Insgesamt sind deutlich mehr Frauen (62 %) als Männer (52 %) in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit ohne Berufsausbildung.44 

Ob aktuell wohnungslos, ehemals wohnungslos oder in einer der anderen Wohnungsnotfallkategorien lebend: Die betroffenen Menschen sind radikal aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt: Über 91 Prozent der aktuell wohnungslosen Menschen im Hilfesystem sind arbeitslos, ebenso 80 Prozent der von Wohnungslosigkeit bedrohten, 84 Prozent der in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebenden und 86 Prozent der ehemals von Wohnungslosigkeit betroffenen oder bedrohten Menschen. Ca. 62 Prozent der Wohnungsnotfälle sind Langzeitarbeitslose.45

Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot sind Exkludierte des Arbeitsmarktes, „die keinen Zugang zu einem geeigneten Arbeitsplatz finden und ihre soziale, berufliche und persönliche Inklusion in den Arbeitsmarkt ohne besondere Förderung nicht bewältigen können“.46

Wohnungslose Menschen sind nicht nur vom Arbeitsmarkt exkludiert, sondern auch in weiten Teilen von der Verwirklichung ihrer sozialen Rechte auf Transferleistungen ausgeschlossen. Mehr als 29 Prozent (2015) der Männer und Frauen sind ohne Einkommen, wenn sie eine Einrichtung des Hilfesystems aufsuchen. Dieser Ausschluss von jeglichem Einkommen hat sich in den letzten Jahren sogar noch verschärft: In 2007 waren 21 Prozent ohne Einkommen.

Obwohl sie zu 86 Prozent erwerbsfähig nach SGB II sind, beziehen lediglich 41 Prozent ALG II (6 % beziehen Sozialhilfe nach SGB XII). Diese Raten lassen sich mit Unterstützung der Klienten und Klientinnen durch die Hilfen im Wohnungsnotfall zwar deutlich senken, aber letztlich bleiben immer noch 11 Prozent der Betroffenen ohne jedes Einkommen.47 

Analysiert man die Entwicklungen der letzten Jahre, so muss man alarmiert sein: Es gibt keinen Trend zum Besseren! Der Ausschluss aus Bildung, Arbeit und Einkommen scheint zementiert und die Zahl der jungen Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit, die aus Bildung und Berufsausbildung exkludiert sind, ist sogar steigend.48 

Gesundheitszustand und medizinische Versorgung wohnungsloser Patienten und Patientinnen

Wohnungslose Männer und Frauen erkranken an den gleichen Krankheiten, unter denen auch die Mehrheitsbevölkerung leidet. Bei wohnungslosen Menschen kommen jedoch oft Infektionserkrankungen wie HIV, Hepatitis, TBC hinzu oder auch nicht oder schlecht ausgeheilte Verletzungen. Wohnungslose Menschen leiden häufiger als die Mehrheitsbevölkerung unter Mehrfacherkrankungen und unter psychischen Auffälligkeiten oder diagnostizierten psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen mit den entsprechenden Folgeerkrankungen.49

Erschwerend kommt hinzu, dass sich durch die besonderen Lebensumstände wohnungsloser Menschen, die durch ein Leben ganz ohne Unterkunft oder in Sammelunterkünften, in prekären und z. T. gewaltbedrohten Unterkünften bei Bekannten in einer dauernden Stresssituation leben, diese Erkrankungen häufig verschlimmern und/oder chronifizieren. Ungesunde Ernährung und das Fehlen jeglicher Gesundheitsvorsorge tun ein Übriges.

