Ergänzende unabhängige Beratung

Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (§ 32 SGB IX) wurde mit dem BTHG neu eingeführt. Es ist Anliegen des Gesetzes, den Leistungsberechtigten zumindest verfahrensrechtlich eine Wahrnehmung ihrer Rechte auf Augenhöhe durch die Normierung von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängiger Beratungsstellen zu ermöglichen. Das ergänzende Beratungsangebot erstreckt sich auf die Information und Beratung über Rehabilitations- und Teilhabeleistungen nach dem SGB IX. Es soll möglichst auch eine Beratung von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung geben. Diese Beratungsstellen haben sowohl für den Leistungsberechtigten und die Leistungserbringer erhebliche Vorteile, da sie unabhängig sind und ihre Stellungnahmen dadurch mehr Gewicht haben. Zudem können sie zu einer tatsächlich deutlich stärkeren Unabhängigkeit der Leistungsberechtigten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte sowohl gegenüber den Leistungsträgern als auch den Leistungserbringern führen. Diese Möglichkeit der interessenneutralen Wahrnehmung der eigenen Rechte ist im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.

 

Umsetzung

Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung wird seit 01.01.2018 mit Mitteln des Bundes regional umgesetzt. In der ersten Förderphase werden 400  Beratungsstellen (EUTB) bewilligt. In der zweiten Förderphase sollen nochmals 120 Beratungsstellen eine Zusage erhalten. Das wären dann insgesamt 520 EUTB. Bewilligt wurden nach Aussagen der  Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) überwiegend Teilzeitstellen mit einem Stellenanteil in der Größenordnung von  0,5 – 0,7 Vollzeitkräfte. Das bedeutet, dass bundesweit knapp 1000 Berater/-innen tätig werden.

Auf der Homepage der gsub können die bereits bewilligten Beratungsstellen eingesehen werden. Die Suchhilfe (Postleitzahl/Ort) ist sehr hilfreich. Eine zielgruppenspezifische Suchfunktion ist jedoch nicht möglich. Die Zielgruppenspezifik ist erst auf der Homepage der jeweiligen Beratungsstelle erkennbar. Auf Nachfrage bei der gsub, ob eine zielgruppenspezifische Suche vorgesehen sei, erhielten wir die Auskunft: „Die zielgruppenspezifische Suche ist nicht vorgesehen, da die EUTB nach dem Motto „Eine für alle“ gut vernetzt zu allen Fragen zur Teilhabe niedrigschwellig Beratung und Auskunft geben sollen.“  Das setzt jedoch voraus, dass sich die Beratungsstellen vor Ort kennen und vernetzen, damit bei Bedarf eine sachgerechte Vermittlung möglich wird.

Evaluation

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Prognos AG und das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH mit der Evaluation der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) beauftragt. Frau Prof. Dr. Gudrun Wansing vom Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin ergänzt das Evaluationsteam mit ihrer fachwissenschaftlichen Expertise. Die Untersuchung ist für einen Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen und startete im Januar dieses Jahres.

Die Evaluation befasst sich u. a. mit den Konzepten der EUTB, der Inanspruchnahme durch unterschiedliche Zielgruppen, der Wirkung bei den Ratsuchenden und der besonderen Wirkung der Peer Counseling-Angebote.

Der erste Teil der Evaluation wird eine Bestandsaufnahme umfassen. In einem zweiten Teilaspekt soll die Einführungsphase untersucht werden (Strukturen, Arbeitsweise und Wirkung der Fachstelle). Der dritte Aspekt befasst sich mit der Wirkung, die die EUTB auf verschiedenen Ebenen erreicht. In einem vierten Baustein soll die Inanspruchnahme der EUTB beleuchtet werden.

Parallel dazu soll ein Expertenbeirat, der voraussichtlich im September/Oktober dieses Jahres tagen soll, und ein wissenschaftliches Expertengremium eingerichtet werden.

Weitere Informationen können unter folgendem Öffnet externen Link in neuem FensterLink eingesehen werden.

Datenschutz

Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) und der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) haben das "Datenschutzhandbuch - Erklärungen und Verfahrensanweisungen für die Beratungsstellen des Netzwerks unabhängige Beratung" erstellt. Es dient der Etablierung und Sicherung des Datenschutzes in den ergänzenden und unabhängigen Teilhabeberatungsstellen. Das Handbuch richtet sich an die Beratenden und die Ratsuchenden der Beratungsstelle.
Leitet Herunterladen der Datei einHier können Sie das Handbuch downloaden.

 

BUND

FTB - Fachstelle Teilhabeberatung

Finanzielle Förderung - Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub)

Länder

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