Kinderschutz in Zeiten von Corona - Ausweitung der bundesweiten Kontakt- und Beratungsangebote und fachliche Anregungen
Beispielhaft für erweiterte Hilfs- und Beratungsangebote bundesweit sind die Kampagne des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) "Kein Kind alleine lassen" oder das erweiterte Angebot der "Nummer gegen Kummer" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Neben dem Bemühen der finanziellen Absicherung der Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe und den Fragen zur Umsetzung des Infektionsschutzes in den Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe, wird das Thema Kinderschutz in Corona-Zeiten aktuell übergreifend thematisiert. Mittlerweile gibt es dazu auch spezielle Ausführungen, fachliche Anregungen und Hinweise.
Die Kinder- und Jugendhilfe steht in diesen Zeiten aus vielen Richtungen massiv unter Druck. Dabei geht es zunächst einmal um die Zielgruppen des Sozialgesetzbuches Acht (SGB VIII) selbst. Kinder, Jugendliche und ihre Familien trifft es angesichts von Kontaktsperren und Isolation sowie der kompletten räumlichen und sozialen Reduzierung ihres Alltags auf die eigenen vier Wände besonders hart. Die Grenzen des Kindeswohls werden in solchen Situationen schneller erreicht. Fragen von Benachteiligung und sozialer Ungleichheit werden sich verschärft auf die Kinder und Jugendlichen auswirken, die schon ohne Corona unter den Widrigkeiten struktureller Benachteiligung zu leiden haben. Für mehr Familien wird sich die Corona-Krise zu einer eigenen Krise durch finanziellen und psychosozialen Druck ausweiten, je länger die Maßnahmen dauern.
Die Angebote der öffentlichen als auch der freien Kinder- und Jugendhilfe sind seit Wochen mit Hochdruck dabei, neue Wege zu finden, dem Auftrag des SGB VIII und somit den Bedürfnissen und Bedarfen dieser Kinder, Jugendlichen und Familien gerecht zu werden. Das Thema Kinderschutz in Zeiten von Corona erfährt dabei eine hohe Aufmerksamkeit. Hier finden Sie eine Zusammenstellung aktueller Angebote und fachlicher Hinweise:
Bundesweit ausgeweitete Hilfe- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche, Familien
Die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien, sich telefonisch oder digital beraten zu lassen und einen Hilfebedarf anzuzeigen, sind erheblich ausgeweitet worden. Die wichtigsten bundesweiten Angebote sind diese:
"Kein Kind alleine lassen" des UBSKM
"Nummer gegen Kummer" des BMFSFJ
Onlineberatung für Kinder und Jugendlich der bke
Erste Praxishinweise und Anregungen für die freie und öffentliche Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von Corona
Auf der neuen Online-Plattform für die Kinder- und Jugendhilfe "forum-transfer" finden sich unter dem Stichwort "Kinderschutz" erste Praxishinweise und Anregungen (Tools&Werkzeuge, Umgang mit Unsicherheiten, Anforderungen an Rahmenbedingungen, Arbeitsorganisatorische Fragen, rechtliche Fragen, Datenschutz, Weiterentwicklungspotentiale), wie Kinderschutz in Zeiten von Corona erfolgen kann. Die Seite lebt davon, dass über den Austausch zwischen Fachkräften Informationen und Erfahrungen auf der Seite gesammelt werden. Die Informationen werden aus der Perspektive der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe aufgearbeitet.
Der Kinderschutzbund Bundesverband berichtet online über die Umstellung der Angebote des Kinderschutzbundes vor Ort in Corona-Zeiten.
Rechtliche Einordnung von Kinderschutz und Kindeswohlaspekten in Corona-Zeiten
Nach wie vor bietet die Seite des Deutschen Instituts für Jugend und Familie (DIJuF) mit den FAQ zu Corona und Kinder- und Jugendhilfe den besten und umfänglichsten Überblick zur rechtlichen Einordnung u.a. von Kinderschutz und Kindeswohlaspekten in der aktuellen Lage. Die FAQ werden regelmäßig erweitert und aktualisiert.
Einschätzungen in Sachen Kinderschutz in Coronazeiten - Was braucht es?
Verschiedene Einschätzungen zu der Frage, was es in Sachen Kinderschutz in Zeiten von Corona braucht, finden Sie hier
Zwischenruf der Erziehungshilfefachverbände - Handlungsbedarf bei Sicherstellung des Kinderschutzes
Zwischenruf der Kinderschutz - Zentren - Was Kinderschutz in der gegenwärtigen Krise bedeutet und braucht
Appell aus der Wissenschaft: Mehr Kinderschutz in der Corona-Pandemie