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Ausgabe 04 | 2021
Schwerpunkt

Ökologische Wende sozial gestalten

Welche konkreten Maßnahmen können den Übergang zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Republik einleiten? Diese Frage zieht sich als roter Faden durch die Zukunftsagenda für die Vielen, die der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit dem BUND im Mai dieses Jahres veröffentlicht hat.

Von einer naturverträglichen Energierevolution über eine sozial-ökologische Ernährungs- und Agrarwende bis zu Maßnahmen für eine gerechte Gesellschaft des geringen Ressourcenverbrauchs - in insgesamt neun Kapiteln sind Zukunftsvisionen mit kurzfristigen politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen verknüpft. Die Zukunftsagenda ist dabei zuallererst ein Forderungspapier zur Bundestagswahl.

Gemeinsam mit dem BUND fordern wir alle Kandidat*innen für den Bundestagswahlkampf und die kommende Bundesregierung auf, den ökologischen Umbau unserer Gesellschaft und soziale Gerechtigkeit als eine gemeinsame Herausforderung anzugehen. Gemeinsam fordern wir soziale Sicherheit für die Transformation: Ganz besonders in diesen Zeiten können wir es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass Millionen Menschen in Armut leben und von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden.

Wir brauchen dringend höhere Regelsätze, eine Kindergrundsicherung und die Beendigung prekärer Beschäftigung. Gemeinsam fordern wir auch eine solidarisch finanzierte Pflege und Gesundheitsversorgung, die sich am Bedarf der Menschen orientiert, in durch mehr Personal bessere Arbeitsbedingungen entstehen und in der die Care-Arbeit, zum Beispiel durch pflegende Angehörige, stärker unterstützt wird.

Die Zukunftsagenda und ihre Themen spielen in diesem Wahlkampf eine zentrale Rolle. Sie ist kontinuierlich Gegenstand von Presseaktivitäten des Gesamtverbandes und von Gesprächen mit Politiker*innen. In einer digitalen Aktionswoche vom 2. bis 5. August wollen wir die Kooperation mit dem BUND noch stärker in die Verbände tragen und uns gemeinsam darauf vorbereiten, unseren sozial-ökologischen Forderungen im Schlussspurt des Wahlkampfs besonders viel Gehör zu verschaffen.

Auch in den Bundesländern finden sich der Paritätische und der BUND vermehrt für Aktivitäten zusammen. Um stellvertretend nur einige Kooperationen zu nennen: In Baden-Württemberg haben beide Verbände um die Landtagswahl 2021 mit einem gemeinsamen Positionspapier in die politische Debatte eingebracht und neben den gesellschaftlichen Fragen, z.B. zu Wohnen oder Ernährung, auch auf die Bedarfe von sozialen Einrichtungen im Klimaschutz hingewiesen.

In Bayern sind für den August 2021 gemeinsame Presseaktivitäten auf Grundlage der Zukunftsagenda geplant, die insbesondere auf das Thema Wohnen abzielen werden. Und auch in Bremen wird die Zukunftsagenda im direkten Vorfeld zur Bundestagswahl aufgegriffen. Am 15. September diskutieren beide Verbände mit den Bremischen Spitzenkandidat*innen zur sozial-ökologischen Wohnungspolitik.

Die Zukunftsagenda für die Vielen ist aber nicht nur ein Positionspapier zur Wahl, sondern die weist darüber hinaus: Die sozialen und ökologischen Herausforderungen der kommenden Jahre sind nur gemeinsam zu lösen. Als gemeinsame Herausforderungen und gemeinsam mit anderen. Die Zukunftsagenda vereint soziale und ökologische Vorschläge in einer neuen Qualität. Sie ist ein Auftrag, gemeinsam für einen echten gesellschaftlichen Umbau zu streiten. Für eine ökologische und gerechte Gesellschaft für alle.

Jonas Pieper ist Referent für übergreifende Fachfragen

Das fordern wir!

Klimaschonendes Leben ermöglichen.

Wir fordern eine Klimaprämie für alle Bürger*innen aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung und Investitionen in die sozial-ökologische Infrastruktur, z. B. in Schienenverkehr und öffentlichen Personennahverkehr, damit allen Menschen ein umweltfreundliches und nachhaltiges Leben möglich wird.

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