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Paritätische Träger von Integrationskursen fordern Nachbesserungen

Träger, die seit Jahren bundesgeförderte Sprachkurse anbieten, setzen sich stetig für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein. Im Rahmen eines Vernetzungstreffens haben sie sich zu Chancen und Herausforderungen in Zeiten von Pandemie, politischen Krisen und neuer Bundesregierung ausgetauscht und konkrete Forderungen gestellt.

Das Vernetzungstreffen, zu dem der Paritätische Gesamtverband Integrationskursträger einmal im Jahr einlädt, fand am 27. April 2022 im Zeichen aktuell spannender Entwicklungen statt.

Fast zeitgleich gab es nämlich zwei große Entwicklungen: zum einen erhielten Geflüchtete aus der Ukraine durch die Umsetzung des Durchführungsbeschlusses des Rates zur Feststellung des Bestehens eines Massenzustroms im Sinne des Artikels 5 der Richtlinie 2001/55/EG und zur Einführung eines vorübergehenden Schutzes ab etwa Mitte März 2022 Zugang zu den bundesgeförderten Sprachkursen. Etwa drei Wochen später fielen mit einer neuen Corona-Verordnung in den Bundesländern die meisten Corona-Regeln, so dass Träger umfänglich in den Normalbetrieb (Präsenzunterricht) zurückkehren konnten.

Entsprechend der aktuellen Entwicklungen fand der fachliche Austausch wunschgemäß zu zwei großen Themen statt:  die Digitalisierung des Unterrichts sowie Vorschläge zu einer auskömmlichen Finanzierung.

Es wurde weiterhin berichtet, dass digitaler Unterricht in niedrigschwelligen Kursen schwierig umzusetzen ist. Teilnehmer*innen benötigen mehr Zeit und ggf.  bedarfsbezogene Hilfsmittel für den Einstieg in den digitalen Unterricht. Da je nach Entwicklung der Infektionszahlen ein weiterer Lockdown nicht ausgeschlossen wird, wünschen sich die Träger in solch einem weiteren Fall, den Präsenzunterricht unter der Voraussetzung einer Neuregelung und der Senkung der Teilnehmer*innenzahl (wegen fehlender verfügbarer Räume bei Mindestabständen) beizubehalten. Schätzungsweise eine kleine Zahl an Trägern setzt punktuell digitalen Unterricht um.

Zu einer auskömmlichen, nachhaltigen Finanzierung regen die Träger seit Jahren an, da sie immer noch ein großes finanzielles Risiko tragen. Der Verwaltungsaufwand ist in den letzten Jahren gestiegen, der bei der letzten Erhöhung der Kostenerstattungspauschale zum 01.01.22 nicht berücksichtigt wurde. Hier haben die Träger den Vorschlag eingebracht, den gestiegenen Aufwand einmal in Zahlen bzw. Stunden konkret zu benennen.

Zudem steht die Finanzierung der Kurse bei Trägern auf wackligen Füßen, da sie eine Teilnehmer*innenbezogene ist. So konnte in Pandemiezeiten beispielsweise Trägern, die in der Regel Kurse für gering Literalisierte oder Eltern durchführten, trotz einer sogenannten Pandemiezulage kaum der Transfer in digitales Unterrichten gelingen. Teilnehmer*innen blieben aus, Räume mussten aufgegeben werden. Nun, wo die schrittweise Rückkehr in den Präsenzunterricht erfolgt, fehlen Räume und Lehrkräfte.

Für eine auskömmliche Finanzierung bedarf es einer starken Lobbystrategie, die im Sinne der Interessen der Träger umgesetzt werden sollte. Sollten sich die Rahmenbedingungen dauerhaft nicht verbessern, wird sich die Trägerlandschaft ändern. Diese Entwicklung wäre hinsichtlich der Sicherstellung eines bedarfsorienierten Angebots, das von freien Trägern der Wohlfahrtspflege umgesetzt wird, fatal und würde die vielfältige, pluralistische Trägerlandschaft erschüttern.

Vor dem Hintergrund laufender und künftiger Haushaltsverhandlungen müssen die Bedarfe von Integrationskursträgern, die ein wichtiger Akteur in der kommunalen Integrationsarbeit sind, ernst genommen und berücksichtigt werden.

 

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