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Projekt

Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung

Verschiedene Spielzeuge wie Holzbuchstaben und Knete stehen auf dem Tisch einer Kita zur Auswahl
Gautam Arora/Unsplash
Die meisten Kinder in Deutschland besuchen vor dem Schuleintritt eine Kita oder eine Tagespflegestelle. Sie erleben zum ersten Mal eine Gemeinschaft mit Menschen außerhalb ihres vertrauten familiären Umfelds und die Möglichkeit, im Miteinander weitere wichtige Erfahrungen zu sammeln. Im Kita-Alltag erleben sie Vielfalt und erfahren Demokratie. Hier setzt die Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung an. Interessierte und Fachkräfte der Kindertagesbetreuung finden auf diesen Seiten Videos, Dokumentationen, praktische Arbeitshilfen u.v.m. zu den Themen Partizipation, Kinderrechte, Vielfalt, Beschwerdemöglichkeiten für Kinder, Demokratiebildung in der Kita etc.

Beschwerden als Herausforderungen für das Team

Der gute Wille und ein Konzept auf dem Papier reichen selten aus. Wie umfangreich die Auseinandersetzung mit dem Thema ist, skizziert Sabine Radtke.

Herausforderungen für das Team

Die Einführung von Partizipations- und Beschwerdeverfahren für Kinder und ihre pädagogische Umsetzung werden Kindertageseinrichtungen noch lange beschäftigen. Die Teams und dort tätige Fachkräfte brauchen Zeit, Vorbereitung und Unterstützung um anstehende Beteiligungsprozesse und Beschwerdeverfahren für Kinder zu entwickeln und zu implementieren. Dies beinhaltet unter anderem die Fähigkeit zuzuhören, mit Kindern zusammenzuarbeiten und die Fähigkeiten der Kinder sinnvoll einzubeziehen.

Wesentlich ist aber auch die Verpflichtung, die Beteiligungsprozesse auszuwerten und zu reflektieren. Dies führt fast zwangsläufig dazu, bestehende Strukturen und Abläufe der Einrichtung sowie das Verhalten einzelner Fachkräfte zu hinterfragen. Beschwerdeverfahren für Kinder und mit Kindern zu entwickeln, bedeutet, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, die Bedürfnisse und Anliegen der Kinder bewusst wahrzunehmen und sie zum Ausgangspunkt des pädagogischen Handelns zu machen.

Ein funktionierendes Beschwerdemanagement ist ein notwendiges Instrument einer umfassenden Beteiligungskultur. Die Beschwerdekultur einer Einrichtung ist bezeichnend für die Art und Weise, wie Fachkräfte mit Beschwerden umgehen und ob z. B. eine fehlerfreundliche, offene und wertschätzende Haltung innerhalb des Teams, gegenüber den Kindern und deren Eltern herrscht. Daher sagt die Beschwerdekultur einer Kindertageseinrichtung sehr viel über die Gesamtatmosphäre und die Einstellung der Fachkräfte aus.

Pädagogische Verhältnisse sind immer Machtverhältnisse. Die konzeptionelle Verankerung von Partizipation und Beschwerdeverfahren soll Kinder vor Machtmissbrauch schützen. Das gelingt nicht durch pädagogische Projekte, die allein vom guten Willen der Fachkräfte getragen werden. Es gilt vielmehr, die Macht der pädagogischen Fachkräfte über die Kinder demokratisch zu begrenzen. Ob dies gelingt, hängt letztlich davon ab, ob die Rechte der Kinder auch pädagogisch umgesetzt und im Alltag gelebt werden. Dazu ist es wichtig, dass es den Fachkräften gelingt, das „Sich Beschweren“ zur Selbstverständlichkeit zu machen und die vielfältigen Entwicklungschancen zu nutzen, die sich dadurch bieten.

Was hat das Thema Beschwerden verändert?

Schon die Beschäftigung mit dem Thema und den damit verbundenen Fragen hat eine Menge zum Positiven verändert. Wir haben Veronika Werner gefragt, wie das in ihrem Team war.

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