Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen (FdM)

Eine Reihe paritätische Migrantenorganisationen setzte sich 2007 zusammen um ein Plattform zu schaffen um die Interessen dieser Organisationen zu stärken und zu repräsentieren. Das sogenannte Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen (FdM), ein Forum für über 200 Organisationen bundesweit wurde geboren.

Seit 2007, hat sich das Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen unter anderem für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Arbeit der Migrantenorganisationen engagiert. Zwei Ziele stehen in Vordergrund, zu einem geht es um die Professionalisierung der Arbeit der Organisationen und zum zweiten um ihre Förderung jenseits von projektgebundene Aktivitäten.

Zum ersten Ziel: Seit 2009 bietet der Paritätische Gesamtverband Qualifizierungsmaßnahmen für Migrantenorganisationen. Drei Ziele stehen im Vordergrund: die Verbesserung der Angebote von Migrantenorganisationen, die Unterstützung beim Aufbau interner Strukturen in den Organisationen und die Stärkung der politischen Partizipation.

Zum zweiten: Auf Initiative des Forums der Migrantinnen und Migrantinnen im Paritätischen wurde unter der Kofinanzierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge das Projekt „Strukturelle Förderung von Migrantenorganisationen“ von 2010 bis 2011 eingerichtet. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von acht bundesweit tätigen Migrantenorganisationen, erarbeitete – gemeinsam mit den zuständigen Ministerien und anderen Akteuren der Integrationsarbeit auf Bundes- und Landesebene – Vorschläge für eine strukturelle Förderung von Migrantendachorganisationen. Diese intensive Auseinandersetzung mit der Arbeit und Aufgaben von bundesweit tätigen Migrantenorganisationen hat es ermöglicht, dass wir seit vier Jahren eine erste Phase der Strukturförderung von Migrantenorganisationen gefördert wird.

Migrantenorganisationen standen vor einiger nicht sehr weit in der Vergangenheit liegende Zeit unter dem Generalverdacht, es handle sich bei ihrer Aktivitäten und Engagement um integrationsfeindliche Maßnahmen und sie würden eine „Parallelgesellschaft“ bilden. Spätestens seit der Einrichtung des jährlich stattfindenden Integrationsgipfels hat sich dieser Sicht zum Guten verändert. Sachlichkeit fand in dieser Debatte glücklicherweise durch Dialog einen Zugang. Migrantenorganisationen werden als Ansprechpartnern für viele Fragen der sozialen Arbeit insbesondere mit und für Zuwanderer wahrgenommen.

Migrantenorganisationen sind aber auch politische Akteure. Sie beteiligen sich an der Gestaltung der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Menschen, die sich in Migrantenorganisationen engagieren sitzen vermehrt in verschiedeneren Gremien, und dies nicht nur in den klassischen integrationspolitischen, sondern auch in anderen Bereichen. Sie wirken in verschiedene Fachtagungen mit, geben Expertise weiter und gestalten die Diskussion über die Einwanderung und Integration in Deutschland mit.

Darüber hinaus agieren diese Organisationen als Dienstleister in alle Bereiche der sozialen Arbeit. Sie gestalten zunehmend soziale Projekte und sind Träger von sozialen Regelangeboten geworden. Träger von Kindertagesstätte, Jugendsozialarbeit, Jugendhilfe, Gesundheitsförderung, Maßnahmen zur Integration in der Arbeitsmarkt, Integrationskurse und verschiedene Beratungsangeboten sin einige der Dienste dieser Organisationen.

Migrantenorganisationen fördern das bürgerschaftlichem Engagement. Die Mehrzahl ihrer Aktivitäten wird durch den ehrenamtlichen Einsatz von Migranten durchgeführt - vor allem auf lokaler Ebene. Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Behördengängen, Freizeitgestaltung und Sport sowie interkulturelle Aktivitäten sind die Hauptbereiche des Engagements von diesen Menschen. Die von ehrenamtlich engagierten Personen mit einer Zuwanderungsgeschichte durchgeführten Aktivitäten haben eine große Auswirkung auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und bieten ihnen die Möglichkeit, ihre Probleme und Anliegen zeitnah und kulturell sensibel zu lösen. Das wird eindrucksvoll in der Unterstützung der Menschen, die bei uns Zuflucht gesucht haben. Migrantenorganisationen waren und sind an der vorderste Stelle, wenn es darum geht, diese Menschen bei der Orientierung in der hiesigen Gesellschaft zu finden.       

