Klimapolitik im Paritätischen Gesamtverband

Die Folgen des Klimawandels sind mit existenziellen Verwerfungen verbunden, deren Hauptlast die Ärmsten der Bevölkerung tragen. Um der Klimakrise entgegenzutreten, fordert der Paritätische einen gerechten und konsequenten Klimaschutz. Soziale Gerechtigkeit ist unser Kompass. Daher verstehen wir die Schnittstelle von Klima- und Sozialpolitik als strategisches Arbeitsfeld.
Auf Grund der massiven Emissionen in den korrespondierenden Sektoren sind wir vor allem in den Bereichen Wärme- und Mobilitätswende aktiv. Aus Paritätischer Sicht haben wir konkrete Anregungen, die Wärme- und Mobilitätswende verstärkt in Angriff zu nehmen. Der Verband hat zudem Studien, Positionspapiere und Stellungnahmen zu klimapolitischen Themen veröffentlicht.
Bereiche

Gebäude & Energie
Knapp 50% der Menschen in Deutschland wohnen zur Miete. Sie können nicht darüber entscheiden, wie ihre Wohnung beheizt wird. Energetische Sanierung passiert mitunter zu ihren finanziellen Lasten. Davor müssen sie geschützt werden. Gleichzeitig gilt es, z.B. durch Ordnungsrecht die Emissionen im Gebäudesektor drastisch zu reduzieren. Daher setzen wir uns für eine soziale Wärmewende ein.

Verkehr & Mobilität
Mobilität ist ein Grundbedürfnis und stellt einen essenziellen Bestandteil sozialer Teilhabe dar. Im Verkehrssektor findet seit jeher kaum eine Minderung der Emissionen statt. Die deutlicher werdenden klima- und umweltpolitischen Verheerungen des derzeitigen Verkehrssystems zeigen, dass hier ein Wandel stattfinden muss. Wir setzen uns im Rahmen einer sozial gerechten Mobilitätswende für die Stärkung des ÖPNV, Barrierefreiheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz ein.

Ernährung & Verpflegung
Ernährung ist ein Querschnittsthema, bei dem sich gesundheits- und sozialpolitische mit ökologischen Aufgaben verbinden. Viele Menschen sind von Ernährungsarmt betroffen, denn ihr Einkommen reicht nicht aus, um sich eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung leisten zu können. Zusätzlich bietet die Versorgung von 17 Millionen Menschen in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung die Gelegenheit zu einer (klima-)gesunden Ernährung. Die Ernährungswende soll die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich alle Menschen (klima-)gesund ernähren können. Der Paritätische setzt sich dafür ein, dass dies gelingt.

Sozial gerechte Klimapolitik
Wir verstehen Klimaschutz als zutiefst soziale Frage. Die Folgen des Klimawandels treffen vulnerable Gruppen besonders. Menschen mit geringen Einkommen können sich weniger Ausweichmöglichkeiten leisten. Zwei Kipppunkte gilt es zu vermeiden: Den Umschlag von steigender globaler Erwärmung zur Klimakatastrophe, ab dem ein Gegensteuern kaum noch möglich ist sowie den sozialen Kipppunkt. Beständige soziale Verunsicherung und multiple Krisen befördern ein gesellschaftliches Klima, von dem die Feinde der Demokratie profitieren. Sozialer Ausgleich und konsequenter Schutz vor Armut sind bei Klimaschutzmaßnahmen immer mitzudenken.
Schwerpunkte und Veröffentlichungen

