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Projekt

Partizipation und Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung

Verschiedene Spielzeuge wie Holzbuchstaben und Knete stehen auf dem Tisch einer Kita zur Auswahl
Gautam Arora/Unsplash
Die meisten Kinder in Deutschland besuchen vor dem Schuleintritt eine Kita oder eine Tagespflegestelle. Sie erleben zum ersten Mal eine Gemeinschaft mit Menschen außerhalb ihres vertrauten familiären Umfelds und die Möglichkeit, im Miteinander weitere wichtige Erfahrungen zu sammeln. Im Kita-Alltag erleben sie Vielfalt und erfahren Demokratie. Hier setzt die Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung an. Interessierte und Fachkräfte der Kindertagesbetreuung finden auf diesen Seiten Videos, Dokumentationen, praktische Arbeitshilfen u.v.m. zu den Themen Partizipation, Kinderrechte, Vielfalt, Beschwerdemöglichkeiten für Kinder, Demokratiebildung in der Kita etc.

Beteiligung / Partizipation

Partizipation hat mehrere Bedeutungen: Ein Teil vom Ganzen sein. Sich beteiligen. Das heißt mitsprechen, mitmachen, mitbestimmen. Der Begriff Partizipation (vom lateinischen, Substantiv pars = Teil und Verb capere = fangen, ergreifen, sich aneignen, nehmen) wird alternativ übersetzt mit Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Einbeziehung.[1]

Partizipation bedeutet nicht, Kinder an die Macht zu lassen oder Kindern das Kommando zu geben. Es heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Kinder sind dabei nicht kreativer, demokratischer oder offener als Erwachsene, sie sind nur anders und bringen aus diesem Grunde andere, neue Aspekte und Perspektiven in die Entscheidungsprozesse hinein."[2]

Begriffsabgrenzung: Selbstbestimmung und Partizipation

Im Unterschied zur Selbstbestimmung, die sich auf die eigenen und unmittelbaren Wünsche, Grenzen und Bedürfnisse bezieht, orientiert sich Partizipation eher an demokratischen Mitbestimmungsrechten in sozialen Gemeinschaften. Die individuellen Interessen eines Kindes laufen unter Umständen der Entscheidung der Gemeinschaft entgegen. Daher ist es wichtig, beide Beteiligungsformen voneinander zu trennen.

Wenn ein Kind unmissverständlich anzeigt, Schuhe, Mantel und Mütze für den Aufenthalt in der schneebedeckten Außenanlage keinesfalls anziehen zu wollen, dann ist die Ebene der Selbstbestimmung betroffen. Man muss entscheiden, ob dem Wunsch nach Selbstbestimmung gegenüber der Fürsorgeverantwortung stattgegeben werden kann oder nicht. Es geht also auch um die Grenzen von Selbstbestimmung.

Ein anderes Beispiel:
Bei der Nutzung eines kleinen Rückzugsraumes kommt es häufig zu Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Gruppen, die den Raum jeweils für sich beanspruchen. Die Fachkräfte berufen dazu eine Kinderkonferenz ein, an der alle Betroffenen teilhaben können. Im Ergebnis der Beratung einigen sich beide Parteien auf eine gleichberechtigte Raumnutzung. In diesem Fall geht es um Mitbestimmung in Form einer gemeinschaftlichen Regelung.

Siehe auch: Kinderrechte / Partizipationsrechte

[1] www.wikipedia.org

[2] Schröder, Richard: Kinder reden mit! Beteiligung an Politik, Stadtplanung und -gestaltung. 1995; Beltz

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