Neue DeZIM-Auswertung: Mehrheit der Bevölkerung erkennt Rassismus in Deutschland an
Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung Rassismus in Deutschland als gesellschaftliche Realität anerkennt. Deutlich uneinheitlicher fallen die Einschätzungen aus, wenn es um rassistische Diskriminierung in Behörden und gesellschaftliche Strukturen geht.
Die Ende Oktober 2026 veröffentlichte Publikation „Rassismus in Deutschland: Wahrnehmung von Verbreitung und gesellschaftlichem Ausmaß“ entstand im Rahmen des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa). Grundlage ist eine bundesweite, repräsentativ gewichtete Befragung von 8.171 Personen, die zwischen Oktober und Dezember 2025 durchgeführt wurde.
Zentrale Ergebnisse der Studie:
- Rund 72 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass es Rassismus in Deutschland gibt. Lediglich 6 Prozent widersprechen.
- Rund 63 Prozent sind der Auffassung, dass Menschen sich auch ohne bewusste Absicht rassistisch verhalten können.
- Rund 41 Prozent stimmen der Aussage zu, dass es rassistische Diskriminierung in deutschen Behörden gibt.
- Rund 38 Prozent stimmen der Aussage zu, dass wir in einer rassistischen Gesellschaft leben. Auch bei dieser Frage entscheidet sich etwa ein Drittel für die mittlere Antwortkategorie.
Bei der Einschätzung, ob wir in einer rassistischen Gesellschaft leben, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen: Während rund 48 Prozent der rassistisch markierten Befragten dieser Aussage zustimmen, sind es unter den nicht rassistisch markierten Personen rund 35 Prozent. Auch zwischen Frauen (45 Prozent) und Männern (31 Prozent) bestehen deutliche Unterschiede.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die grundsätzliche Anerkennung von Rassismus nicht automatisch mit einem einheitlichen Verständnis seiner institutionellen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen einhergeht. Für die Migrationssozialarbeit sind insbesondere die Befunde zur Wahrnehmung von Rassismus in Behörden von Interesse.
Weitere Informationen: DeZIM-Publikation: Rassismus in Deutschland – Wahrnehmung von Verbreitung und gesellschaftlichem Ausmaß