Sozialticket-Atlas: Mobilität als Wohnort-Lotterie
Mobilität ist ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Millionen Menschen ohne eigenes Auto – darunter Kinder, Jugendliche, Ältere, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Armutsbetroffene – sind täglich auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Das Deutschlandticket ist für viele unbezahlbar. Der Sozialticket-Atlas des Paritätischen Gesamtverbands gibt einen bundesweiten Überblick über vergünstigte Nahverkehrstickets – und offenbart alarmierende Lücken.
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Wärmewende: Die reine Marktlösung macht Heizen zum Luxus
Warum es weder sozial noch ökologisch wäre, das Heizungsgesetz durch den CO2-Preis zu ersetzen und was es stattdessen wirklich braucht.
Das Thema Heizen ist seit der Debatte um das sog. Heizungsgesetz politisch und diskursiv aufgeladen. Zwischenzeitlich wurde eine reine Marktlösung über CO2-Preise diskutiert, um den Bereich Gebäudeenergie zu regeln. Ein sozialer Ausgleich fehlte. Das Fazit einer gemeinsamen Studie mit dem Öko-Institut lautete: Heizen würde so zum Luxus.
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Paritätische Positionen zur Mobilitätswende
Eine ökologisch sinnvolle und zugleich sozial gerechte Mobilitätswende stellt für uns keinen Widerspruch dar. Als Vertretung von über 10.700 Mitgliedsorganisationen im Bereich der gesundheitlichen und sozialen Arbeit können wir an der zentralen Frage der Mobilität nicht vorbeigehen. Daher haben wir entlang der Belange der Mitgliedschaft eine Grundsatzposition zur Mobilitätswende entworfen. Sie enthält zusätzlich Handlungsempfehlungen für die Politik und Anregungen für die Praxis.
Hier geht es zum PositionspapierFachinfos
Mobilitätspolitische Positionen des Paritätischen Gesamtverbandes
28. April 2026
Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamzverbands hat am 24.04.2026 eine Grundsatzposition zur Mobilitätswende verabschiedet.
Mehr erfahrenErnährungspolitische Position des Paritätischen
28. April 2026
Am 24.04.2026 hat der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbands eine Grundsatzposition zum Thema Ernährungspolitik mit dem Ziel einer nachhaltigen Ernährungswende beschlossen. Das Positionspapier zur Ernährungswende arbeitet heraus, warum das Thema Ernährungspolitik den Paritätischen Gesamtverband betrifft, skizziert die Problemlagen und benennt grundlegende Zielstellungen. Schließlich münden die Positionen in Lösungsvorschlägen und Anregungen für die eigene Praxis.
Mehr erfahrenFraktionsspitzen haben Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt
06. März 2026
Am 24. Februar 2026 haben die Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt. Das GMG soll das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen, das im öffentlichen Diskurs unter dem politisch geprägten Begriff „Heizungsgesetz" bekannt wurde. Bis Ostern 2026 soll bereits ein Kabinettsentwurf vorliegen, damit das neue Gesetz zum 1. Juli 2026 in Kraft treten kann.
Mehr erfahrenEil-Appell: Grüngasquote im Wärmesektor stoppen!
24. Februar 2026
Internen Informationen zufolge sollen noch am 24. Februar die Eckpunkte für ein reformiertes Gebäudeenergiegesetz veröffentlicht werden. Die Vorgabe, neu eingebaute Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, soll kippen. Stattdessen wird von einer Grüngasquote berichtet. Dies ist aus Klimaschutz- sowie Verbraucher*innensicht verheerend!
Gemeinsam mit unserem Kollegialverband Caritas sowie Umweltverbänden warnen wir vor den Belastungen durch eine solche Grüngasquote.
Mehr erfahrenBündnis-Appell: Keine Aufweichung des Gebäudeenergiegesetzes!
10. November 2025
Derzeit vehandelt die Bundesregierung über eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes, das auch als Heizungsgesetz bekannt ist. Gemeinsam mit der Gebäude-Allianz appelliert der Paritätische Gesamtverband in einem offenen Brief an die Bundesregierung, das Gesetz nicht aufzuweichen: Auch künftig sollen neu eingebaute Heizungen mit mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien betrieben werden!
