Regionale Armutsquoten

Datenquellen:
Der Paritätische Gesamtverband
GeoDaten: Geodatenzentrum © GeoBasis-DE / BKG 2016 (Daten verändert) | OpenDataLab.de
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Entwicklung der Armut in den Regionen

Betrachten wir die Armut in Deutschland, greift eine einfache Ost-West-Unterscheidung zu kurz. Das Ranking der Bundesländer nach Armutsquoten macht deutlich, dass die Menschen im Osten weiterhin häufiger von Armut betroffen sind als im Westen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in einigen Regionen des Westens bereits deutlich höhere Armutsquoten zeigen als in Ostdeutschland und diese zudem in den vergangenen zehn Jahren stark angewachsen sind. Schauen wir also noch etwas genauer hin, dann gibt uns die regionale Verteilung der Armut ein deutlich präziseres Bild, wo in Deutschland die Menschen besonders von Armut betroffen sind. Zwischen den Regionen reichte die Spanne der Armutsquote 2018 von 8,5 Prozent im südlichen München bis zu 27,9 Prozent im nördlichen Bremerhaven. Eine schlichte Unterteilung in Nord-Süd ist jedoch ebenso irreführend wie die Ost-West-Unterscheidung. Sowohl im Norden als auch im Osten gibt es Regionen, die hinsichtlich der Armutsquote gut dastehen. Andersherum gilt jedoch leider eine ähnliche Beobachtung: Abgesehen von Baden-Württemberg gibt es in allen Flächenländern mindestens eine Region, deren Armutsquote oberhalb des Bundesdurchschnitts liegt.

Regionen mit einer besonders hohen Armutsquote finden wir aktuell von Bremen und Bremerhaven bis nach Ostfriesland, in Teilen Schleswig-Holsteins, in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen-Anhalt und an Sachsen-Anhalt grenzende Regionen in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen, in Mittelhessen, der Pfalz, im äußersten Westen im Ruhrgebiet und der Region Aachen sowie in den Städten Hannover und Berlin. Wie hat sich nun die Armut in den Regionen im Zeitverlauf entwickelt? In 35 von 95 Regionen ist die Armut zwischen 2008 und 2018 gesunken. Dies betrifft überwiegend ostdeutsche Regionen: Unter den 15 Regionen, in denen die Armut am stärksten zurückgegangen ist, sind 14 ostdeutsche. Anders formuliert: In zwei Drittel aller ostdeutschen Regionen ist die Armut in den letzten zehn Jahren gesunken. Diesen guten Nachrichten aus dem Osten stehen die 60 Regionen entgegen, in denen die Armut seit 2008 gestiegen ist. Mehr noch: In gut einem Viertel aller Regionen ist die Armutsquote in den vergangenen zehn Jahren gleich um mehr als 20 Prozent gestiegen. Sie lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

  1. Die Verfestigten: Die erste Gruppe besteht aus Regionen, in denen die Armutsquote bereits 2008 hoch bis sehr hoch war und seitdem noch einmal stark gestiegen ist. Hierzu gehören mit Emscher-Lippe und Bochum/Hagen zwei Regionen aus dem Ruhrgebiet, wo inzwischen mehr als jede*r Fünfte in Armut lebt. Auch in der Altmark im Norden Sachsen-Anhalts lag die Armutsquote im Jahr 2008 mit 18,4 Prozent bereits sehr hoch, ist jedoch bis 2018 noch einmal auf 22,9 Prozent gestiegen. Schließlich gehört auch die Westpfalz in diese Gruppe, wo nach einem Anstieg um 3,2 Prozentpunkte inzwischen 18,6 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben.
  2. Die Abgestiegenen: In einer Reihe von Regionen sah die Lage 2008 im Vergleich gar nicht so schlecht aus. Nach einer insgesamt schlechten Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren leben nun aber mehr Menschen unterhalb der Armutsgrenze als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist. Hierzu gehören die Rheinpfalz mit dem angrenzenden Südhessen, Mittelhessen mit der Region Siegen, das westliche Ruhrgebiet mit der angrenzenden Region um Düsseldorf und Köln, das nördliche und südwestliche Schleswig-Holstein sowie die ostbayerische Region von Straubing bis Passau.
  3. Die zu Beobachtenden: In die letzte Kategorie fallen Regionen, die 2008 hinsichtlich der Armutsquote vergleichsweise gut bis sehr gut abschnitten und die auch 2018 noch unterdurchschnittliche Armutsquoten aufweisen, wo jedoch ein starkes Wachstum der Armutsquote zu beobachten ist. Hier gilt es vor allem, die weitere Entwicklung im Blick zu haben und frühzeitig gegenzusteuern. Dies gilt unter anderem für Regionen im Schwarzwald, für das Allgäu, die Rhein-Main-Region, Bonn und Umland, die Region von Steinfurt über Münster bis nach Soest und in den Hochsauerlandkreis und schließlich das Hamburg umschließende südliche Schleswig-Holstein. Hat sich die Republik angesichts des Abbaus der Armut im Osten und des Zuwachses in Regionen im Norden, (Süd)Westen und teilweise auch im Süden also auseinanderentwickelt? Die Antwort ist zweigeteilt: Einerseits ist der Abstand zwischen der ärmsten und der am wenigsten armen Region im Vergleich zu 2008 gestiegen, und zwar von 17,7 auf 19,4 Prozent. Andererseits haben die Unterschiede zwischen den Regionen bis 2015 stark zugenommen, sind seitdem jedoch wieder rückläufig. 2015 betrug der Unterschied zwischen Bremerhaven (Armutsquote von 33,4 Prozent) und München (8,1 Prozent) mehr als 25 Prozentpunkte.

Regionen mit auffälliger Armutsentwicklung

Auf sechs Regionen soll ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. Es sind Gebiete, die in der Gesamtbetrachtung als besonders problematisch angesehen werden müssen. Sie sind durch eine überdurchschnittlich hohe Armutsquote und eine besonders schlechte Armutsentwicklung im vergangenen Jahrzehnt gekennzeichnet. Diese gehören zu den Regionen, die im vorangegangenen Kapitel als die Verfestigten und die Abgestiegenen identifiziert wurden.

Ruhrgebiet

Großraum Köln/Düsseldorf

Nord-, Mittel- und Osthessen

Pfalz

Altmark

Schleswig-Holstein ohne Hamburger Umland

So funktioniert die regionale Suche

Entweder

Sie geben in den Eingabefeldern eine Postleitzahl oder eine Stadt ein. Nach der Suche werden Ihnen die möglichen Treffer angezeigt. Auch wenn es nur einen Ort als Treffer gibt: nach Auswahl eines Treffers wird Ihnen unterhalb der Karte die Entwicklung der Armutsquote in der gewählten Region angezeigt.

Oder

Sie klicken in der Karte auf das gewünschte Bundesland, dann auf die gewünschte Region.
Jedesmal, wenn Sie in dem gewählten Bundesland eine neue Region anklicken, wird Ihnen unterhalb der Karte die Entwicklung der Armutsqoute in der gewählten Region angezeigt.

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