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Hartz IV-Sanktionen auf Rekordhoch: Paritätischer fordert Abschaffung

Pressemitteilung
Erstellt von Gwendolyn Stilling

Pressemeldung vom 17.01.2018

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert die Zunahme der Sanktionen für Bezieherinnen und Bezieher von Hartz IV und fordert eine Abschaffung des Instruments, das Betroffene häufig in existenzielle Notlagen zwinge.

„Hinter jeder dieser Strafmaßnahmen steckt ein Einzelschicksal. Menschen, die ohnehin am Existenzminimum leben, werden dadurch noch weiter in die Not gedrängt. Sanktionen sind keine pädagogischen Antworten, sondern lediglich Drangsalierung und häufig Ausdruck sozialer Ignoranz“ erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert die ersatzlose Streichung von Hartz IV-Sanktionen und verweist auf deren Folgen, bis hin zu Obdachlosigkeit. Das Instrument der Sanktionen sei verfassungsrechtlich höchst zweifelhaft und in keiner Weise zielführend.

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gab es in den ersten neun Monaten des letzten Jahres 718.803 ausgesprochene Kürzungen oder gleich Streichungen der Regelleistungen, was ein Plus von zwei Prozent oder 14.410 Sanktionen mehr bedeutet. Einen starken Anstieg gab es im September 2017 zu verzeichnen. Die durchschnittliche Leistungskürzung betrug 108 Euro.

Ulrich Schneider warnt vor Pauschalurteilen gegen Menschen, die Transfer-Leistungen erhalten: „Der überwiegende Teil der Sanktionen geht auf Banalitäten wie Terminversäumnisse zurück. Das ist überzogen und absolut unverhältnismäßig.“

Programmhinweis: Über das Thema Sanktionen berichtet MDR "exakt – die Story" heute Abend um 20:45 Uhr. Im Gespräch dort auch Tina Hoffmann, Arbeitsmarktexpertin beim Paritätischen Gesamtverband.

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Unser aktuelles Verbandsmagazin: Ankommen und Willkommen

Flucht und Migration ist Teil der Menschheitsgeschichte. Seitdem es Menschen gibt, sind sie mobil und wechseln mal freiwillig, mal unfreiwillig ihren Wohnort. Und Menschen, die in einer fremden Umgebung ankommen, benötigen oft Hilfe bei den ersten Schritten und der Orientierung, sei es bei der Wohnungssuche, Behördengängen, dem Erlernen der Landessprache oder einfach mit einem offenen Ohr für Probleme.

Und hier kommt die Wohlfahrt ins Spiel. Hunderte unserer Mitgliedsorganisationen helfen Migrant*innen und Geflüchteten bei der Ankunft in Deutschland. Viele von ihnen sind selbst von Migrant*innen gegründet worden, die Wert darauf legen, für sich selbst zu sprechen und sich selbst zu organisieren.

Es ist Teil unseres Paritätischen Selbstverständnisses, für alle Menschen unabhängig von Hautfarbe und Herkunft da zu sein. In Zeiten zunehmender Fremdenfeindlichkeit wird das immer schwieriger, aber wir erleben auch, wie wichtig unsere Arbeit ist und wieviel sie bewirken kann.

Davon handelt das neues Mitgliedermagazin. Wir sprachen mit Menschen und Organisationen, die jeden Tag mit viel Engagement Menschen helfen, in Deutschland anzukommen und Fuß zu fassen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

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