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Ausgabe 04 | 2021

Aktiv vor der Bundestagswahl: Vielfalt Ohne Alternative

An zwei Tagen im Juli trafen sich Menschen aus allen Bereichen der Sozialen Arbeit zur zweiten Auflage des Online-Formats „48 Stunden Vielfalt ohne Alternative!“. In Aktionswerkstätten zu den Themen Stark machen für LSBTIQ*, Planung einer Social-Media-Kampagne für Menschenrechte und Abwehr rechter Vereinnahmungsversuche wurden Mittel und Wege geprobt und eingeübt, sich für die Teilhaberechte von Menschen stark zu machen. Christian Weßling, Referent des Projektes „Beratung gegen Rechts“ beim Paritätischen Gesamtverband, skizziert, warum starke Signale gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit gerade jetzt so wichtig sind.

Es ist ungemein wichtig, dass viele Menschen befähigt werden, sich lautstark für ihre Werte einzusetzen und motiviert werden, zu den Wahlen zu gehen. Ganz entscheidend dabei ist es, jenen Parteien, welche die Demokratie ablehnen und die Menschenrechte mit Füßen treten, keine Chance zu lassen. Allen voran die AfD.

Das vermeintlich harmlose Motto der Partei zur Bundestagswahl „Deutschland, aber normal“ zeigt, dass sie keine Konzepte für die Zukunft hat. Sie stellt den Idealzustand als eine Rückkehr in eine verkitschte und idealisierte Vergangenheit dar. Diese Vorstellung von Normalität versetzt sie eine Zeit, in der Migration, Klimawandel, Geschlechtergerechtigkeit, Corona offenbar keine Rolle gespielt haben. Normalität wird, als Norm verstanden, zur rhetorischen Waffe gegen die gesellschaftlichen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte: Das Streben nach Gleichberechtigung, Klimaschutz, Soziale Teilhabe für Alle, auch für Minderheiten wird als nicht-normal und in der gleichen Bewegung als nichtdeutsch markiert und zum Gegenteil des wahren Interesses des deutschen Volkes erklärt. Ihre Anhänger*innen mobilisiert sie damit zur Bewahrung eines vermeintlich noch existierenden, bedrohten Zustandes. Fakt ist, dass diese Vorstellung ohne die gewaltsame Ausgrenzung von großen Teilen der Bevölkerung nicht herstellbar ist. Darüber hinaus richtet sich diese Erzählung auch an jene, die etwa das Frauenwahlrecht ab- und das Strafrecht für nicht-heterosexuelle Menschen wiedereinführen möchten.

Es ist deshalb wichtig, sich klarzumachen, dass eine solche Mobilisierungsstrategie Menschen dazu implizit zum Widerstand gegen vermeintliches Unrecht aufruft. Übergriffe im Zusammenhang mit Wahlkampfveranstaltungen, in den Sozialen Medien und auf der Straße sind zu erwarten. Es hat sich ein ums andere Mal gezeigt, dass insbesondere Menschen, die besonderen Schutz benötigen, besonders dann einem hohen Risiko ausgesetzt sind, wenn diesen und anderen rechten Parolen nichts entgegengesetzt wird. Bleibt dieses aus, fühlen sich die Aggressoren in ihrem Handeln ermutigt und bestärkt. Deshalb ist es so wichtig, nicht nur zur Wahl zu gehen, sondern sich auch im Wahlkampf laut und vernehmlich für die Rechte aller Menschen einzusetzen. Auf geht’s also: Wir wählen, weil ALLE zählen.

Christian Wessling koordiniert das Projekt "Beratung gegen Rechts."

Virtual Pride Parade 2021

Arbeiter-Samariter-Bund, Paritätischer Gesamtverband und Lesben- und Schwulenverband setzten mit Virtual Pride Parade Zeichen für Vielfalt und gegen LSBTIQ*-Feindlichkeit: Die CSD- bzw. Pride-Veranstaltungen zählen zu den sichtbarsten Aktionen für eine vielfältige Gesellschaft. Jährlich sind viele Millionen Menschen in Deutschland und weltweit auf den Straßen und demonstrieren mit Leidenschaft, Spaß und Kreativität für eine offene Gesellschaft und für LSBTIQ*- und Menschenrechte.

Leider hat die Corona-Pandemie die Durchführung solcher Veranstaltungen bereits 2020 stark beeinträchtigt. Flagge für Vielfalt, Respekt, Solidarität, Weltoffenheit und Gleichstellung zu zeigen, ist trotz der aktuellen Einschränkungen dennoch wichtig.

Mit ihrer Virtual-Pride-Parade haben der Arbeiter-Samariter-Bund NRW (ASB), der Paritätische Gesamtverband und der Lesben- und Schwulenverband gemeinsam den Gedanken der CSD-Demonstrationen auf spielerische Weise nun ins Netz geholt und zu ihrer Onlineparade befreundete Organisationen und Initiativen aus vielen Regionen von Deutschland eingeladen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund, der Paritätischer Gesamtverband und der Lesben- und Schwulenverband wünschen viel Spaß – aber auch nachdenkliche Momente – beim Anschauen.  

Hier geht es zur Virtual Pride Parade.

#Unteilbar

#unteilbar - Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft: Paritätischer ruft zu Demo am 4. September auf

Gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis ruft der Paritätische am 4. September zu einer Demonstration in Berlin auf. Von dort soll ein starkes Signal für einen demokratischen Aufbruch der Vielen gehen.

Im vergangenen Jahr haben sich politische und gesellschaftliche Missstände dramatisch zugespitzt. Weltweit wurde mit der Pandemie offensichtlich, was gesellschaftlich falsch läuft. Auch in Deutschland sind immer mehr Menschen von Armut betroffen oder haben soziale Existenzängste. Gleichzeitig werden die Auswirkungen des Klimawandels immer bedrohlicher. Während Menschenfeindlichkeit und Rassismus vermehrt Zustimmung finden, sterben täglich Menschen an den EU-Außengrenzen.

Gerade jetzt ist der Moment, um #unteilbar auf die Straße zu gehen: Stoppen wir die soziale Spaltung der Gesellschaft und die Verschärfung der Klimakrise! Streiten wir für eine Gesellschaft, in der alle Menschen ohne Angst selbstbestimmt leben können und in der das Wohl aller im Mittelpunkt steht! Im Vorfeld der Wahlen machen wir unmissverständlich klar: Wir lassen nicht zu, dass soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Klimaschutz gegeneinander ausgespielt werden.

Der Paritätische steht für Offenheit, Toleranz und Vielfalt und setzt sich für eine ökologische und sozial gerechte Gesellschaft für alle Menschen ein. Gemeinsam mit  #unteilbar machen wir dies auch auf der Straße sichtbar: Am 4. September in Berlin.

Der Aufruf in voller Länge und Informationen zur Demonstration: www.unteilbar.org

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