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Projekt zur Digitalen Kommunikation

#GleichImNetz

Smartphone auf einem einem Tisch: Auf dem Bildschirm steht groß "Hello"
Tyler Lastovich/Unsplash
Wie können wir sozialen Organisationen zu mehr Internetpräsenz verhelfen? Wie können wir den Menschen, für die wir uns als freie Wohlfahrtspflege täglich einsetzen, auch online Gehör verschaffen? Wie können wir soziale Werte in Online-Debatten am geschicktesten platzieren? Wie können wir uns untereinander – fachlich, organisatorisch, privat – mit Hilfe digitaler Kommunikationsmittel noch besser vernetzen und ortsungebunden zusammenarbeiten? An diesen Fragen setzt das Projekt #GleichImNetz des Paritätischen Gesamtverbands an.
Laptop-Monitor zeigt Bewegungsspiel in einer Videokonferenz
Warum zur Pause nicht mal tanzen? :-)

Webzeugkoffer: Warm-Ups und Energizer für Online-Veranstaltungen

Erstellt von Kay Schulze

In Präsenz-Workshops beliebt, in Online-Workshops bitter nötig: Kleine Spielchen zur Aufmunterung und Bewegung. Wir erklären, warum diese in keinem längeren Online-Format fehlen dürfen, geben praktische Tipps und ein paar Beispiele.

Wer kennt das nicht: Mehrere Stunden Videokonferenz und der Nacken schmerzt, die Augen tränen, die Konzentration liegt darnieder. Jede*r sitzt für sich am eigenen Arbeitsplatz, ist schnell und leicht abgelenkt und die aktive und kreative Arbeit in der Gruppe gelingt nur mühsam. Online-Konferenzen können also eine echte Herausforderung sein! Zugleich eröffnen sie aber auch Freiräume, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen, Veranstaltungen spielerischer zu gestalten und die Teilnehmenden auch online mehr als Menschen (und nicht nur in ihren Rollen und Arbeitsbezügen) anzusprechen. Aktivierungsübungen, wie wir sie sonst in Präsenzveranstaltungen nach Pausen oder zwischendurch einsetzen, eignen sich auch virtuell ganz besonders gut dazu, diese Freiräume zu nutzen und damit den eigenen Workshop abwechslungsreicher und beliebter zu machen. Wir laden euch ein, auch eure Online-Veranstaltungen unterhaltsam zu denken und Warm-Ups und Energizer einzubauen. In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über den Nutzen dieser kleinen “Entertainment-Einlagen” samt erprobter und bewährter Vorschläge zum sinnvollen Einsatz.

In der Didaktik sprechen wir von „Warm-Ups“ (Aufwärmern), „Ice-breakern“ (Eisbrechern) und „Energizern“ (Aktivierern). Die Übergänge sind dabei manchmal fließend und die Auswahl der konkreten Ideen hängt stark von der Zusammensetzung der Teilnehmer*innen, deren Konstitution und den weiteren Zielen und Tagesordnungspunkten in der Veranstaltung ab. Im Netz gibt es zahlreiche Zusammenstellungen, die eine Fülle an Inspiration bieten – einige davon haben wir in unserem Moderationstipps-Beitrag im Webzeugkoffer ausgewählt und verlinkt (siehe unten).

Gerade bei neu zusammengewürfelten Gruppen ist die Stimmung anfangs oft noch verhalten. Das ist online nicht anders als bei analogen Treffen. Genau dafür wurden „Eisbrecher“ geschaffen: Um die Menschen ins Gespräch zu bringen, Hemmungen abzubauen, eine lockere Atmosphäre herzustellen und sich gegenseitig kennenzulernen. Gut geeignet dafür ist das Anzetteln von Gesprächen über einfache Dinge: Was gab es heute bei euch zum Frühstück? Was befindet sich gerade in deiner Tasse? Was liegt heute auf eurem Schreibtisch rechts neben der Tastatur? Konkreter Workshop-bezogen wären Fragen wie: Wie geht es euch heute? Was erwartet ihr von der Veranstaltung? (jeweils in einem Satz oder Wort). Oder Ihr formuliert ein paar provokante Thesen zum Veranstaltungsthema und bittet die Teilnehmer*innen, sich dazu mit erhobenen Daumen, gekreuzten Armen o.ä. zu positionieren.

