Bundestag: Freigabe von Cannabis auf Rezept

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Versorgung mit Cannabis-Arzneimitteln für Schwerkranke ist heute im Bundestag einstimmig beschlossen worden (genauer Titel: Gesetzentwurf zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften). Die Linksfraktion stellte zusätzlich einen eigenen Antrag "Zugang zu Cannabis als Medizin umfassend gewährleisten" zur Abstimmung. Dieser wurde jedoch erwartungsgemäß abgelehnt.


Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hatte dem Cannabis-Gesetzentwurf bereits in seiner Sitzung am 18.01.17 einstimmig zugestimmt. Regierungs- und Oppositionsvertreter/innen sprachen von einem entscheidenden Fortschritt zugunsten Schwerkranker. Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen, wie z.B. Multiple Sklerose, Krebserkrankung, chronische Schmerzen, sollen künftig auf Rezept mit Cannabisarzneimitteln versorgt werden können. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Um die Versorgung sicherzustellen, soll der Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland ermöglicht werden. Dazu ist der Aufbau einer staatlichen Cannabisagentur geplant, die den Anbau und Vertrieb koordiniert und kontrolliert. Diese Aufgabe soll dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übertragen werden. Zudem ist vorgesehen, die medizinische Wirkung der Cannabisarzneimittel wissenschaftlich zu begleiten. Die generelle Freigabe von Cannabis wird von der Bundesregierung weiterhin abgelehnt.

Den Gesetzentwurf, den Antrag der Linksfraktion sowie die Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses finden Sie über folgenden Link: www.bundestag.de

Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig und soll im März 2017 in Kraft treten.


Unsere nächste Veranstaltung

30.01.2018 10:30
Seminar für Führungskräfte, QM-Beauftragte, Manager/innen und Auditoren/innen - Sie möchten sich über neue Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der sozialen Arbeit und in der Pflege informieren. Im Seminar werden Neben den gesetzlichen Vorgaben auch Inhalte der neuen QM-Normen DIN EN ISO 9000 ff intensiv bearbeitet.
  Ort: Der Paritätische Gesamtverband

S
U
B
M
E
N
Ü