„Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung“

"Demokratie ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss“, so hat es Oskar Negt einmal formuliert. Demokratie lebt von der Bereitschaft aller, politische Verantwortung für das Wohlergehen der Mitmenschen zu übernehmen. Dazu braucht es informierte, mündige und demokratisch gebildete Bürger*innen. Damit das funktioniert, muss schon auf der kleinsten Ebene, nämlich im alltäglichen Miteinander, demokratisches Verhalten gelebt und gelernt werden. Wer in einem Umfeld aufwächst, in dem demokratische Werte wie Fairness, Solidarität, Toleranz, Freiheit und die Annahme von Vielfalt im individuellen Miteinander gelebt werden, wird sich auch später mit den gleichen Werten einbringen. Wie wichtig diese Werte für eine immer vielfältiger werdende Gesellschaft sind, wird vor dem Hintergrund einer erkennbaren Zunahme von Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus und deren Salonfähigkeit deutlich. Die deutsche Geschichte hat gezeigt, wie sehr Erziehung und Bildung die Wertvorstellungen von Menschen beeinflussen können.

Die Kindertagesbetreuung bietet Erprobungsräume für demokratisches Verhalten

Demokratie als Lebens-, Gesellschafts- und Regierungsform muss in jeder Generation und von allen Bürger*innen wieder neu gelernt werden. Dieser Lernprozess kann und darf nicht erst mit der Volljährigkeit beginnen. Darum ist es wichtig, dass pädagogische Institutionen wie die Kindertagesbetreuung neben der Familie zur Demokratieerziehung und -bildung beitragen. Sie gelten als erste Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsinstitution und haben dadurch eine besondere Verantwortung. Für Fachkräfte der Kindertagesbetreuungsangebote ist die Partizipation und die Berücksichtigung der Kinderrechte keine Aufgabe, die freiwillig oder zusätzlich ist: Sie ist der Kern ihrer frühpädagogischen Arbeit. Sie sind gesetzlich verpflichtet, ihre pädagogische Arbeit demokratisch zu gestalten (UN-Kinderrechtkonvention; § 8 und § 45 des SGB VIII).

Mit dem Projekt  „Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung“ will der Paritätische Gesamtverband deshalb die Demokratiebildung von Kitakindern fördern. Dazu werden in dem Projekt Veranstaltungen durchgeführt und Materialien entwickelt, die die Fachkräfte in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern, in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern und in der Arbeit im Team unterstützen und stärken. Dazu zählenÖffnet internen Link im aktuellen Fenster Erklär- und Einführungsvideos, Öffnet internen Link im aktuellen FensterArbeitshilfen und E-Learning-Angebote, die künftig auf dieser Internetseite zu finden sein werden.

Das Projekt ist Teil des Kooperationsprojekts „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“, zu dem Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterfolgend mehr erfahren. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert.

Zum Projekt des Paritätischen Gesamtverbandes gehört das Projekt "Demokratie und Partizipation von Anfang an" des Öffnet externen Link in neuem FensterBundesverbandes für Kindertagespflege. Es richtet sich vor allem an Kindertagespflegepersonen und Fachberater*innen.

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