Zum Hauptinhalt springen

Presse

Pressekontakt

Newsroom

Abschaffung des Soli: Paritätischer kritisiert Pläne von Finanzminister Scholz und fordert steuerpolitischen Kurswechsel

Pressemitteilung
Erstellt von Gwendolyn Stilling

Pressemeldung vom 12.08.2019

Als kurzsichtig und in der Sache völlig unverständlich kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zur fast kompletten Abschaffung des Solidaritätszuschlags ohne Kompensation. Der Verband fordert eine solidarische steuerliche Gegenfinanzierung.

Ohne Gegenfinanzierung gingen dem Haushalt durch diese Maßnahme rund zehn Milliarden Euro verloren, die dringend für die Infrastruktur in Deutschland gebraucht werden, warnt der Paritätische. „Schon jetzt gibt es einen milliardenschweren Investitionsstau, sei es im Kita-Bereich, der Pflege oder der Mobilität. Auch die großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit wie die steigende Altersarmut oder die wachsende Wohnungsnot lösen sich nicht zum Nulltarif“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Vor diesem Hintergrund sei es überhaupt nicht nachvollziehbar, wie die Koalition auf zehn bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr verzichten könne.

Der Paritätische bewertet die Pläne darüber hinaus auch als sozialpolitisch kontraproduktiv. Geringverdiener*innen und Hartz-IV-Beziehende gingen bei diesem Steuergeschenk völlig leer aus; im Ergebnis würden die Armen noch weiter abgehängt. „Es ist eine Steuerpolitik, die den ohnehin erodierenden Zusammenhalt dieser Gesellschaft weiter gefährdet. Nicht nur sozial, sondern auch regional ist Deutschland ein tief gespaltenes Land. In diesen Zeiten braucht es mehr statt weniger Solidarität“, so Schneider.

Der Verband fordert nicht nur eine volle Kompensation der Einnahmeausfälle durch Abschaffung des Solis, sondern einen grundsätzlichen Kurswechsel hin zu einer solidarischen Steuer- und Finanzpolitik. Notwendig sei eine stärkere Heranziehung hoher Einkommen sowie großer Vermögen und Erbschaften, um den Sozialstaat nachhaltig zu finanzieren.

Abonnieren Sie hier unsere Pressemitteilungen und bei Interesse auch unseren News-Service, den sie sich individuell je nach ihrem Themeninteresse einrichten können. 

Unser aktuelles Mitgliedermagazin: Armut bekämpfen!

Laut Paritätischem Armutsbericht gelten über 13 Millionen Deutsche als arm beziehungsweise als armutsgefährdet. Zählt man die Belastung durch die Wohnkosten dazu, sind es sogar über 18 Millionen. Den wenigsten sieht man ihre finanzielle Situation tatsächlich an. Jenseits der plakativen und verzerrten Darstellungen ist Armut damit häufig unsichtbar, und somit sind arme Menschen auch oft ungehört.

Armutsbetroffenen Menschen eine Stimme zu geben, ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Anliegen des Paritätischen Gesamtverbands. Sie sind Expert*innen in eigener Sache, die viel zu selten gehört werden und in den Medien nur als Opfer oder als Nutznießer des Sozialsystems vorkommen.

Und um das zu ändern, veranstalten wir in einer Woche gemeinsam mit der Diakonie und der NAK unseren Gipfel gegen Ungleichheit in Berlin-Kreuzberg. Hier treffen Wohlfahrt, Armutsbetroffene und Künstler*innen aufeinander und gehen in den Austausch.

Das wollen wir auch mit dieser Ausgabe unseres Paritätischen Mitgliedermagazins leisten: auf Armut aufmerksam machen, aber auch Lösungswege aufzeigen. Und vor allem wollen wir Armut bekämpfen!

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

Hier reinlesen

Der Paritätische in den Medien: Unsere Presseschau

Abschaffung des Soli: Paritätischer kritisiert Pläne von Finanzminister Scholz und fordert steuerpolitischen Kurswechsel

Pressemitteilung
Erstellt von Gwendolyn Stilling

Pressemeldung vom 12.08.2019

Als kurzsichtig und in der Sache völlig unverständlich kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zur fast kompletten Abschaffung des Solidaritätszuschlags ohne Kompensation. Der Verband fordert eine solidarische steuerliche Gegenfinanzierung.

Ohne Gegenfinanzierung gingen dem Haushalt durch diese Maßnahme rund zehn Milliarden Euro verloren, die dringend für die Infrastruktur in Deutschland gebraucht werden, warnt der Paritätische. „Schon jetzt gibt es einen milliardenschweren Investitionsstau, sei es im Kita-Bereich, der Pflege oder der Mobilität. Auch die großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit wie die steigende Altersarmut oder die wachsende Wohnungsnot lösen sich nicht zum Nulltarif“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Vor diesem Hintergrund sei es überhaupt nicht nachvollziehbar, wie die Koalition auf zehn bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr verzichten könne.

Der Paritätische bewertet die Pläne darüber hinaus auch als sozialpolitisch kontraproduktiv. Geringverdiener*innen und Hartz-IV-Beziehende gingen bei diesem Steuergeschenk völlig leer aus; im Ergebnis würden die Armen noch weiter abgehängt. „Es ist eine Steuerpolitik, die den ohnehin erodierenden Zusammenhalt dieser Gesellschaft weiter gefährdet. Nicht nur sozial, sondern auch regional ist Deutschland ein tief gespaltenes Land. In diesen Zeiten braucht es mehr statt weniger Solidarität“, so Schneider.

Der Verband fordert nicht nur eine volle Kompensation der Einnahmeausfälle durch Abschaffung des Solis, sondern einen grundsätzlichen Kurswechsel hin zu einer solidarischen Steuer- und Finanzpolitik. Notwendig sei eine stärkere Heranziehung hoher Einkommen sowie großer Vermögen und Erbschaften, um den Sozialstaat nachhaltig zu finanzieren.


Neueste Beiträge auf unserem Blog

Resilienz beweist sich im Alltag, nicht nur im Notfall

Die Resilienz einer Gesellschaft beweist sich auch in der Funktionsfähigkeit ihrer sozialen Einrichtungen, schreibt Katja Kipping. zum Blogeintrag

Das war unser Armutsgipfel

Zwei Tage lang wurde in Kreuzberg das Thema Armut und die Wege daraus diskutiert. Menschen mit Armutserfahrung prägten mit ihren Erfahrungen die Debatte. zum Blogeintrag


Downloads

Pressefotos und Vita

Logo Paritätischer Gesamtverband