RECHT AUF TEILHABE

"Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet", hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die AEMR verkündet und postuliert: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied." Es geht demnach darum, für alle Menschen gleiche Chancen der Teilhabe in Bildung und Wissenschaft, in Wirtschaft und Arbeit, in Gesellschaft und Kultur zu gewährleisten.

Doch weltweit und in Deutschland wird ein wachsender Teil der Bevölkerung von einer aktiven Teilhabe am politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ursachen dafür sind häufig Armut, psychische Erkrankungen, Alter, Migrationshintergrund sowie eine Behinderung oder Beeinträchtigung.

In der UN-Kinderrechtskonvention aus dem Jahr 1998 und in der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2008 wurden das Recht auf Inklusion festgeschrieben und konkrete Ziele und Maßnahmen formuliert. Wenn auch die UN-Kinderrechtskonvention und die UN-Behindertenrechtskonvention insbesondere auf die Rechte besonderer Gruppen von Menschen ausgerichtet sind, so ist Inklusion keine alleinige Maßnahme für Kinder und Menschen mit Behinderung. Es geht darum, für alle Menschen gleiche Chancen der Teilhabe in Bildung und Wissenschaft, in Wirtschaft und Arbeit, in Gesellschaft und Kultur zu gewährleisten.

Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Menschen mit einer Behinderung bewusst aus politischen Entscheidungsprozessen herausgehalten werden. Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn arme Menschen nicht am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können, da die Kinokarte oder der Cafébesuch finanziell nicht zu stemmen sind. Es ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Kinder aus armen Familien nicht an der Klassenfahrt teilnehmen können.

Von einer aktiven Teilhabe am politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Gemeinschaft ausgeschlossen zu sein, gefährdet die Demokratie und das Vertrauen in unseren Sozialstaat. Es gefährdet die physische und psychische Gesundheit von Menschen und den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt.

Um dem entgegenzuwirken, braucht es eine Wertschätzung von Menschen, die ihre Lebenslage nicht aus eigener Kraft stabilisieren können und eine verstärkte Konzentration auf diejenigen, die sich dauerhaft in einer von Ausgrenzung gekennzeichneten Lebenslage befinden. Denn jeder Mensch hat das Recht darauf, dabei zu sein.

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