
Elterngeld – Endlich mehr Anreiz für Väter, Sorgearbeit zu übernehmen
Presse-Statement von Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, anlässlich der von der Bundesregierung angekündigten Änderungen beim Elterngeld
„Der Paritätische begrüßt die Ankündigungen von Bundesfamilienministerin Prien zur Anpassung des Elterngeldes und unterstützt diese. Die Kürzung des Basiselterngeldes auf zwölf Monate ist vom Tisch. Es bleibt bei 14 Monaten, wenn beide Elternteile mindestens vier Monate nehmen. Das gibt Familien Luft, bis das Kind in der Kita angekommen ist. Erstmals seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 steigen jetzt endlich Mindest- und Höchstbetrag. Dass dies nach fast zwanzig Jahren endlich umgesetzt wird, ist ein großer Erfolg.
Auch das geplante 4-6-4-Modell mit vier reservierten Monaten je Elternteil und sechs frei aufteilbaren Monaten setzt den richtigen Anreiz. In den reservierten Monaten sollen statt bisher in der Regel 65 künftig 80 Prozent des ausfallenden Nettoeinkommens ersetzt werden. Bislang bleiben meist Frauen zu Hause, wenn es um Sorgearbeit geht, und tragen die damit verbundenen Lohneinbußen. Wenn Väter vier Monate nehmen und dafür spürbar mehr Geld bekommen, rechnet sich der Weg zu mehr Gleichstellung endlich auch am Küchentisch.
Unser Ziel bleibt, dass sich beide Eltern die Zeit nach der Geburt gleichmäßig teilen. Bis dahin ist noch ein Stück zu gehen. Dafür braucht noch eine bezahlte Freistellung für den zweiten Elternteil in den ersten zehn Tagen nach der Geburt. Dann beginnt das Familienleben von Anfang an wirklich gemeinsam.“