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Klimaschutz in der Praxis

Eine Person wäscht sich die Hände an einem Waschbecken.
Polina Tankilevitch/Pexels

Wasser sparen

Wasser ist eine wertvolle Ressource – nicht nur in Bezug auf den reinen Wasserverbrauch, sondern auch im Hinblick auf den damit verbundenen Energieeinsatz. Warmwasser trägt mit 16 Prozent wesentlich zum Energieverbrauch im Privathaushalt bei. Für Haushalte lohnt sich Wasser­­sparen gleich mehrfach. Einerseits lassen sich dadurch die Energie- und Wasser­kosten reduzieren. Andererseits sinkt auch der Energie­verbrauch und die CO2-Emissionen. Denn ein großer Teil des verbrauchten Wassers in Deutschland ist Warm­wasser – durch­schnittlich etwa jeder dritte Liter im Haus­halt. Wer effektiv Wasser spart, spart also auch Energie, die zum Erhitzen des Wassers gebraucht wird.

 

Reduktionspotential

Jede eingesparte Kilowattstunde für Warmwasser reduziert den CO₂-Ausstoß. Je nach Maßnahme können große Mengen Wasser, Energie zum Erhitzen des Wassers und somit CO2 gespart werden. Im Folgenden werden einige wassersparende Maßnahmen vorgestellt.

 

Häufiger Duschen statt Baden

  • Eine herkömmliche Badewanne fasst 150 bis 200 Liter.
  • Beim Duschen verbrauchen wir im Schnitt 70 Liter.
  • Reduktionspotential für 2-Personen Haushalt: bis zu 115 kg CO2 im Jahr gespart werden.
  • Kostenersparnis: 95 Euro im Jahr

 

Verwendung eines Sparduschkopfes

  • Ein herkömmlicher Duschkopf verbraucht etwa 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute
  • Sparduschköpfe hingegen lassen nur 6 bis 7 Liter. 
  • Kosten: ca. 20-40 Euro

 

Durchflussbegrenzer einbauen

  • Reduktionspotential: Durchflussbegrenzer können bis zu 50% des Wasserverbrauchs sparen. Perlstrahler (auch Strahlregler oder Perlatoren genannt) optimieren den Wasserstrahl am Hahn und mischen dem Wasser Luft bei. So sinkt der Verbrauch bei gleichbleibendem Reinigungskomfort.
  • Kosten: ca. 10 Euro

 

Wäsche waschen

Das Wäschewaschen verbraucht durchschnittlich etwa 12 % des Wassers im Haushalt. So lässt sich beim Wäschewaschen sparen:

  • Waschmaschinen voll beladen werden.
  • Dank moderner Kaltwaschmittel genügen meist niedrigere Temperaturen.
  • Ökoprogramme haben einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch.
  • Auch auf die Vorwäsche zu verzichten, ist oft kein Komfortverlust, spart aber viel Wasser, Energie und schont die Kleidung.
  • Ist die Wäsche stark verschmutzt, sollte besser länger statt heißer gewaschen werden. Ein Großteil der Wäsche kann auch mit Gallseife vorbehandelt werden.
  • Alte Geräte austauschen und passenden Ersatz suchen. Bei Wasser- und Strom­fressern lohnt sich ein Neukauf, bevor das alte Gerät kaputtgeht. Aber nur, wenn Sie auf eine gute Energieeffizienz­klasse und den „Blauen Engel“ achten.

 

Wassertemperatur optimal regeln

Die Wassertemperatur muss in einer zentralen Heizanlage nicht mehr als 60 Grad Celsius betragen – aber auch nicht weniger, da dies die Mindesttemperatur für den Schutz vor Legionellen ist. Bei dezen­tralen Lösungen wie Durch­lauf­erhitzern genügen niedrigere Temperaturen, da das Wasser hier nicht länger auf dieser Temperatur gehalten wird und so keine Gefahr durch Legionellen besteht:

  • An der Küchen­spüle reichen etwa 45 Grad,
  • zum Duschen ungefähr 38 Grad.

Moderne voll­elektro­nische Durch­lauf­erhitzer lassen sich grad­genau regeln, sodass sofort Warm­wasser mit der gewünschten Temperatur zur Ver­fügung steht und kein Wasser ver­schwendet wird.

 

Toilettenspülung

  • Reduktionspotential: Die Wasserspartaste der Toilettenspülung spart etwa die Hälfte an Wasser pro Spülung

 

Virtuelles Wasser sparen

Virtuelles Wasser meint das Wasser, das bei der Produktion von Waren verbraucht oder verschmutzt wird. Solange wir konsumieren, können wir die Wassermenge (4.000 Liter pro Tag/Person!) nicht vermeiden – wohl aber reduzieren. Und so geht es: 

  • saisonal und regional einkaufen
  • weniger Fleisch konsumieren
  • flicken statt wegwerfen
  • Produkte lange benutzen
  • Recyclingpapier verwenden

Schritte zur Umsetzung

  1. Sensibilisierung: Mitarbeitende oder Haushaltsmitglieder über den Zusammenhang zwischen Wasserverbrauch, Energieeinsatz und CO₂-Emissionen informieren.
  2. Technische Maßnahmen:
    • Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer installieren.
    • Geräte mit Eco-Programmen gezielt einsetzen (z. B. Waschmaschine, Spülmaschine).
    • Wassersparende Armaturen nutzen.
  3. Verhaltensänderungen fördern:
    • Geschirrspüler und Waschmaschinen nur voll beladen nutzen

    • Wasser beim Zähneputzen oder Einseifen abstellen.

    • Kurzes Duschen statt Baden.
      Hände mit kaltem Wasser waschen, wenn kein Warmwasser nötig ist.

  4. Regenwassernutzung: Regenwasser für Gartenbewässerung verwenden, um Trinkwasser zu sparen.

Kosten und Zeitaufwand

Viele Maßnahmen sind kostengünstig umsetzbar oder lohnen sich schnell:

  • Sparduschköpfe kosten einmalig rund 20–40 €, die jährliche Ersparnis liegt deutlich höher.

  • Durchflussbegrenzer sind bereits für unter 10 € erhältlich.

  • Die Nutzung von Eco-Programmen erfordert keine Zusatzkosten.

Insgesamt ist Wassersparen eine besonders wirtschaftliche Maßnahme mit hoher ökologischer Wirkung.

 

Weitere Ideen zum Wassersparen: https://www.warmwasserspiegel.de/verbrauch-senken/wasser-sparen-die-10-besten-tipps/#c89969