Fakten gegen Vorurteile!

Der Islam gehört nicht zu Deutschland.

Falsch, denn:

  • Der Islam gehört zur deutschen Gesellschaft genau wie andere Religionen oder Menschen, die keiner Religion angehören.
  • Vorurteile und Islamfeindlichkeit verhindern ein friedliches Zusammenleben zwischen verschiedenen Menschen.
  • Terrorismus ist kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem.

Fakten und Argumente:

Der Islam gehört zur deutschen Gesellschaft genau wie andere Religionen oder Menschen, die keiner Religion angehören.

Genau wie das Judentum, das Christentum und der Buddhismus gehört auch der Islam zur deutschen Gesellschaft. Neben Synagogen und Kirchen gibt es Moscheen oder buddhistische Tempel. Die religiose Vielfalt ist ein Merkmal von modernen Gesellschaften und eine alltägliche Realität. Die Menschen, die die Augen angesichts dieser Realität verschließen, verpassen den Anschluss an die Modernität. Es ist unmöglich über „den Islam“ zu reden, denn wie bei allen anderen Religionen gibt es auch beim Islam verschiedene Strömungen und Glaubensausprägungen. Der Islam gehörte immer zur europäischen Kultur und prägt sie immer noch.

Vorurteile und Islamfeindlichkeit verhindern ein friedliches Zusammenleben zwischen verschiedenen Menschen.

Wenn die Zugehörigkeit des Islam zu Deutschland in Frage gestellt wird, stecken dahinter vielmehr Vorbehalte und Vorurteile gegen die Menschen, die diese Religion praktizieren. In den letzten Jahren ist die Islamfeindlichkeit angestiegen. Pegida-Anhänger/-innen propagieren ein Bedrohungsszenario einer angeblichen „Islamisierung des Abendlandes“ und auch die Berichterstattung zeichnet häufig ein einseitiges Bild des Islam – und das bereits seit 9/11. Oft entstehen daraus Ängste und Ablehnungen, die sich – oftmals ohne direkten persönlichen Kontakt zu haben –  im Alltag auch gegen Menschen muslimischen Glaubens richten. Aktuell wird die Angst vor einer vermeintlichen „Islamisierung“ auch im Zusammenhang mit steigenden Zahlen an Zuwanderung auf Geflüchtete projiziert. Diese Bedrohungsszenarien verhindern den Dialog und treiben einen Keil zwischen verschiedene Bevölkerungsgruppen.

Terrorismus ist kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem.

Terrorismus ist kein typisch muslimisches, sondern ein weltweites Problem. In der öffentlichen Meinung wird häufig die Angst vor islamistischen Terror, der vorgibt, islamisch zu sein, mit der Weltreligion Islam gleichgesetzt. Doch der gewaltbereite Terror ist auch in der islamischen Welt eine moderne Erscheinung. Dass auch die christliche Vergangenheit in Europa von Fanatismus, Kriegen und Gewalttaten geprägt ist, wird häufig verdrängt und nicht im Widerspruch zur christlichen Nächstenliebe gesehen. Terroristische Anschläge seitens der Neonazis genießen nicht die mediale Aufmerksamkeit, wie andere Anschläge von radikalen Islamisten. Es wird suggeriert, dass die nicht muslimische Welt am meisten zu befürchten hat, es ist jedoch so, dass die meisten Opfer von terroristischen Anschlägen mit einem vermeintlichen islamischen Hintergrund selbst Muslime waren, allein in Irak zwischen 2010 und 2015 gab es mehr als 52.000 Opfer von terroristischen Anschlägen.

Zur Vertiefung:

Decker, Oliver; Johannes Kiess, Elmar Brähler (2016): Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland. 

Mediendienst Integration (2016): Journalisten-Handbuch zum Thema Islam.


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