Es gibt zahlreiche Barrieren, die den Zugang wohnungsloser Männer und Frauen zum gesundheitlichen Versorgungssystem erschweren oder unmöglich machen.50

So sind die letzten Jahrzehnte gekennzeichnet von einer zunehmenden Kostenbeteiligung der Patienten und Patientinnen: Viele Gesundheitsleistungen sind privat zu zahlen. Dazu gehören die ständig gestiegenen Zuzahlungen zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhausaufenthalten, zur häuslichen Pflege, zu Krankentransporten und Rezepten. Wichtige, aber inzwischen rezeptfreie Medikamente können nicht mehr zulasten der Krankenkassen verordnet werden und müssen privat angeschafft werden. Brillengestelle und -gläser sind gänzlich aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen worden. Für Zahnersatz gilt eine Festbetragsregelung; die meisten Zahnärzte bieten aber keine Zahnprothesen zu diesen Festbeträgen an. Zuzahlungen müssen ebenfalls privat erfolgen.

Seit 2006 gilt die Fallpauschalenregelung (Diagnosis Related Groups, DRG) zur Abrechnung von Krankenhausbehandlungen. Ziel dieser DRG-Regelung ist die kostensparende Verkürzung der Liegezeiten im Krankenhaus. D.h. ein Teil der Behandlung wird in den ambulanten häuslichen Bereich verlagert. Dieses Modell setzt eine funktionierende Häuslichkeit voraus, die bei einem Leben in Wohnungslosigkeit oder bedrohten Wohnverhältnissen nicht gegeben ist. So sind weitere schwerwiegende Folgen für die Gesundheit wohnungsloser Patientinnen und Patienten nicht auszuschließen.

Pflichtversicherung und obligatorische Anschlussversicherung haben in der Vergangenheit und können auch zukünftig nach wie vor zu hohen Beitragsschulden führen, die eine zusätzliche Barriere zum Zugang zur gesundheitlichen Versorgung für wohnungslose Menschen darstellen.

Neben diesen strukturellen Barrieren existieren Zugangsbarrieren, die die besondere soziale Schwierigkeit, ohne Wohnung leben zu müssen, reflektieren: Misstrauen gegenüber institutioneller Hilfe, u. U. aufgrund negativer Vorerfahrungen und Diskriminierungen oder die begrenzte Krankheitseinsicht und die fehlende Compliance.

Fazit: Aus diesen Zugangsbarrieren ergibt sich, dass wohnungslose Frauen und Männer, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, die in Sammelunterkünften untergebracht sind, in prekären Mitwohnverhältnissen leben oder in sonstigen Dauerprovisorien eine gesundheitlich hoch belastete Bevölkerungsgruppe sind, die nur einen äußerst unzureichenden, zuweilen überhaupt keinen Zugang zum medizinischen Regelsystem hat.

Ohne spezielle Angebote zur medizinischen Versorgung wohnungsloser Patienten und Patientinnen, die in den letzten zwei Jahrzehnten zumindest in vielen Großstädten und einigen ländlichen Regionen entstanden sind, wären viele der Betroffenen gänzlich von einer medizinischen Versorgung abgeschnitten.

Migration und Wohnungslosigkeit

In den letzten Jahren ist die Zahl der Migrantinnen und Migranten, die wohnungslos sind oder in zutiefst prekären Unterkunftssituationen leben müssen, deutlich sichtbar gestiegen. Lag der Anteil der ausländischen Hilfesuchenden in Einrichtungen der Hilfen im Wohnungsnotfall im Jahr 2010 noch bei knapp 14 Prozent, so hat er sich mit 27Prozent in 2015 fast verdoppelt.51

