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Ausgabe 03 | 2022: Digitalisierung und Wohlfahrt
Verbandsrundschau

Aus den Landesverbänden

Bremen

selbstverständlich GmbH

Housing First: Zuerst ein Dach über dem Kopf

Wohnungshilfe Bremen und Hoppenbank bekämpfen Obdachlosigkeit

Frisch renoviert, gerade eingezogen – und schon volles Haus: Anfang April hat die neue Anlaufstelle von „Housing First“ in der Bremer Neustadt offiziell eröffnet. So neu wie die Räumlichkeiten ist auch der Ansatz, mit dem das Projekt die Obdachlosigkeit in der Stadt bekämpfen möchte: Am Anfang steht eine eigene Wohnung, um Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Erst danach werden weitere Probleme bewältigt, um die Betroffenen auf ihrem Weg in ein geordnetes Leben zu unterstützen. Wer also einmal eine Wohnung hat, muss nicht fürchten, sie wieder zu verlieren.

Umgesetzt wird „Housing First“ durch die beiden paritätischen Vereine Wohnungshilfe e. V. und Hoppenbank e. V. – beide Organisationen verfügen über jahrzehntelange Erfahrung. Die Wohnungshilfe stellt und beschafft den Wohnraum, während die pädagogische und psychosoziale Betreuung durch Fachkräfte von Hoppenbank, spezialisiert auf die Betreuung von Haftentlassenen, übernommen wird. Dazu gehören etwa soziale Angebote und Freizeitbeschäftigungen. Das Erdgeschoss des neuen Büros selbst dient als Treffpunkt, Aufenthaltsraum und Anlaufstelle. Seit Projektstart im Herbst 2021 konnten durch „Housing First“ bereits drei Menschen eine Wohnung beziehen, weitere stehen kurz davor. Das vom Sozialressort geförderte Projekt kooperiert mit privaten Vermieter:innen und Wohnungsbaugesellschaften. Die Wohnungshilfe tritt zum Teil selbst als Mieter ein, Haftung für Schäden oder Mietausfälle inklusive. 

Hessen

Geflüchtete aus der Ukraine: In Hessen fehlen professionelle Beratungsstrukturen

Vor einer drohenden Überforderung der Unterstützungsstrukturen für geflüchtete Menschen warnen der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen und der Hessische Flüchtlingsrat angesichts der katastrophalen Entwicklung in der Ukraine. Die zivilgesellschaftliche Hilfs- und Aufnahmebereitschaft in Hessen ist überwältigend, die Beratungsstrukturen sind hingegen nicht ausreichend ausgestattet – dabei schnellen die Anfragen täglich in die Höhe.

Der Paritätische Hessen und seine Mitgliedsorganisation Hessischer Flüchtlingsrat fordern die Landesregierung daher auf, jetzt die unabhängigen professionellen Beratungsstrukturen zu stärken und flächendeckend auszubauen.

„Anders als andere Bundesländer fördert das Land Hessen keine regionalen Migrations- und Flüchtlingsberatungsstellen“, erläutert Dr. Yasmin Alinaghi, Geschäftsführerin des Paritätischen Hessen. „Dieser seit Jahren bestehende eklatante Mangel führt dazu, dass die von den Wohlfahrtsverbänden und Kirchen aus Eigenmitteln sowie die vom Bund finanzierten Beratungsstellen schon vor der Ukraine-Krise an der Belastungsgrenze waren. Zusätzlich noch die Menschen adäquat zu beraten, die aus der Ukraine geflüchtet sind, können sie in Hessen kaum noch leisten.“

Neben den Beratungsstellen können aus Sicht der Wohlfahrtsverbände auch kommunale Behörden die kommende Herausforderung nicht allein meistern.

„Zwar hat die EU erfreulicherweise beschlossen, dass Ukrainer*innen kein Asylverfahren durchlaufen müssen. Aber Aufenthaltserlaubnis und Sozialleistungen zu beantragen, sind dennoch bürokratische Hürden, die Betroffene ohne Deutschkenntnisse und fachkundige Beratung nicht überwinden können“, erläutert Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats. „Zumal erschwerend hinzukommt, dass die meisten Ausländerbehörden coronabedingt immer noch schlecht oder gar nicht persönlich erreichbar sind und Termine weiterhin nur nach teils wochenlangen Wartezeiten vergeben werden.“

Der Paritätische Hessen und der Hessische Flüchtlingsrat begrüßen die große Bereitschaft in der Bevölkerung, ankommende Ukrainer*innen ehrenamtlich zu unterstützen oder sogar privat unterzubringen, sehen aber schon jetzt die Gefahr einer Überforderung. „Damit dieses bürgerschaftliche Engagement gelingen kann, muss es unbedingt professionell begleitet und unterstützt werden“, so Lea Rosenberg, Referentin für Migration, Flucht und Asyl beim Paritätischen Hessen.

Ausgebaut werden müssen jetzt auch die psychosozialen Hilfen.

Sachsen

Die Digitalisierung ist beileibe nicht so neu, wie es manchmal gerne behauptet wird. Spürbar wird sie jedoch oft erst dort, wo sie mit Neuerungen auftritt. In seinem Magazins anspiel. vom März 2021 hat der Paritätische Sachsen einige Beispiele dessen zusammengestellt, wie sich Einrichtungen und Dienste im Sozial- und Bildungsbereich während der Pandemie digitalen Lösungen zugewandt haben, um weiterhin nah bei den Menschen sein zu können. Hier geht es zum Magazin!

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