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Informationen / Bericht - Veranstaltung Eltern in Haft: Bindung, Beziehung und Kontakt zu den Kindern, 25.11.2021

Der Paritätische Fachtag gab in Zusammenarbeit mit Expert*innen aus dem Bereichen Psychologie, Jugendhilfe und Straffälligenhilfe Einblicke u. a. in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Relevanz von Kontakt in der Eltern-Kind-Beziehung und der kindlichen Entwicklung, zu deren Herausforderungen im Justizvollzugsalltag sowie in der Jugend- und Straffälligenhilfe

Am 25. November 2021 erhielten die Teilnehmenden der Paritätischen Fachtagung „Eltern in Haft: Bindung, Beziehung und Kontakt zu den Kindern“ von Dr. Anne Katrin Künster (Diplom-Psychologin, Leiterin Institut Kindheit und Entwicklung, IKE) einen spannenden Einblick in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Relevanz von Kontakt in der Eltern-Kind-Beziehung und der kindlichen Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass für Kinder Kontakt und Bindung zu Bezugspersonen die „sichere Basis“ zur Erkundung ihrer Welt und der „sichere Hafen“ bei Belastungen sind. Je nach Alter und Entwicklungsphase der Kinder müsse der Kontakt vorbereitet, beobachtet und bewusst gestaltet werden. Die Inhaftierung eines Elternteils sollte innerhalb der Familie offen kommuniziert werden, um einen schützenden und unbelasteten Umgang im sozialen Umfeld zu ermöglichen.

Frank Grotjohann (Leiter Justizvollzugsanstalt Bützow) lenkte den Blick auf die Herausforderung im Justizvollzugsalltags. Aus Perspektive des Strafvollzugs seien bedarfsgerechte Angebotsstrukturen erforderlich, die mit entsprechenden Ressourcen hinterlegt werden müssen, so dass diese Angebote zu einem Standard werden. Dabei könne die Justizvollzugsanstalt als Institution kein vertrauensvoller Ansprechpartner für die betroffenen Familien sein, sondern lediglich versuchen einen neutralen Rahmen zu bieten. In diesem Rahmen müssten freie Träger gefunden werden, die unter den restriktiven Bedingungen in einer Justizvollzugsanstalt Unterstützungsangebote leisten wollen und können.

Jutta Möllers (Landesjugendamt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe) nahm die anspruchsvolle Perspektive der Jugendhilfe ein und machte deutlich, dass Regelangebote der Jugendhilfe entsprechend der besonderen Zielgruppe der Kinder inhaftierter Eltern angepasst und weiterentwickelt werden müssten. Daneben sei aber auch die Entwicklung und Umsetzung von speziellen Konzepten notwendig. Eine große Herausforderung sah Jutta Möllers in der Zusammenarbeit von Jugendamt und Justizvollzugsanstalt aufgrund der sehr unterschiedlichen Strukturen vor Ort.

Aylin Seuferling (Treffpunkt e.V., Nürnberg) machte deutlich, welche Hürden die freie Straffälligenhilfe nehmen müsse, um mit den betroffenen Familien überhaupt in Kontakt zu kommen. Nur durch unterschiedliche Angebote und konzeptionelle Ansätze könnten freie Träger beim Erhalt und Aufbau von Kontakt und Beziehung zwischen inhaftierten Eltern und Kindern unterstützen.

Den Vortrag und zwei Inputs können als PDF im Anhang heruntergeladen werden.

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