Bei den wohnungslos auf der Straße und in absoluter Armut lebenden Migrant/-innen handelt es sich überwiegend um Menschen aus den EU-Mitgliedsstaaten Polen, Bulgarien und Rumänien. Sie übernachten unter Brücken, in alten Autos, auf Parkdecks. In den Großstädten berichten Sozialarbeiter/-innen davon, dass 50 bis 70 Prozent der mittellosen und wohnungslosen Hilfesuchenden in niedrigschwelligen Tagesaufenthalten, Kleiderkammern und medizinischen Versorgungs-angeboten Migrant/-innen sind. Viele von ihnen kommen als Arbeitssuchende nach Deutschland, finden aber keine Erwerbsarbeit. Sie verdingen sich auf dem sog. „Arbeitsstrich“ als Tagelöhner, denen ein sittenwidrig niedriger Lohn gezahlt wird. Oftmals werden sie in ihren Heimatländern gezielt angesprochen und mit dem Versprechen gut bezahlter Arbeitsstellen nach Deutschland gelockt. In Deutschland angekommen, werden sie häufig um ihren Lohn betrogen und verlieren ihre Unterkunft, die an den Arbeitsplatz geknüpft ist, wenn sie sich gegen die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse wehren oder erkranken. Viele dieser Menschen landen irgendwann ganz ohne Obdach auf der Straße. Nach einer Erwerbstätigkeit von weniger als einem Jahr, die auch nachweisbar sein muss, erhalten sie längstens ein halbes Jahr Leistungen nach SGB II. Danach sind sie vollkommen mittellos.

Viele Kommunen verweigern den ausländischen Wohnungslosen eine ordnungsrechtliche Unterbringung und verweisen sie darauf, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Das ist für viele Betroffene aber keine Alternative: Oft haben sie die Brücken hinter sich abgebrochen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland.

Nichts deutet darauf hin, dass sich die Zuwanderung von Unionsbürger/-innen, die Arbeit und Auskommen in Deutschland suchen, aber letztlich wohnungslos auf der Straße leben, abschwächt. Zugleich geraten die niedrigschwelligen Hilfeangebote an ihre Kapazitätsgrenzen, denn sie wurden weder finanziell noch personell nachhaltig besser ausgestattet.

Auch werden zunehmend anerkannte Flüchtlinge wohnungslos, wenn sie nach ihrer Anerkennung die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen sollen, aber auf den angespannten Wohnungsmärkten keine bezahlbaren Wohnungen finden. In zahlreichen Kommunen verbleiben diese Menschen – nun „Fehlbeleger“ genannt52 – in den Unterkünften; in anderen Kommunen werden sie ordnungsrechtlich untergebracht. Viele versuchen vermutlich auch bei Freunden oder Verwandten unterzukommen – und begeben sich damit in eine prekäre Wohnsituation: Die Wohnung der Freunde oder Verwandten ist dann überbelegt, Konflikte mit Nachbarn oder/und Vermietern sind vorprogrammiert. Die Betroffenen wandern dann – ganz ähnlich den einheimischen Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit – ins nächste Provisorium, mit all den oben geschilderten psychischen und physischen Folgen für die Betroffenen. Dies sind Entwicklungen, die sich andeuten, auf die aber bisher politisch noch gar nicht oder nur unzureichend reagiert wird. Auch Angebote der Wohnungsnotfallhilfe sind auf wohnungslose Flüchtlinge nicht oder allenfalls unzureichend vorbereitet: Es fehlt an Sprachkenntnissen und interkultureller Kompetenz – und die Einrichtungen werden nicht entsprechend finanziell und personell ausgestattet.

Resümee: Die Wohnung ist nicht alles, aber ohne Wohnung ist alles nichts!

Dieser Slogan der Wohnungslosenhilfe bringt auf den Punkt, warum die Exklusion aus dem Wohnungsmarkt extrem folgenreich und auf vielfältige Weise mit den anderen Dimensionen sozialer Exklusion verflochten ist.

Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot sind in zahlreichen Lebensbereichen und Lebenslagen exkludiert: Die Bildungsqualifikation ist niedrig, häufig fehlen Schulabschluss und Berufsausbildung; Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit und Einkommensarmut dominieren. Oft sind selbst Rechte auf Transferleistungen und der Zugang zur medizinischen Versorgung nicht realisiert. Gewalterfahrungen, instabile oder gänzliche fehlende familiäre, partnerschaftliche und soziale Netzwerke sind eine schwere Hypothek, genauso wie fehlende Möglichkeit und Chance des Zusammenlebens mit den eigenen Kindern. Diese Dimensionen der Exklusion befördern und/oder begründen auf je unterschiedliche Weise und in individuell unterschiedlichem Ausmaß Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit. So ist es notwendig, dass die Menschen in einer Wohnungsnotfallsituation auch Hilfen zur Überwindung der sozialen Ausgrenzung in den anderen Lebensbereichen erhalten, um die Ursachen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu überwinden. Zugleich ist dies ohne eigene Wohnung kaum möglich: Denn das Leben in Wohnungslosigkeit und/oder in einem vom Verlust bedrohten Wohnverhältnis ist oft zugleich Ursache der anderen Dimensionen der Ausgrenzung.

Darum steht die Ressource „Wohnung“ im Mittelpunkt aller Hilfen in Wohnungsnotfällen:

  • Bezahlbarer Wohnraum muss geschaffen und es müssen vor allem Mechanismen entwickelt werden, beispielsweise Belegungsquoten, um wohnungslosen Menschen den Zugang zur eigenen Wohnung zu ermöglichen. Hier ist vor allem eine soziale Wohnungspolitik gefordert, die sich als Daseinsvorsorge begreift.
  • Es bedarf eines effektiven Präventionssystems, um Wohnungsverlust zu verhindern. Nicht nur, aber insb. in Zeiten fehlenden bezahlbaren Wohnraums sind Präventionsanstrengungen unverzichtbar: Wer in dieser Situation die Wohnung verliert, wird für lange Zeit ohne eigene Wohnung bleiben und die verlorene Wohnung wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch als bezahlbarer Wohnraum abzuschreiben sein.
  • Die Menschen in einer Wohnungsnotfallsituation müssen unterstützende und fördernde soziale Hilfen erhalten, um die vielfältig erfahrene soziale Exklusion zu überwinden und um eine Wohnung nachhaltig zu sichern – im besten Fall bevor der Wohnungsverlust eingetreten ist, aber natürlich auch, wenn der Zugang zu einer eigenen Wohnung wieder erlangt wurde.
  • Wenn trotz aller Bemühungen ein Wohnungsverlust nicht verhindert werden kann, muss es ein menschenwürdiges Notversorgungssystem geben, das durch beratende Angebote eine zügige Vermittlung in eine eigene Wohnung und/oder zu weiterführenden Hilfen garantiert.

Das Recht auf Wohnung ist ein Menschenrecht, auch deswegen ist ohne Wohnung alles nichts.


Anmerkungen

1) BAG Wohnungslosenhilfe: Wohnungsnotfalldefinition der BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Bielefeld 2010, www.bag-wohnungslosenhilfe.de/de/publikationen/pos-pap/position_wohnen.html, (Stand: 19.12.2016)

2) Vgl. Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W): Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf neuem Höchststand, Berlin, 05.10.2015, www.bag-wohnungslosenhilfe.de/de/themen/zahl_der_wohnungslosen/ (Stand: 19.12.2016)

Da es in Deutschland keine bundesweite Wohnungs-notfallberichterstattung gibt, wie von der BAG W und anderen Verbänden seit vielen Jahren vergeblich gefordert, veröffentlicht die BAG W regelmäßig ihre Schätzungen zur Zahl der Wohnungslosen und der vom Wohnungsverlust Bedrohten.

3) Siehe S. 94.

4) Vgl. Pressemitteilung der BAG W vom 05.10.2015.

5) Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU), GSF e. V. – Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Frauenforschung, Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. (GISS):Forschungsverbund Wohnungslosigkeit und Hilfen in Wohnungsnotfällen. Gesamtbericht, 2005, S. 8 ff, www.bag-Wohnungslosenhilfe.de/de/basiswissen/forschungsverbund (Stand: 19.12.2016)

6) FEANTSA: ETHOS – European Typology on Homelessness and Housing Exclusion, www.feantsa.org/en/toolkit/2005/04/01/ethos-typology-on-homelessness-and-housing-exclusion
(Stand: 14.02.2017)

7) Zur Wohnungsnotfalldefinition gehören weitere Kategorien,; insb. die Kategorien „unzumutbare Wohnverhältnisse“, „Zuwanderinnen und Zuwanderer in gesonderten Unterkünften“ und „ehemals von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht“.

8) Vgl. BAG W: Pressemitteilung, 5.10.2015.

9) Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (Hrsg.):
Statistikberichte 2003?–?2015, www.bag-wohnungslosenhilfe.de/de/themen/statistik_und_dokumentation/statistikberichte/statistikberichte_1.html (Stand: 19.12.2016) Der Statistikbericht 2015, veröffentlicht 2016, ist der aktuellste. Daten zur Lebenslage ordnungsrechtlich untergebrachter Menschen sind überwiegend nicht einbezogen.

10) Zu den formalen Gründen gehören: Kündigung durch Vermieter, Räumung, Selbstkündigung, ohne Kündigung ausgezogen, Vertragsende, richterliche Anordnung nach Gewaltschutzgesetz, Räumungsklage. Zu den Auslösern werden u. a. gerechnet: Gewalt durch Partner/Partnerin oder durch Dritte, Ortswechsel, Arbeitsplatzverlust/-wechsel, Haftantritt¸ Trennung/Scheidung, Auszug aus der elterlichen Wohnung, Miet- bzw. Energieschulden, Konflikte im Wohnumfeld.

11) Dieser Anteil ist in den letzten acht Jahren stabil. Vgl.  BAG W: Statistikbericht 2015.

12) Dieser Anteil ist ebenfalls in den letzten acht Jahren stabil zwischen 16 Prozent und 18 Prozent Vgl. BAG W: Statistikbericht 2015.

13) Ebenfalls ein stabiler Anteil in den letzten acht Jahren. Vgl. ebenda.

14) Dieser Wert liegt seit 2008 zwischen 11 Prozent und knapp 16 Prozent Vgl. ebenda.

15) Dieser Wert wird erst seit 2011 (7 %) erhoben und hat sich seitdem fast verdoppelt. Vgl. ebenda.

16) Vgl. Statistikberichte der BAG W.

17) BAG W Wohnungsnotfalldefinition.

18) Da es keine Wohnungsnotfallberichterstattung des Bundes gibt, muss an dieser Stelle auf die Sozialberichterstattung NRW zurückgegriffen werden. NRW ist das einzige Bundesland, das eine Wohnungsnotfall-Berichterstattung zur Struktur und zum Umfang von Wohnungsnotfällen erstellt. Zum Stichtag 30.06.2015 waren in NRW ca. 50 Prozent der wohnungslosen Menschen ordnungsrechtlich untergebracht, darunter zu ca. 84 Prozent in Obdachlosenunterkünften. Vgl. Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen: Integrierte Wohnungsnotfall-Berichterstattung 2015 in Nordrhein-Westfalen. Struktur und Umfang von Wohnungsnotfällen, Düsseldorf 2016, S. 3.

Eine Studie im Auftrag des Landes Baden-Württemberg kommt zu dem Ergebnis, dass rd. 63 Prozent der wohnungslosen Menschen in Baden-Württemberg ordnungsrechtlich untergebracht waren. vgl. Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg: Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg. Untersuchung zu Umfang, Struktur und Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen, erstellt durch Gesellschaft für innovative Sozialforschung GISS, Bremen/Stuttgart 2015.

19) In NRW sind 11,5 Prozent der ordnungsrechtlich untergebrachten Haushalte, Haushalte mit Kindern, Vgl. MAIS (2016): Wohnungsnotfall-Berichterstattung 2015, S. 5.