Allerdings werden immer noch nicht die Aktivitäten von Migrantenorganisationen ausreichend gefördert. Viele der bestehenden Förderinstrumente sind nicht auf die Realität dieser Organisationen angepasst. Sie wurden sehr lange aus der Förderung faktisch ausgeschlossen, deswegen könnten sie nicht in gleiche Maße wie andere Trägern Strukturen aufbauen und Rücklagen bilden. Ferner deckt die Förderung kurze Projektlaufzeiten ab, das Erlaubt nur eine kurzfristige Planung, was sich auf das Niveau der Verfestigung von Strukturen innerhalb der Organisationen langfristig auswirkt.

Außerdem, obwohl die Tatsache der erhöhten Wahrnehmung der Organisationen auf politische Ebene erfreulich ist, stoßen Migrantenorganisationen jedoch auf ihre Grenzen. Ist richtig, dass sie Teil einer erfolgreichen Integrationspolitik sind, es müssen aber genauso den Strukturellen Rahmenbedingungen stärker in den Blick genommen werden. Das Bildungsbereich illustriert die Problematik: selbstorganisierte Elternabende bzw. Hausaufgabenhilfe auf ehrenamtlicher Basis können langfristig nicht die Versäumnisse der Bildungspolitik beheben. Vielmehr sollen die Organisationen der Migrantinnen und Migranten als Partner und Experte agieren, dafür brauchen sie aber die Strukturen, die notwendig sind um langfristig und fundiert an der politischen Auseinandersetzung teilnehmen zu können.  

Kontakt

Sergio Andrés Cortés Núñez
Referent für Migrationssozialarbeit
Der Paritätische Gesamtverband
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Telefon: 030 24636-437
Mobil: 0173 148 21 21
E-Mail: mig@paritaet.org

Aktuelles

Offener Brief an Thomas de Maizière: Migrantenorganisationen im Paritätischen kritisieren Thesen zur deutschen Leitkultur 

In einem offenen Brief kritisieren mehr als 200 Migrantenorganisationen Thomas de Maizières Thesen zu einer deutschen Leitkultur. Der Zehn-Punkte-Katalog des Innenministers sei eher geeignet „die Gesellschaft zu spalten, als zusammen zu führen“, schreiben die Organisationen, die sich im Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen zusammenschließen.

Opens external link in new windowWeiterlesen....

10 Jahre Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen Jubiläumsfeier in Berlin

Am 18. Mai 2017 feiert das Forum der Migrantinnen und Migranten sein 10-jähriges Bestehen in der Landesvertretung des Landes NRW in Berlin.

Das Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen entstand 2007 als ein Zusammenschluss verschiedener paritätischer Migrantenorganisationen. Ziel damals war und ist heute noch, durch unsere Arbeit die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern und den lokalen Migrantenorganisationen auf Bundesebene eine Stimme zu geben.

Opens external link in new windowWeiterlesen....

IMPULSPAPIER DER MIGRANT*INNEN- OROR-GANISATIONEN ZUR TEILHABE IN DER EIN-WANDERUNGSGESELLSCHAFT - Wie interkulturelle Öffnung jetzt gelingen kann!

In Rahmen des 9. Integrationsgipfels aben sich mehr als 50 bundesweit aktive Migrantenorganisationen zusammengeschlossen, um die interkulturelle Öffnung von Institutionen und Organisationen zu fordern, darunter auch das Forum der Migrantinnen und Migranten. Sie haben konkrete Vorschläge formuliert, wie das erreicht werden kann.

Opens external link in new windowWeiterlesen....

 

 

Geschäftsordnung

S
U
B
M
E
N
Ü