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Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt kommt voran, aber es gibt noch viel zu tun

Das IAB hat die Ergebnisse der zweiten Welle einer Längsschnittbefragung von Geflüchteten vorgelegt, mit der untersucht worden ist, wie die Integration auf dem Arbeitsmarkt vorangegangen ist.

Ausgewählte Ergebnisse:
· 27 Prozent der geflüchteten Männer , aber nur 6 Prozent der geflüchteten Frauen waren zum Befragungszeitpunkt im zweiten Halbjahr 2017 erwerbstätig. Die Forscher schätzen, dass der Anteil der erwerbstätigen Personen bis Oktober 2018 auf 35 Prozent gestiegen ist. Die Arbeitsmarktintegration ist damit etwas schneller vorangegangen, als dies bei früherer Flüchtlingszuwanderung der Fall war.
· Während einerseits v.a. Akadamiker häufig keine qualifikationsadäquate Beschäftigung finden, werden andererseits erhebliche Teile der Geflüchteten, die über keine formellen Berufsabschlüsse verfügen, als Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt eingesetzt. Insgesamt aber üben die Geflüchteten in Deutschland häufig Tätigkeiten aus, die geringere Anforderungen an die formell oder informell erworbenen Kompetenzen stellen als die Tätigkeiten, die sie in ihren Heimatländern ausgeübt haben. Die mittleren Verdienste der vollzeitbeschäftigten Geflüchteten liegen bei rund 55 Prozent der mittleren Verdienste der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland.
·Die Möglichkeiten der Sprachförderung sind noch nicht ausgeschöpft. Rund die Hälfte der Geflüchteten hat im zweiten Halbjahr 2017 an dem wichtigsten Sprachprogramm der Bundesregierung, den Integrationskursen, teilgenommen oder diese abgeschlossen, die andere Hälfte aber noch nicht.
Die Forscher stellen einen erheblichen Bedarf in der –auch berufsbezogenen - Sprachförderung insgesamt und für spezifische Gruppen, insbesondere für Frauen mit Kindern, fest. Denn gegenwärtig spricht rund ein Drittel der Geflüchteten gut oder sehr gut Deutsch, ein Drittel verfügt über ein mittleres Sprachniveau und das verbleibende Drittel über gar keine oder schlechte Deutschkenntnisse.
·Zum Befragungszeitpunkt im zweiten Halbjahr 2017 hatten 10 Prozent der seit 2013 zugezogenen Geflüchteten in Deutschland eine Schule besucht, eine berufliche Ausbildung oder ein Studium begonnen oder bereits abgeschlossen. Hier zeigt sich ebenfalls ein großer Handlungsbedarf angesichts des großen Nachholbedarfs insbesondere bei beruflichen Abschlüssen und hoher Bildungsaspirationen, so die Forscher.

Zur Studie: www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k190122v01
zum Interview mit den Forschern: www.iab-forum.de/die-arbeitsmarktintegration-von-gefluechteten-laeuft-besser-als-erwartet-nachgefragt-bei-herbert-bruecker-und-yuliya-kosyakova/


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