Expertise: Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus

Die Leistungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche sind in ihrer Höhe unzureichend und in der bestehenden Form schlicht nicht geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen, Teilhabe zu ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit sicherzustellen. Das geht aus einer Expertise der Paritätischen Forschungsstelle hervor.

Vor nunmehr acht Jahren hat die Bundesregierung das Bildungs- und Teilhabepaket mit dem Ziel eingeführt, das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern und Jugendlichen in Haushalten, die Transferleistungen beziehen, abzusichern. Teil des Bildungs- und Teilhabepakets sind die sogenannten Teilhabeleistungen – über deren Wirkung jedoch wenig bekannt ist. Die Paritätische Forschungsstelle legt mit ihrer jährlichen Expertise „Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus“ empirische Befunde zu den Teilhabeleistungen für die Altersgruppe der 6 bis 15-jährigen im SGB II vor. Zum zweiten Mal in Folge wird deutlich, dass mindestens 85 Prozent der grundsätzlich Leistungsberechtigten nicht von dieser Leistung profitieren.

Die vorliegende Expertise belegt erneut, dass die Inanspruchnahme des Teilhabeleistungen viel zu gering ist. Ein breites Infrastrukturangebot vor Ort und ein unbürokratisches, nicht-stigmatisierendes Antragsverfahren sind dagegen zwei Faktoren, mit denen die Inanspruchnahme deutlich verbessert werden kann. Gemeinsame mit vielen seiner Mitgliedsorganisationen hat der Paritätische deshalb bereits in den vergangenen Jahren dafür geworben, die Förderung von Teilhabe künftig nicht mehr durch die Jobcenter, sondern durch die örtlichen Jugendämter zu organisieren und dazu einen individuellen Rechtsanspruch auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilferecht zu formulieren.


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