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Qualitätsverbesserung in der Weiterbildung durch QM ?

In einer Expertise für die Friedrich-Ebert-Stiftung haben Prof. Käpplinger und Martin Reuter (Justus-Leipzig-Universität Gießen) das (auch) in der Arbeitsförderung und Weiterbildung verbreitete Qualitätsmanagement (QM) kritisch unter die Lupe genommen und nach dem Nutzen für eine tatsächliche Qualitätsverbesserung hinterfragt.

Nach ihrer Ansicht ist der tatsächliche Nutzen des QM für die Weiterbildung bislang so wenig wissenschaftlich untersucht und belegt, dass man „zugespitzt eher von einem Mythos sprechen muss, der weiterhin über die Wirksamkeit der Zertifizierungen auf die tatsächlichen Lehr- und Lernsituationen in der Weiterbildung gepflegt wird“. Die Autoren zeigen auf, dass aufgrund der Anforderungen unterschiedlicher Fördermittelgeber viele Weiterbildungseinrichtungen mehrere Qualifizierungszertifizierungen haben und es einen kosten- und verwaltungsträchtigen Markt der Qualitätszertifizierungen gibt. Vermutet wird, dass QM vor allem auch eine Legitimationsfunktion im Verwaltungshandeln und in der Fördermittelvergabe hat. Die Wissenschaftler empfehlen, Evaluationen zum Nutzen des QM vor allem für die Nutzer/-innen und Kosten-Nutzenanalysen zum QM zu erstellen; derartiges fehlt weitgehend. Neben bürokratischen Entlastungen beim QM und einem Stopp der Mehrfachzertifizierungen müsste es aber v.a. auch darum gehen, eine tatsächliche Qualitätsdiskussion zu führen, die das pädagogische Lehrpersonal und dessen Arbeitsbedingungen in den Mittelpunkt rückt. Verschiedene Studien zeigen aber, dass im Unterschied zum Leitungspersonal und administrativen Personal ausgerechnet Lehrkräfte in die Umsetzung des QM in ihren Einrichtungen am wenigsten einbezogen sind.

Anlage: FESStudie.pdfFESStudie.pdf


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