Fachinformationen Zivilgesellschaft und Engagement

Flüchtlinge in Bangladesch: "Wir haben nichts"

Kuratoriumsvorsitzender von Aktion Deutschland Hilft, Sigmar Gabriel, ruft zu Spenden für Flüchtlinge in Myanmar und Bangladesch auf

BONN, 20. September 2017 – Sie leben in überfüllten Camps oder harren unter freiem Himmel aus. Über 400.000 Menschen flüchteten aus ihrer Heimat Myanmar vor eskalierender Gewalt ins benachbarte Bangladesch. Im Kampfgebiet Rakhine State in Myanmar kann derzeit kaum humanitäre Hilfe geleistet werden.
 
„Es handelt sich hier um eine verheerende humanitäre Katastrophe. Hunderttausende Menschen suchen Schutz und benötigen akut Hilfe. Daher unterstütze ich ausdrücklich den Spendenaufruf von ‚Aktion Deutschland Hilft‘ für die Flüchtlinge in Myanmar und Bangladesch“, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Kuratoriumsvorsitzender des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“. „Die Organisationen des Bündnisses sind in Myanmar und Bangladesch zum Teil seit langer Zeit tätig und können auch unter den erschwerten Bedingungen Hilfe leisten“, urteilt Gabriel. Sie versorgen die Menschen medizinisch, verteilen Nahrungsmittel und stellen Unterkünfte bereit. 80 Prozent der Schutzsuchenden sind Frauen und Kinder. So auch Sahara Begum und ihr ein Monat altes Baby. „Wir haben keinen Platz zum Leben, kein Geld. Wir haben gar nichts“, sagt sie. Ihr Mann wurde während der gewalttätigen Auseinandersetzungen in Myanmar getötet.
 
Der starke Monsunregen in Bangladesch verschärft die Lage: Ohne Dach über dem Kopf sind die Flüchtlinge dem Starkregen schutzlos ausgeliefert. Zudem drohen die ohnehin überfüllten Camps zu überschwemmen. Die Sorge vor Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden könnten, steigt damit täglich.
 
Bildmaterial finden Sie unter: mediathek.aktion-deutschland-hilft.de
 
„Aktion Deutschland Hilft“ ruft zu Spenden für Flüchtlinge in Myanmar und Bangladesch auf.
Stichwort „Rohingya/Myanmar/Bangladesch“
IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)
Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)
Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden
(10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de
 
Hintergrund
Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar (ehemals Birma) gehören die Rohingya zur muslimischen Minderheit und sind seit 1982 Staatenlose. Im August kam es in der Region Rhakine erneut zu Kämpfen zwischen dem Militär und einer Rebellengruppe der Rohingya.
 
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte sprach von Satellitenbildern, die zeigten, wie Dörfer niedergebrannt und fliehende Zivilisten erschossen würden. Mittlerweile hat die Regierung in Myanmar den Flüchtlingen humanitäre Hilfe in Aussicht gestellt. Sowohl in Bangladesch als auch in Myanmar müssen Hilfsorganisationen registriert sein, um humanitäre Hilfe leisten zu können.
 
Die Organisationen stehen dabei auf keiner Seite der Konfliktparteien, sondern helfen unabhängig von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit notleidenden Menschen.
 


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