Pressemeldung vom 23.05.2013
Zahlen und Fakten zu Wahlverhalten, politischen Einstellungen und der Repräsentanz in Parteien und Parlamenten belegen, dass die Gruppe der...
Zahlen und Fakten zu Wahlverhalten, politischen Einstellungen und der Repräsentanz in Parteien und Parlamenten belegen, dass die Gruppe der...
Die Studie rechnet zukünftig mit einem erhöhten Pflegebedarf für ältere Migrantinnen und Migranten. Dieser höhere Pflegebedarf wird zum einen mit der demographisch bedingten Zunahme dieser Gruppe und zum anderen mit den gesundheitlichen Belastungen, die diese Gruppe in ihrem Arbeitsleben ausgesetzt war, begründet.
Andere Zentrale Ergebnisse und Handlungsempfehlungen:
Die Vorstellungen der älteren Migranten über ihre pflegerische Versorgung im Alter unterscheiden sich nur unwesentlich von den Vorstellungen älterer Menschen ohne Migrationshintergrund. Ältere Menschen mit Migrationshintergrund erwarten überwiegend Hilfe von ihren Verwandten und Kindern. Es ist aber zunehmend zu beobachten, dass nicht alle älteren Migranten Verwandte in Deutschland haben, die diese Aufgabe übernehmen können und auch wollen.
Insgesamt sind ambulante und stationäre Angebote der Pflege bei älteren Migranten wenig bekannt. Gründe hierfür sind vor allem Sprachprobleme, Vorbehalte gegenüber Pflegeinstitutionen, das Vertrauen auf Pflege durch Kinder und Verwandte, die Unübersichtlichkeit des Pflegesystems sowie das Aufschieben einer möglichen Rückkehroption.
Im Sinne der interkulturellen Öffnung der Pflegeversorgung sind weiterhin verstärkte Bemühungen zur Erleichterung des Zugangs zu Leistungsangeboten, zur Anpassung bestehender Angebote an die besonderen Belange und Bedarfssituationen von pflegebedürftigen Migranten und auch an den künftig zunehmenden Bedarf an professioneller Hilfe und Pflege dieser Bevölkerungsgruppe erforderlich.
Allgemeine Integration von Migrantinnen und Migranten verbessern:
Eine verbesserte allgemeine Integration von Migrantinnen und Migranten und insbesondere die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse können zukünftig helfen, Hürden beim Zugang zu den Versorgungsangeboten des Gesundheits- und Pflegewesens zu überwinden.
Stärkung der Prävention:
Die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bei Migrantinnen und Migranten sollten ausgebaut werden. Als Schwerpunkte legen Studien eine verstärkte Gesundheitsförderung und Prävention im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen und sozialen Belastungen nahe.
Geschlechtsspezifische Angebote etablieren:
Geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen und Verhaltensmuster sind bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund anders ausgeprägt als bei der Population ohne Migrationshintergrund und daher möglichst bei Angeboten von Gesundheitsdiensten und der Pflegeversorgung zu berücksichtigen.
Überwindung von Sprachbarrieren:
Defizite bestehen sowohl in der Kommunikation mit den Pflegebedürftigen als auch in der Verfügbarkeit von Informationsmaterialien. Hier könnte von den zuständigen Akteuren festgelegt werden, für welche Themen ein besonderer fremdsprachlicher Informationsbedarf besteht.
Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung:
Die Einrichtung von Migrationsbeauftragten und die Schulung von Beschäftigten sind geeignete Maßnahmen, um Einrichtungen und Personal besser auf die Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund vorzubereiten.
Verbesserung der Datenlage zur Gesundheit von Migrant/innen:
Eine bessere und einheitlichere Erfassung des Merkmals „Migrationshintergrund“ in Routine-Statistiken der Gesundheits- und Pflegeberichterstattung ist notwendig, um Integrationserfolge und Defizite in gesundheitlicher Hinsicht feststellen zu können
die Studie steht hier zum Herunterladen