Zertifizierte Weiterbildung: Systemische*r Fachcoach*in FASD
Die Weiterbildung befähigt sozialpädagogische Fachkräfte, Menschen mit der Fetalen Alkoholspektrumstörung (kurz: FASD) sowie deren Bezugspersonen fundiert zu beraten und langfristig zu begleiten. Die modulare Qualifizierung vermittelt vertieftes Fachwissen, professionelle Beratungskompetenz und Handlungssicherheit für eine eigenständige Tätigkeit als FASD-Multiplikator*in.
Die Weiterbildung befähigt sozialpädagogische Fachkräfte, Menschen mit der Fetalen Alkoholspektrumstörung (kurz: FASD) sowie deren Bezugspersonen fundiert zu beraten und langfristig zu begleiten. Die modulare Qualifizierung vermittelt vertieftes Fachwissen, professionelle Beratungskompetenz und Handlungssicherheit für eine eigenständige Tätigkeit als FASD-Multiplikator*in.
FASD ist in vielen pädagogischen, sozialen und medizinischen Kontexten noch wenig bekannt, obwohl Fachkräfte zunehmend auf Menschen mit FASD treffen. Um diese fachgerecht beraten und begleiten zu können, benötigen sie fundiertes Wissen über neurokognitive Besonderheiten, Entwicklungsverläufe sowie psychosoziale Herausforderungen.
Die Qualifikation setzt genau hier an: Sie vermittelt Fachkräften strukturiertes Wissen, praxisnahe Methoden und Beratungskompetenz, sodass sie ihre Expertise eigenständig anwenden, in Teams weitergeben und in unterschiedlichen Institutionen wirksam werden können.
Gleichzeitig reagiert die Weiterbildung auf den aktuellen Bedarf in Bildung, Jugendhilfe, Pflege und Beratung: Immer mehr Menschen mit FASD werden frühzeitig diagnostiziert, wodurch Fachkräfte verlässliche und qualifizierte Unterstützung anbieten müssen. Ziel ist es, Fachkräfte zu befähigen, diese Aufgaben professionell, verantwortungsvoll und nachhaltig zu erfüllen.
Die Kursleitung übernehmen Ulrike Mai und Christina Heib.
Besonderheiten:
Blended-Learning-Format mit hoher Flexibilität und nachhaltigem Lerntransfer:
Die Weiterbildung verbindet Selbststudium, Online-Elemente und Präsenzphasen zu einem aufeinander aufbauenden Gesamtkonzept. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Zeiteinteilung bei gleichzeitiger fachlicher Vertiefung und unterstützt insbesondere berufstätige Fachkräfte dabei, Inhalte nicht nur aufzunehmen, sondern kontinuierlich zu reflektieren und in die eigene Praxis zu integrieren.
Fokus auf qualifizierte Beratung und professionelle Begleitung:
Im Mittelpunkt der Weiterbildung steht die fachlich fundierte Beratung und Begleitung von Menschen mit FASD sowie deren Bezugspersonen und beteiligten Fachkräften. Ziel ist es nicht, lediglich Grundlagenwissen zu vermitteln, sondern die Teilnehmenden systematisch dazu zu befähigen, qualitätsgesichert, reflektiert und fachlich begründet zu handeln. Die Weiterbildung legt großen Wert auf die Entwicklung einer professionellen Haltung, methodischer Sicherheit und klarer fachlicher Orientierung – als Grundlage für verantwortungsvolle Beratung und Multiplikator*innentätigkeit.
Hoher Praxisanteil und kontinuierliche Qualitätssicherung:
Durch praxisbezogene Aufgaben, Beratungsübungen, Fallarbeit, Supervision, Fachgespräche und das abschließende Colloquium wird der Transfer in die Praxis konsequent begleitet. Die Teilnehmenden erproben ihr fachliches Handeln, reflektieren ihre Rolle und erhalten Rückmeldung im geschützten Rahmen. So wird sichergestellt, dass Beratung und Begleitung nicht „aus dem Bauch heraus“, sondern auf Basis fundierter Fachkenntnisse und erprobter Konzepte erfolgen.
