
Nachhaltige Speiseplangestaltung
Durch die bewusste Anpassung von Speiseplänen kann ein erheblicher Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen geleistet werden. Dabei wird besonders Wert auf die Reduktion tierischer Produkte wie Fleisch und Milch gelegt, deren Produktion emissionsreich ist. Regionaler und ökologischer Anbau sowie faire Produktionsbedingungen tragen zusätzlich zur Emissionsminderung bei.
Reduktionspotential
Es gibt eine Reihe an Maßnahmen, die zu einem klimafreundlichen Speiseplan beitragen. Durch den Ersatz von Milchprodukten kann beispielsweise bis zu 33% der Emissionen, durch vegetarische Ernährung 63% oder durch die Reduktion von der Lebensmittelabfälle bis zu 12% der Emissionen gespart werden. Eine Reduktion der Fleischportionsgröße um 20 g kann bei einer großen Anzahl an Portionen zu mehreren Hundert Kilogramm eingespartem Fleisch führen, was wiederum eine erhebliche Reduktion von CO₂-Emissionen bedeutet.
Schritte zur Umsetzung
Speiseplananalyse: Im ersten Schritt gilt es ein Verständnis dafür zu entwickeln, welche Lebensmittel auf dem Speiseplan klimafreundlich und welche nicht so gut fürs Klima sind. Der NAHGAST-Rechner hilft dabei, Produkte hinsichtlich Umweltauswirkungen, faire Anbaupraktiken, Tierwohl und gesundheitliche Auswirkungen zu bewerten.
Strategien und Maßnahmen entwickeln: Abhängig von der Zielgruppe werden individuelle Strategien zur Anpassung des Speiseplans ausgearbeitet. Unterschiedliche Maßnahmen, wie die Reduktion von Fleisch oder Milchprodukten sollen dabei kombiniert werden.
Maßnahmen ausprobieren und dokumentieren: Jede Einrichtung ist anders strukturiert (u.a. Zielgruppe, Essensangebot, Mahlzeitenzubereitung), weshalb es entscheidend ist, den angestoßenen Prozess zu dokumentieren und Effekte von getesteten Maßnahmen festzuhalten. Dadurch lässt sich nachvollziehen, ob sich tatsächlich positive Veränderungen einstellen bzw. welche Maßnahmen erfolgreich sind.
Überprüfen und anpassen und dranbleiben: Nach einer gewissen Zeit sollten die Maßnahmen überprüft werden: Was hat gut funktioniert und was weniger? Erfolgreiche Ansätze sollten beibehalten, weniger erfolgreiche angepasst werden. Es ist verständlich, dass nicht von heute auf morgen alles umgestellt werden kann. Es geht vielmehr darum, Schritt für Schritt Fortschritte zu machen und den Prozess als langfristige Entwicklung zu verstehen
Kosten und Zeitaufwand
Der finanzielle Aufwand kann, je nach Umstellung, zunächst variieren, wobei pflanzliche Zutaten oft kostengünstiger sind als tierische Produkte. Der Zeitaufwand ist moderat und umfasst die Analyse der aktuellen Speisepläne sowie die Schulung des Personals. Die schrittweise Implementierung ermöglicht eine langfristige und nachhaltige Veränderung des Verpflegungsangebots, welches sowohl klima- als auch gesundheitsorientiert ist.