20) Vgl.: Ruder, Karl-Heinz: Grundsätze der polizei- und ordnungsrechtlichen Unterbringung von (unfreiwillig) obdachlosen Menschen unter besonderer Berücksichtigung obdachloser Unionsbürger. Rechtsgutachten aus Anlass der Bundestagung der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. in Berlin vom 9. – 11. November 2015 „Solidarität statt Konkurrenz – entschlossen handeln gegen Wohnungslosigkeit und Armut“, Berlin 2015, www.bag-wohnungslosenhilfe.de/de/themen/notversorgung/gutacht.html (Stand: 19.12.2016)

21) Zitiert nach: Ruder, Karl-Heinz und Bätge, Frank: Obdachlosigkeit – Sozial- und ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Vermeidung und Beseitigung. Praxishandbuch, Köln 2008, S. 101.

22) Ebenda.

23) Aus diesen Gründen hat die BAG Wohnungslosenhilfe  Mindestanforderungen für eine Notversorgung Wohnungsloser formuliert: BAG W: Integriertes Notversorgungskonzept: Ordnungsrechtliche Unterbringung und Notversorgung – Definitionen und Mindeststandards. Eine Empfehlung der BAG W, Bielefeld 2013, www.bag-wohnungslosenhilfe.de/de/publikationen/pos-pap/position_notversorgung.html (Stand: 19.12.2016)

24)  Zitiert nach Ruder?/?Bätge, 2008, S. 104.

25) Vgl. MAIS (2016): Wohnungsnotfall-Berichterstattung 2015 und vgl. Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg: Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg. Untersuchung zu Umfang, Struktur und Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen, erstellt durch Gesellschaft für innovative Sozialforschung GISS, Bremen/Stuttgart 2015.

26) Deswegen empfiehlt die BAG W, dass ein Integriertes Notversorgungskonzept die „Durchlässigkeit zum allgemeinen System sozialer Hilfen ermöglichen /muss/ …... Dementsprechend sind auch parallel zur Notversorgung Beratung, Betreuung und Begleitung durch ausreichendes Fachpersonal zu gewährleisten, um die von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen möglichst gezielt über ihre weiteren sozialhilferechtlichen Unterstützungsmöglichkeiten aufzuklären und eine zeitnahe Vermittlung in eigenen Wohnraum bzw. ggf. weiterführende bedarfsgerechte Hilfen sicherzustellen.“ (BAG W: Integriertes Notversorgungskonzept, S. 6).

27) BAG W Statistikbericht 2015 und eigene Berechnungen.

28) Ebenda und vgl. Rosenke, Werena: Ältere Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit. Daten zur Struktur und Entwicklung der Problemlagen und Hinweise auf Hilfebedarfe, in: wohnungslos. Aktuelles aus Theorie und Praxis zur Armut und Wohnungsnot, 56. Jg., Heft 2/2014, Berlin 2014, S. 41–49.

29) BAG W Pressemitteilung vom 14.12.2016. Seit Anfang der 1990er Jahre untersucht die BAG W die Presseberichterstattung  systematisch auf Berichte über erfrorene Wohnungslose, www.bagw.de/de/presse/Pressearchiv.html (Stand: 19.12.2016)

30) Seit 1989 versucht die BAG Wohnungslosenhilfe so kontinuierlich wie möglich die Gewalttaten an und unter Wohnungslosen zu dokumentieren.

31) Vgl. ausführlicher dazu: Rosenke, Werena: Wohnungslose Männer und Frauen als Gewaltopfer und Täter, in: wohnungslos. Aktuelles aus Theorie und Praxis zur Armut und Wohnungsnot, 47. Jg., Heft 4 / 2005, S. 141–145.

32) Ebenda.

