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Studie zu Suchtmittelkonsum und suchtbezogenen Problemlagen von Kindern und Jugendlichen in der stationären Jugendhilfe

Fachinfo
Erstellt von Gabriele Sauermann

Die Ergebnisse zum Suchtmittelkonsum der Kinder und Jugendlichen in den stationären Jugendhilfeeinrichtungen des LWL sind insbesondere mit Blick auf das Rauchen, den Cannabis-Konsum, die Gewalterfahrungen und die psychischen Probleme auffällig.

Herausgeber der Untersuchung "Suchtmittelkonsum und suchtbezogene Problemlagen von Kindern und Jugendlichen in stationärer Jugendhilfe" ist die LWL-Koordinierungsstelle Sucht. Während epidemiologische Studien und regelhafte Repräsentativbefragungen das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen allgemein gut aufklären, besteht hinsichtlich des Umfangs von Suchtmittelkonsum und suchtbezogenen Verhaltensweisen und Problemen in der Kinder- und Jugendhilfe eine deutliche Forschungslücke. Im Rahmen der Untersuchung wurden Kinder und Jugendliche in Jugendhilfeeinrichtungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zu ihrem Suchtmittelkonsum befragt. Zeitgleich wurden die Fachkräfte in den Einrichtungen schriftlich befragt.

Ergebnisse Kinder und Jugendliche

Die Ergebnisse zum Suchtmittelkonsum der Kinder und Jugendlichen in den stationären Jugendhilfeeinrichtungen des LWL sind insbesondere mit Blick auf das Rauchen, den Cannabis-Konsum, die Gewalterfahrungen und die psychischen Probleme auffällig. Mehrere Studien in den letzten Jahren weisen darauf hin, dass sich die Konsummuster von Mädchen und Jungen zunehmend angleichen. Signifikant hoch ist der Anteil bei den hier untersuchten Mädchen, insbesondere beim Rauchen und Alkoholkonsum:

Mit 41 % der befragten Mädchen rauchen doppelt so viele Mädchen wie Jungen (19,1 %) täglich (BZgA: 5,2 % der Mädchen und 4,5 % der Jungen rauchen täglich). Zudem trinken die Mädchen in den Jugendheimen öfter regelmäßig (13,6 % vs. 9,9 %) und exzessiv (15,9 % vs. 10,5) als die gleichaltrige weibliche Bevölkerung.

69,2 % der Jugendlichen berichten von Gewalterfahrungen, dabei waren die Mädchen öfter Opfer von Gewalt innerhalb und die Jungen von Gewalt außerhalb der Familie.

58,2 % der Befragten haben auch schon selbst Gewalt ausgeübt, davon die Hälfte auch in den letzten vier Wochen vor den Interviews. 38,3 % der Jungen und 20,5 % der Mädchen waren schon einmal wegen Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Gewaltdelikten, Sachbeschädigung u. a. mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Empfehlungen:

    • Jugendhilfe braucht Informationen zu Präventions- und Frühinterventionsmöglichkeiten und über Suchtpräventions-und Suchthilfeangebote in der Region und deren Arbeitsweisen – inkl. Kontaktdaten
    • Möglichkeiten der Begegnung von Jugendhilfe- und Suchthilfe-Beschäftigten schaffen, z. B. durch Hospitationen, Einrichtung von Arbeitskreisen, Durchführung gemeinsamer Projekt- oder Fachtage mit Kooperationspartnern aus Suchtprävention, Suchthilfe sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Netzwerkbildung
    • Erarbeitung eines Stufenmodells der bereichsübergreifend organisierten Intervention für Fälle mit Suchtgefährdung oder Sucht durch Fachkräfte aus Jugend- und Suchthilfe
    • Implementierung anonymer Fallberatungen und von kollegialer Beratung und Co-Beratung
    • Schriftliche Kooperationsvereinbarungen


Anlage: Studie LWL
Suchtmittelkonsum in der stationären Jugendhilfe_Studie_FOGS.pdfSuchtmittelkonsum in der stationären Jugendhilfe_Studie_FOGS.pdf

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