
Von 16 Kilogramm auf dem Rücken zu 40 Tonnen auf der Straße
Kein Wohlfahrtsverband ist im im Bereich queerer Arbeit derart breit präsent wie der Paritätische. Da passt es gut zusammen, dass Paritätische Mitgliedsorganisationen und Landesverbände seit Jahren auf zahlreichen CSD-Paraden bundesweit demonstrieren. So auch der Paritätische Gesamtverband auf dem Berlin Pride, der jeden Sommer durch die Berliner Innenstadt zieht.
Dass der Verband für Offenheit steht, gilt nicht nur für seine politische Ausrichtung, sondern auch für Ideen aus seiner Kolleg*innenschaft. Deshalb begleitete ich den CSD 2024 nicht nur in meiner professionellen Rolle als Social Media-Manager des Paritätischen Gesamtverbandes, sondern gemeinsam mit einem weiteren Kollegen auch als DJ. Das gab es vorher noch nie. Wir waren als Fußgruppe angemeldet, größere Begleitfahrzeuge für Musikanlagen waren deshalb nicht erlaubt. Um trotzdem lautstark vertreten zu sein, trugen wir unseren 16 Kilogramm-Lautsprecher kurzerhand auf dem Rücken und bedienten unsere DJ-Technik aus einem um die Schulter hängenden Bauchladen. Es folgte eine Parade durch Regen, aber auch strahlenden Sonnenschein. Sie wurde begleitet von einer bewegenden Rede unseres damaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, der von seinen Erfahrungen als schwuler Mann aus Zeiten berichtete, in denen Paraden wie der CSD in Berlin noch unvorstellbar waren.

„Und dann nächstes Jahr auf einem Truck“, verabschiedeten wir uns als DJ-Duo 2024 im Scherz voneinander und hätten uns nie erträumen lassen, dass dies im kommenden Jahr tatsächlich wahr werden würde.
Unser Landesverband Berlin setzte buchstäblich viele Räder in Bewegung und organisierte im Jahr 2025 gemeinsam mit uns, dem Paritätischen Gesamtverband, einen eigenen Paritätischen Paradetruck. Wieder waren wir als DJ-Duo dabei, diesmal statt mit 16 Kilogramm auf dem Rücken allerdings mit einem 40-Tonnen-Truck unter den Füßen und einer hämmernden Musikanlage im Rücken. Zahlreiche Mitgliedsorganisationen beteiligten sich am Paritätischen CSD-Auftritt 2025, tanzten auf und um unseren Truck, hielten bewegende Reden und demonstrierten unter dem Motto „Nie wieder still!“ für queere Rechte und Sichtbarkeit. In der ersten Reihe mit dabei waren auch unser Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Rock und unser neuer Vorsitzender Achim Meyer auf der Heyde.
Natürlich geht es auch 2026 für den Paritätischen Gesamtverband wieder zum Berlin Pride – erneut im Team mit dem Paritätischen Landesverband Berlin, dessen Einsatz es zu verdanken ist, dass wir wieder einen 40-Tonner auf die Straße setzen können. Jetzt gilt es einmal mehr, ein passendes DJ-Booking zusammenzustellen und Mitgliedsorganisationen zur Teilnahme zu gewinnen: Ausserdem werden wir ein Veranstaltungskonzept entwickeln, den Wagen zu gestalten und vieles mehr. Getragen von unseren Prinzipien Toleranz, Offenheit und Vielfalt wird auch in diesem Jahr wieder getanzt, protestiert und gekämpft werden. Das solltest Du nicht verpassen: Wir sehen uns am 25. Juli 2026 in Berlin.
Matthias Galle
