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15.05.12

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15.05.12

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14.05.12

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16.02.12 Alter: 90 Tag(e)

Vor Rio+20: Empfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung

Von: Uwe Demuth

Im Vorfeld des Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 legt ein hochrangiges Beratergremium Vorschläge für ein neues globales Entwicklungsmodell vor. Auch der universelle Zugang zu Diensten der Familienplanung wird empfohlen.

 

Im Juni sollen auf dem Weltgipfel in Rio Wege zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Welt gefunden werden. Ein hochrangiges Beratergremium, das vor eineinhalb Jahren von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon berufen wurde, legte nun Ende Januar 2012 mit dem Bericht "Resilient People, Resilient Planet: A Future Worth Choosing" seine Vorschläge vor. Neben dem Generalsekretär besteht das Gremium aus 21 weiteren Mitgliedern, unter anderem der Präsidentin Finnlands, Tarja Halonen, und dem südafrikanische Präsident Jacob Zuma. In seinen Empfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung fordert der Bericht auch den universellen Zugang zu hochwertigen und bezahlbaren Diensten der Familienplanung sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.

Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich bis 2040 von heute sieben auf fast neun Milliarden Menschen wachsen. Im gleichen Zeitraum erwarten die Vereinten Nationen, dass die Zahl der Mittelklasse-Konsumenten um drei Milliarden Menschen wachsen wird und damit die Nachfrage nach ohnehin knappen Ressourcen.

Die globale Wirtschaft ist seit 1992 um 75 Prozent gewachsen. Doch längst nicht alle haben gleichermaßen von der Verbesserung der Lebensbedingungen profitiert: So gibt es heute im Vergleich zur Jahrtausendwende 20 Millionen Menschen mehr, die unterernährt sind. Zugleich hat sich der Druck auf die natürlichen Ressourcen erheblich erhöht: Jedes Jahr geht eine Fläche Wald verloren, die so groß ist wie Costa Rica. 85 Prozent der Fischbestände sind überfischt oder stark dezimiert. Der CO2-Ausstoß ist zwischen 1990 und 2009 um 38 Prozent gewachsen und mit ihm das Risiko eines steigenden Meeresspiegels und extremer Wetterverhältnisse. Hiervon sind die Menschen in den Ländern des Südens besonders betroffen.

2030 werde die Welt 50 Prozent mehr Nahrung, 45 Prozent mehr Energie und 30 Prozent mehr Wasser benötigen als heute. Gleichzeitig begrenzen Umweltveränderungen wie der Klimawandel die Verfügbarkeit wichtiger Ressourcen. Wenn die Menschheit keine Lösungen für diese Probleme finde, so heißt es in dem Bericht, seien bis zu drei Milliarden Menschen von Armut bedroht. Um Nachhaltigkeit zu erreichen, sei ein neues Entwicklungsmodell und eine Transformation der Weltwirtschaft nötig. Finanz- und Kreditsysteme gelte es so umzugestalten, dass nachhaltiges Handeln belohnt wird. Die Regierungen werden aufgefordert, mit internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten und eine "ever-green revolution" auf den Weg bringen, die zu einer Verdoppelung der Ernten bei gleichzeitiger Reduktion des Ressourcenverbrauchs führen könnte.

Der Bericht empfiehlt die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) durch Nachhaltigkeitsziele zu ergänzen und auf dieser Basis einen Rahmen für die Zeit nach dem Auslaufen des Millennium-Entwicklungs-Prozesses 2015 zu entwickeln. Die neuen Entwicklungsziele sollten der ökologischen, der sozialen und der ökonomischen Nachhaltigkeit stärker Rechnung tragen.

Den UN-Bericht

"Resilient People, Resilient Planet: A Future Worth Choosing"

(in englischer Sprache) finden Sie hier >

Quelle: DSW-news 02/2012 und Climate Spectator (UK) vom 31. Januar 2012