33) Vgl. BAG W: Statistikbericht der BAG W 2015. Da in dem Dokumentationssystem der BAG W überwiegend Fälle der freigemeinnützigen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe erfasst sind, sind die jungen Erwachsenen in ordnungsrechtlicher Unterbringung hier nicht berücksichtigt. Allerdings zeigen auch die Daten zur ordnungsrechtlichen Unterbringung in NRW, dass die Altersgruppe der 18 bis 21-Jährigen und die der 21 bis 25-Jährigen jeweils nur ca. 5 Prozent ausmacht. (vgl. MAIS (2016), Wohnungsnotfall-Berichterstattung 2015, S. 4).

34) Vgl. dazu ausführlicher: BAG Wohnungslosenhilfe: Frauen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot. Darstellung der Lebenslagen und der Anforderungen an eine bedarfsgerechte Hilfe. Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe, Bielefeld 2003, aktualisiert 2012, www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/postion_frauen.html (Stand: 19.12.2016)

35) BAG W Statistikbericht 2015: 27 Prozent der Frauen im Hilfesystem, aber nur 12 Prozent der Männer geben an, Kontakt zu eigenen minderjährigen Kindern zu haben.

36) Vgl. BAG W: Frauen, Positionspapier 2003. Diese Aussage gilt jedoch für Frauen in den ostdeutschen Bundesländern nur eingeschränkt. Die Erwerbstätigkeit ist dort ein deutlich identitätsbestimmenderer Faktor.

37) BAG W Statistikbericht 2015, bei den weiblichen Klientinnen sind es „nur“ knapp 4 Prozent.

38) Vgl. Rosenke, Werena: Ältere Menschen in Wohnungsnot, 2014.

39) BAG W Statistikbericht 2015.

40) BAG W: Statistikberichte.

41) Kein Schulabschluss, Sonderschulabschluss, Volks-/Hauptschulabschluss.

42) BAG W: Statistikbericht 2015: In den Altersgruppen 25 bis 29 Jahre und 30 bis 39 Jahre liegt der entsprechende Anteil bei knapp unter 20 Prozent erst bei Klienten und Klientinnen ab dem 40igsten Lebensjahr sinkt der Anteil derjenigen ohne Schulabschluss auf deutlich unter 20 Prozent.

43) BAG W: Statistikberichte 2007 und 2015.

44) BAG W: Statistikbericht 2015.

45) Ebenda.

46) BAG Wohnungslosenhilfe: Sozialer Arbeitsmarkt und Sozialunternehmen: Voraussetzungen und Anforderungen eines innovativen Förderinstruments für die vom Arbeitsmarkt ausgegrenzten Personen, Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Bielefeld 2013, S. 3, www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/position_arbeit.html (Stand: 19.12.2016)

47) BAG W: Statistikbericht 2015.

48) BAG W: Statistikberichte 2007 bis 2015.

49) Vgl. BAG W: Prinzipien einer normalitätsorientierten gemeindenahen Versorgung älterer und / oder pflegebedürftiger wohnungsloser Männer und Frauen. Eine Empfehlung der BAG Wohnungslosenhilfe, Bielefeld 2013, www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/position_gesundheit.html (Stand: 19.12.2016)

50) Vgl. BAG W: Sicherstellung der medizinischen Versorgung wohnungsloser Männer und Frauen. Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Bielefeld 2003 und BAG W: Auswirkungen zunehmender Kostenbeteiligung und Eigenverantwortung auf die Gesundheitsversorgung wohnungsloser und armer Patienten. Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Bielefeld 2010, www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/position_gesundheit.html (Stand: 19.12.2016)

51) Da im Dokumentationssystem der BAG Wohnungslosenhilfe niedrigschwellige Einrichtungen ohne sozialhilferechtliche Zugangsbeschränkungen untererfasst sind, beziehen sich die Prozentangaben weit überwiegend auf ausländische KlientInnen mit sozialhilferechtlichen Ansprüchen.

52) „München fehlen mehr als 5000 Plätze für Flüchtlinge“, Süddeutsche Zeitung, 13.12.2016.

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