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Klimaanpassung in der Praxis

Drohnenaufnahme des SOS Kinderdorfs in Niederrhein

„Klimaschutz ist Kinderschutz“ – SOS-Kinderdorf in Kleve wird zum Klimadorf

  • Klimaanpassung
  • Nordrhein-Westfalen
  • Bauliche Maßnahmen
  • Technologische Maßnahmen
  • Naturbasierte Maßnahmen

Wie sieht ein Ort aus, an dem soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen? Das SOS-Kinderdorf Kleve zeigt es: Bis 2032 verwandelt sich die Einrichtung in ein klimaneutrales Vorreiterprojekt. Mit einem innovativen Eisspeicher-Energienetz, der Sanierung von 16 Gebäuden und einer naturnahen Umgestaltung des 2,6 Hektar großen Geländes wappnet sich das Dorf gegen die Klimakrise. Ein Projekt, das zeigt: Kinder haben ein Recht auf eine gesunde Zukunft.

Beschreibung der Maßnahme

Im SOS-Kinderdorf in Kleve wird ein komplexer Sanierungsfahrplan zur Erreichung von Klimaneutralität und Klimaanpassung bis zum Jahr 2032 umgesetzt bei dem als Herzstück ein innovatives Anergienetz mit Eisspeichern zur erneuerbaren Wärmegewinnung auf dem Gelände installiert wird und alle 16 Gebäude saniert und modernisiert werden.

Es werden außerdem die Außenanlagen auf dem 2,6 Hektar großen Gelände klimaangepasst umgestaltet, indem Flächen entsiegelt werden, und durch neue Bäume, Pergolen, Fassadenbegrünung und biodiversitätsfördernde Wiesenflächen sowie Matsch- und Wasser-Spielmöglichkeiten zur Verbesserung des Mikroklimas und zur natürlichen Kühlung beitragen.

Ergebnisse und Wirkung

Das SOS-Kinderdorf in Kleve stärkt somit seine Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels indem insbesondere gegen die Risiken von Hitzewellen und Starkregenereignissen naturbasierte und grün-blaue Klimaanpassungsmaßnahmen umgesetzt werden. Hervorzuheben sind dabei die vorgesehene Entsiegelung von bisher großzügig versiegelten Flächen, der Umbau von bisher hitzebelasteten Aufenthaltsflächen zu schattenbildenden und kühlenden Plätzen sowie das verbesserte Wassermanagement mit stärkerer Nutzung von aufgefangenem Regenwasser.

„Klimaschutz ist Kinderschutz!“ - mit dieser Aussage begründet Einrichtungsleiter Peter Schönrock die Motivation für das ambitionierte Vorhaben. Er erklärt weiter: „Kinder haben das Recht, in einer gesunden Umwelt aufzuwachsen. Die Klimakrise bedroht dieses Recht weltweit – und auch hier in Kleve. Deshalb möchten wir zeigen, dass soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit zusammengehören.“

Herausforderungen und Lösungen

Die Maßnahme ist besonders anspruchsvoll, weil ein umfassender Sanierungsfahrplan im Altbestand umgesetzt wird. 16 Gebäude werden modernisiert, ein Anergienetz mit Eisspeichern aufgebaut, die Außenanlagen klimaangepasst umgestaltet. Alle Bausteine greifen ineinander. Die Sanierung erfolgt im laufenden Betrieb und erfordert eine enge Verzahnung mit dem Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen, die im Kinderdorf aufwachsen.

Die Lösung liegt in einer sorgfältigen, abgestimmten Planung und Umsetzung in klaren Schritten. So lassen sich technische, bauliche und gestalterische Maßnahmen sinnvoll verbinden – und gleichzeitig die Beteiligung der jungen Bewohnerinnen und Bewohner stärken. Das Kinderdorf bleibt während der gesamten Bauzeit ein verlässlicher und lebendiger Ort.

Beteiligte Akteure

In die Planung und Umsetzung eingebunden sind zahlreiche Fachkräfte: die SOS-eigene Bauabteilung, externe Planer, Ingenieurteams sowie ausführende Betriebe. Zudem arbeiten technische und pädagogische Mitarbeitende eng mit den externen Partnern zusammen. Kinder und Jugendliche werden aktiv beteiligt – durch Mitgestaltung, begleitende Bildungsangebote und erfahrbare Verbesserungen im Alltag. Auch die Fördermittelgeber, Spenderinnen und Spender sowie die öffentliche Hand spielen eine tragende Rolle. Sie ermöglichen das Vorhaben und setzen gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf ein Zeichen für Klimaschutz, Bildung und soziale Verantwortung.

Finanzierung

Das umfangreiche, auf Klimaschutz und Klimaanpassung ausgerichtete Sanierungsvorhaben des SOS-Kinderdorfs wird mit Spenden- und Fördergeldern realisiert. Das Gesamtvolumen der Investitionen beläuft sich auf 12 Millionen Euro bis 2032. Die Energie- und Kosteneinsparungen werden durch die erneuerbare Nahwärme-Anlage auf bis zu 85% geschätzt. Die Abhängigkeit von fossiler Energie für Wärme soll langfristig vollständig und kostensparend beendet werden.

Kontakt

Katrin Wißen - Stabsstelle Kommunikation und Marketing, E-Mail, https://www.sos-kinderdorf.de/klimadorf