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Etherpad und Datenschutz - was muss ich dazu wissen?

Als Online-Notizblock, etwa zur Live-Protokollierung von Telefonkonferenzen, ist Etherpad sehr beliebt. Doch wie steht es mit dem Datenschutz bei diesem Tool?

Die Online-Software Etherpad-Lite stellt öffentlich zugängliche Notizblöcke zur Verfügung, die gemeinsam und zeitgleich bearbeitet werden können. Die Software selbst ist Open Source und soweit unbedenklich; die Verbindung zu den Rechnern der Mitschreibenden ist in der Regel verschlüsselt (außer bei veralteten Installationen). Jede*r, die/den genauen Link kennt, kann auf das Pad zugreifen - soweit keine extra Vorkehrungen eingerichtet wurden. Die Pads sind aber nicht öffentlich auffindbar, sie werden von Suchmaschinen nicht indexiert. Zudem gibt es in aller Regel eine Routine, die verwaiste Pads nach z.B. 30 Tagen automatisch löscht.

Gespeichert wird (neben dem Dokument selbst) dessen Bearbeitungshistorie sowie der Chatverlauf. Personenbezogen wird dies dann, wenn die Autor*innen ihren Realnamen eintragen, die dann wiederum mit dem Chat etc. abgespeichert bleiben. Auf den Rechnern der Mitwirkenden hinterlegt Etherpad Cookies, um Einstellungen wie Sprache, Darstellung sowie den angegebenen Namen wieder zu erkennen (wenn das Pad geschlossen und wieder geöffnet wird). Etherpad lässt sich so einstellen, dass es von sich aus keine weiteren Logs anlegt, dasselbe gilt natürlich auch für die darunterliegende Serversoftware – inwieweit die verschiedenen Online-Anbieter das gewährleisten, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten.

Folgende Installationen haben sich als zuverlässig erwiesen und legen keine Logs an (natürlich gibt es jede Menge weiterer Anbieter*innen):

Auf Wikipedia gibt es eine informative Seite über die Entwicklungsgeschichte von Etherpad Lite und seinem Vorgänger Etherpad. Vergleichbare Vorhaben wie Hackpad wurden kommerzialisiert. Die Neuentwicklung Cryptpad verschlüsselt die Notizen auf dem Server und unterstützt verschiedene Texttypen, unterscheidet allerdings leider (noch) nicht zwischen verschiedenen Autor*innen. Für Cryptpad muss nicht nur der Link, sondern auch ein dazugehöriger Schlüssel weitergegeben werden.


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