Bei Gruppen, die intensiver bzw. über eine längere Zeit miteinander arbeiten, lohnt es sich, persönlicher zu werden. So kann z.B. jede*r ein Foto einer Situation, die ihm/ ihr besonders wichtig ist, zeigen und etwas dazu erzählen (geht auch als Ratespiel: Welches Foto kommt von wem?). Oder die Mitwirkenden schreiben in Kleingruppen auf ein gemeinsames Whiteboard, welches ihr erster Job war und je eine Sache, die sie daran besonders gern und besonders wenig mochten. Kurzweilig ist es, „zwei Wahrheiten, eine Lüge“ über sich zu erzählen und die anderen überlegen zu lassen, welche Info nicht stimmt.

Auch ohne Personenbezug beleben kleine Warm-Up-Spiele die Stimmung und bieten bei langen Konferenzen willkommene Abwechslung. Beispielsweise denken sich alle Teilnehmer*innen jeweils einen Filmtitel aus und versuchen diesen anhand von Emoticons darzustellen – alle anderen müssen versuchen, ihn zu erraten. Oder die Gruppe zählt bis 20, aber ohne Reihenfolge in den Personen – wenn zwei gleichzeitig sprechen, beginnt die Gruppe wieder bei 1.

Aktivierer, die körperliche Bewegung erfordern, tun bei Online-Konferenzen besonders gut. Das kann klein anfangen, indem man die Gruppe immer mal wieder anregt, zu bestimmten Fragestellungen Handzeichen zu geben, sich gegenseitig zu winken oder kurz aufzustehen. Gern angenommen wird das Angebot, gemeinsam ein paar Dehn- und Streckübungen oder etwas Gymnastik zu machen, ggf. sogar zu Musik. Sogar ganze Choreographien gehen online! Dann gibt es Spiele wie „Hol die Glühbirne!“ (alle sollen möglichst schnell besagten Gegenstand beschaffen) oder „Berühr etwas Blaues!“ (genau das) – der nächste Vorschlag kommt von der Person, die den Auftrag als erstes erfüllt hatte.

Das Setting aus Kameraperspektive und Videokonferenz bietet tatsächlich viel Raum, solche Methoden neu zu denken: Menschen können aus dem Bild rein- oder raustreten, die Kamera verdecken oder deren Aufnahmebereich einschränken, den Laptop spazieren führen, den virtuellen Video-Hintergrund ändern, jede Menge Online-Tools zur Hilfe nehmen. Lasst eurer Kreativität freien Lauf, Ice-breaker, Warm-Ups und Aktivierer digital zu denken, analoge Varianten spielerisch abzuwandeln oder entwickelt einfach selbst neue Ideen! Der Online-Workshop kann dabei nur gewinnen.

Abschließend noch ein paar allgemeine Hinweise

  • Plant bei längeren Veranstaltungen zusätzlich zu den Pausen jeweils 5-15 Minuten für Eisbrecher oder Aktivierer ein
  • Wählt nur solche Aktivierer aus, die zu euch, zur Teilnehmer*innenschaft und zum Workshopkonzept passen
  • Kündigt jeweils an, dass ihr ein Spiel bzw. eine Überraschung vorhabt – das erhöht die Spannung und die Pünktlichkeit
  • Erklärt so präzise wie möglich, was die Aufgabe ist.  Bei komplizierten Aufgaben ggf. nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt
  • Führt ein Ritual ein, mit dem ihr eure Aufwärmer/ Aktivierer regelmäßig abschließt, z.B. ein gemeinsames Jubeln oder Winken oder Aufstehen und Arme hochwerfen o.ä.

Vorschläge für weitere Methoden sowie eine kleine Linksammlung finden sich im Moderationstipps-Beitrag hier im Webzeugkoffer.

 

Dieser Beitrag stammt aus unserer Broschüre "digitale Räume für analoge Veranstaltungen", als PDF herunterzuladen oder zu Bestellen bei #GleichImNetz. Im Webzeugkoffer finden sich auch noch weitere Aufsätze aus der Handreichung.

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