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Grafik mit einer Hand mit Euroscheinen, zwei sich reichenden Händen und einem Ausrufezeichen

Forderungen zum Start der Bund-Länder-AG zur Erarbeitung einer großen Pflegereform

Am 07. Juli 2025 hat eine Bund-Länder-AG zur Erarbeitung einer Pflegereform ihre Arbeit unter dem Titel „Zukunftspakt Pflege“ aufgenommen. Bis Ende des Jahres sollen Eckpunkte vorgelegt werden. Vorsitzende der Kommission ist Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Die Länder werden durch die jeweils für die Pflegeversicherung zuständigen Minister*innen oder Staatssekretär*innen vertreten. Weitere Mitglieder sind Familienministerin Karin Prien, die Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler, die Präsidenten der drei kommunalen Spitzenverbände, sowie Vertreter des BMAS, des BMBFSFJ, des BMWE, des BMF und des Kanzleramts. Hinzu kommen die pflegepolitischen Sprecher und Fraktionsvizes der Regierungsfraktionen.

Die Situation von Pflegebedürftigen droht sich zu verschlechtern: Durch Leistungskürzungen und steigende Kosten! Wir sagen, dass die Reform nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen darf. Stattdessen fordern wir gemeinsam mit einem breiten Bündnis mit der solidarischen Pflegevollversicherung einen Systemwechsel.

Eine Ausgabenkappung zu Lasten der Pflegebedürftigen und Pflegenden ist keine Lösung für die defizitäre Finanzsituation der Pflegeversicherung – wir brauchen einen Systemwechsel bei den Finanzen. Unser Gutachten zu den Beitragssatzeffekten einer Pflege-Bürgervollversicherung zeigt, wie sich die Beitragssatzentwicklung und die Finanzen der Pflegeversicherung bei steigenden Ausgaben stabil halten lassen. Ein konkreter Reformvorschlag ist die Pflege-Bürgervollversicherung, unter Einbeziehung der Privatversicherten in die Sozialversicherung, der Einbezug weiterer Einkommensarten und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Wie unsere Berechnungen zeigen, sind die durch die Bürgerversicherung generierten Mehreinnahmen auch langfristig ausreichend, um die Vollversicherung (vollständige Übernahme der pflegebedingten Kosten in der stationären Pflege und eine bedarfsgerechte Leistungserhöhung im ambulanten Bereich) zu finanzieren. Für die Pflegeversicherung führen die Bürgerversicherungselemente zu einer Beendigung der strukturellen Einnahmeschwäche und stabilisieren die Finanzierung dieses Systems daher auch nachhaltig.

In der Bund-Länder-AG zur Erarbeitung einer Pflegereform zeichnet sich hingegen ab, dass als mögliche Reformansätze zur Weiterentwicklung des Umlagesystems insbesondere ein kapitalgedeckter Pflegevorsorgefonds und eine „verpflichtende individuelle Absicherung der privaten Eigenvorsorge“ eine Rolle spielen soll. Die vom Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) geforderte Pflege-Zusatzversicherung ist aus unserer Sicht keine tragfähige Lösung. Die bisher berechneten Modelle des PKV Experten-Rates „Pflegefinanzen“ zur „Pflege-Plus-Versicherung“ als Vorschlag für eine sog. generationengerechte, paritätische Pflegekostenversicherung zeigen, dass es sich dabei um ein im Vergleich zur Pflege-Bürgervollversicherung teureres Modell handelt, welches dabei lediglich 90 Prozent der pflegebedingten Eigenanteile abdeckt und – viel gravierender noch – alle Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit unberücksichtigt lässt.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Kampagnenwebsite.

 Grafik mit blauer Hintergrundfarbe und weißem, rotem und blauem Text. Titel in einem roten Kasten: „Große Pflegereform:“. Darunter der Text: „So können drohende Kürzungen zulasten Pflegebedürftiger verhindert werden!“ Die Wörter „Kürzungen“ und „verhindert“ sind blau unterstrichen. Unten sind stilisierte weiße Zeichnungen zweier Hände, die sich annähern. Am unteren Rand sind die Logos von elf Organisationen abgebildet, darunter Der Paritätische Gesamtverband, ver.di, DGB, ASB, Volkssolidarität, SoVD und AWO.
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Grafisches Element: Eine Hand hält Euro-Scheine, dazu Text: Wer wird sich in Zukunft noch Pflege leisten können? Aktuell verhandeln Vertreter*innen von Bund, Ländern und Kommunen im Auftrag der Bundesregierung über die Zukunft der Pflege.    Die Situation von Pflegebedürftigen droht sich zu verschlechtern: Durch Leistungskürzungen und steigende Kosten!
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 Grafik mit blauem Hintergrund und weißem Text. Überschrift: „So kann die Pflegeversicherung solidarisch reformiert werden:“. Die Wörter „solidarisch“ und „Für eine solidarische Pflegevollversicherung“ sind fett hervorgehoben. Darunter fünf Stichpunkte mit roten Ausrufezeichen: Keine Kürzungen, höhere Einkommen stärker einbeziehen, Einbezug der privaten Pflegeversicherung, vollständige Kostenübernahme, solidarische Pflegevollversicherung. Rechts am Rand ein großes gelbes Ausrufezeichen als grafisches Element.
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Infografik mit der Überschrift: Kostenexplosion in der Pflege stoppen. Das zahlst du im ersten Jahr pro Monat durchschnittlich für einen Platz im Pflegeheim: Aktuell 3118 Euro, mit Vollversicherung 1.531 Euro.
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