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Projekt

Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung

Verschiedene Spielzeuge wie Holzbuchstaben und Knete stehen auf dem Tisch einer Kita zur Auswahl
Gautam Arora/Unsplash
Die meisten Kinder in Deutschland besuchen vor dem Schuleintritt eine Kita oder eine Tagespflegestelle. Sie erleben zum ersten Mal eine Gemeinschaft mit Menschen außerhalb ihres vertrauten familiären Umfelds und die Möglichkeit, im Miteinander weitere wichtige Erfahrungen zu sammeln. Im Kita-Alltag erleben sie Vielfalt und erfahren Demokratie. Hier setzt die Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung an. Interessierte und Fachkräfte der Kindertagesbetreuung finden auf diesen Seiten Videos, Dokumentationen, praktische Arbeitshilfen u.v.m. zu den Themen Partizipation, Kinderrechte, Vielfalt, Beschwerdemöglichkeiten für Kinder, Demokratiebildung in der Kita etc.

Die Beteiligung der Eltern an der Beteiligung der Kinder

Die Sichtweise der Eltern und der Umgang mit Beschwerden von Eltern muss bei der Entwicklung eines Beschwerdeverfahrens in Kindertageseinrichtungen immer mitgedacht und bearbeitet werden. Eventuell kann es zu Situationen kommen, in denen sich Eltern in ihrem Elternrecht eingeschränkt fühlen.

Dies ist besonders in den Situationen der Fall, in denen Kindern Selbstbestimmungsrechte zugestanden werden: im Bereich des Essens, der Hygiene, des Schlafens, der Kleidung oder anderer Grundbedürfnisse.

"Warum hat Max keine Matschhose an?", oder "Wieso hat Paula ihr Frühstück heute nicht aufgegessen?". Solche und ähnliche Sätze kennt jede pädagogische Fachkraft. Ein konstruktiver Umgang mit Beschwerden von Eltern unterstützt die Zusammenarbeit im Sinne einer Erziehungspartnerschaft und damit eine gelungene Betreuungssituation der Kinder. Ein systematisches Vorgehen gibt allen Beteiligten Sicherheit. Dazu muss auf der Grundlage einer für Kritik offenen Haltung zunächst einmal definiert werden, welche Rückmeldungen von Eltern in Ihrer Einrichtung überhaupt als Beschwerde angesehen werden und wie im weiteren Verlauf damit umgegangen wird.

Es ist wichtig sich im Team eine gemeinsame Haltung zu erarbeiten, wie Kinderrecht und Elternrecht in Einklang gebracht werden können. Eltern und Fachkräfte sind Partner in der Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder. Fachkräfte müssen Eltern in wesentlichen Angelegenheiten der Kindertageseinrichtung an Entscheidungen beteiligen. Die Fachkräfte informieren Eltern über ihre Beteiligungsrechte, ermutigen sie Vorschläge, Kritik und Wünsche einzubringen und lassen sie erleben, dass ihre Meinung wichtig ist und ihre Anregungen Berücksichtigung finden.

Partizipation von Kindern verlangt auch die Rechte von Eltern zu klären: Bei welchen Themen sollen die Eltern der Kinder informiert oder angehört werden? Bei welchen Themen sollen die Eltern der Kinder mitentscheiden oder allein entscheiden? Der Umgang mit Beschwerden von Eltern erfordert grundsätzlich eine positive Haltung gegenüber Beschwerden und die Bereitschaft, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren.

Bei der Erarbeitung konkreter Wege für den Umgang mit der Beschwerde ist zudem die jeweilige Elternschaft in der Einrichtung zu berücksichtigen. Gelingt es, Beschwerden ernst zu nehmen, ohne in eine Rechtfertigungsposition zu gelangen, können sie als konstruktive Hilfe bei der Betreuung des einzelnen Kindes und sogar bei der konzeptionellen Weiterentwicklung Ihrer Einrichtung dienen.

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