Mehr erfahrenETS-2 und Klima-Sozialfonds: Sozial gerechte Umsetzung des EU-Emissionshandels in Deutschland sicherstellen
30. Juni 2025
Ab 2027 müssen in den Bereichen Gebäude und Verkehr CO2-Zertifikate ersteigert werden, was zu höheren Kosten für Tanken und Heizen führen wird. Besonders Menschen mit geringen Einkommen sind betroffen. Um soziale Härten zu vermeiden, hat die EU einen Klima-Sozialfonds eingerichtet, doch Deutschland hat die Frist zur Umsetzung verpasst. Der Paritätische fordert nun zusammen mit anderen Verbänden eine sozial gerechte Lösung.
Mehr erfahrenDeutschlandticket retten: Sozial gerechte Finanzierung sicherstellen – ein Appell an die Verkehrsminister*innen
27. Juni 2025
Das beliebte Deutschlandticket droht teurer zu werden. Dabei ermöglicht es rund 13,5 Mio. Menschen klimafreundliche Mobilität in Bus und Bahn. Der aktuelle Preis von 58€ ist bereits für viele Menschen nicht leistbar. Steigt der Preis erneut, steigen viele Menschen wieder aufs Auto um oder büßen ihre Bewegungsfreiheit komplett ein. Das wäre ein großer Rückschlag für den Klimaschutz und die soziale Teilhabe!
Anlässlich der Sonderkonferenz der Verkehrsminister*innen am 27.06. hat sich der Paritätische zusammen mit dem Verkehrsclub Deutschland der Aktion von Campact e.V. vor der Bayerischen Landesverwaltung in Berlin angeschlossen und die Rettung des Deutschlandtickets gefordert.
Mehr erfahrenBündnisse und Zusammenarbeit
Wir sind Mitglied der Klima-Allianz Deutschland, dem breiten gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Mit über 140 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften setzt sie sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Unsere gemeinsamen Forderungen zur Bundestagswahl 2021 finden Sie hier.
Das von der Stiftung Mercator geförderte Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende ist seit 2019 zentrale Plattform und Resonanzboden für die Debatte rund um die Zukunft der Mobilität. Es initiiert und gestaltet gesellschaftliche Diskurse und liefert zugleich praxisnahe Impulse für politische Entscheider*innen, um Konzepte in die Realität umzusetzen.
Um die Mobilitätswende sozial gerecht zu gestalten, müssen die Kosten fair verteilt und bezahlbare, barrierefreie Alternativen geschaffen werden. Das gilt für Menschen mit geringen Einkommen, in ländlichen Regionen und mit Behinderungen - und es gilt für die sozialen Einrichtungen, die täglich mit zahlreichen Fahrzeugen unterwegs sind, um Menschen zu versorgen. Beides gehört zusammen. Mit dem Bündnis haben wir eine starke gemeinsame Stimme dafür!
Mehr erfahrenDie Träger der Freien Wohlfahrtspflege setzen sich für die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) ein und sie haben sich zum Teil ambitionierte Ziele zur Erreichung von Klimaneutralität ihrer Einrichtungen und Dienste gesetzt.
Das Potenzial der rund 120.000 Träger, Einrichtungen und Dienste mit ihren Immobilien, ihrer Mobilität, ihrer Beschaffung und ihrer Gemeinschaftsverpflegung CO2-Emissionen einzusparen und dazu beizutragen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht, ist groß.
In zahlreichen Projekten wird dieses Thema auf Bundes- und Landesebene vorangebracht. Diese Projekte sind wichtige Anstöße, es wird aber eine vollständige Refinanzierung von nachhaltigen Zukunftsinvestitionen benötigt, um den notwendigen ökologischen Wandel zeitnah umzusetzen. Daher setzt sich die AG Nachhaltigkeit und Klima der BAGFW für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Klimaschutz in der Freien Wohlfahrtspflege ein, in dem sie Positionen erarbeitet und mit politischen Entscheidungsträger:innen das Gespräch sucht.
Mehr erfahrenDie Gebäude-Allianz ist ein breites Bündnis aus über 30 Umweltorganisationen, Verbraucherinitiativen, Verbänden, Gewerkschaften und Unternehmen. Gemeinsam setzen wir uns für eine sozial gerechte, verlässliche Wärmewende ein, die uns zielsicher zu einem klimaneutralen Gebäudebestand führt. Eine erfolgreiche Energiewende kann nur gelingen, wenn Energieeffizienz und erneuerbare Wärme zusammengedacht werden.
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