Ergänzend wird die Rolle der Teilnehmenden als Multiplikator*innen gestärkt, indem Netzwerkkompetenzen und fachliche Schnittstellenarbeit systematisch in Beratung, Fallarbeit und Supervision reflektiert werden.
Programm/Ablauf:
Die Qualifikation ist modular aufgebaut und umfasst fünf aufeinander aufbauende Module und ein Abschlussmodul in Form eines Colloquium zum Leistungsnachweis. Sie verbindet Selbststudium, Online-Veranstaltungen und Präsenzphasen in einem Blended-Learning-Format, das eine flexible Teilnahme neben der Berufstätigkeit ermöglicht und gleichzeitig einen intensiven Praxis- und Reflexionsbezug sicherstellt.
Jedes Modul beginnt mit strukturierten Selbstlernphasen, in denen sich die Teilnehmenden grundlegendes Fachwissen zu den jeweiligen Themen erarbeiten. Dieses Wissen wird in Online-Veranstaltungen vertieft und fachlich eingeordnet. In den anschließenden Präsenzphasen erfolgt die Anwendung der Inhalte unter der spezifischen FASD-Perspektive. Dabei stehen die Übertragung in die Beratungspraxis, die Auseinandersetzung mit konkreten Fallbeispielen sowie der kollegiale Austausch im Mittelpunkt.
Die Module decken nacheinander die Themen FASD-Grundlagen, Sozialrecht, Trauma und Stressregulation sowie Beratungskompetenz ab. In allen Modulen wird bewusst zunächst fachliches Grundwissen vermittelt und anschließend gezielt die Besonderheiten, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten für Menschen mit FASD herausgearbeitet.
Ein zentrales Element der Ausbildung sind die Supervisionstage. Diese dienen der Erprobung von Beratung, der Selbsterfahrung sowie der Reflexion eigener Praxisfälle in Intervisions- und Supervisionssettings. So werden die Entwicklung einer professionellen Haltung und Handlungssicherheit kontinuierlich begleitet.
Die Selbstlernphasen schließen mit lernprozessbegleitenden Leistungsabfragen ab, beispielsweise in Form von Präsentationen, schriftlichen Ausarbeitungen oder Praxisaufgaben. Diese dienen der Vertiefung und Sicherung der Inhalte.
Den Abschluss der Weiterbildung bildet ein Colloquium. Die Teilnehmenden präsentieren im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“, wie sie ihr erworbenes Wissen und den Ausbau ihrer Kompetenzen im eigenen beruflichen Kontext einbringen und weiterentwickeln möchten. Sie reflektieren ihre Erkenntnisse und Vorhaben in Fachgesprächen. Dadurch wird der Transfer des erworbenen Wissens in die berufliche Praxis sichtbar gemacht und die Qualifizierung als FASD-Fachkraft abgeschlossen.
Ziele und Inhalte
Inhalte:
FASD-Grundlagen: Definition, Epidemiologie und Diagnostik von FASD sowie neurokognitive Besonderheiten, Exekutivfunktionen und deren Auswirkungen auf Verhalten, Gesundheit und Alltagsbewältigung; Anwendung der Inhalte in praxisbezogenen Aufgaben und Präsentationen
Lebenswelten und Entwicklungsverläufe: Anforderungen und Unterstützungsbedarfe in KiTa, Schule, stationärer Jugendhilfe und Pflegefamilien sowie Themen wie Pubertät, Sexualität, Übergang in Ausbildung und Arbeitswelt; Bearbeitung konkreter Praxisfragestellungen aus dem beruflichen Alltag
Sozialrecht: Überblick über sozialrechtliche Grundlagen für Menschen mit Behinderungen, Einordnung relevanter Leistungsansprüche, Umsetzung in Beratungssituationen sowie Nutzung von Hilfsmitteln; praxisnahe Anwendung anhand konkreter Fall- und Beratungssituationen
Trauma, Stress und Regulation: Grundlagen zu Trauma und Traumafolgestörungen, Zusammenhänge zwischen Trauma, Stresssystem und FASD, Selbst- und Co-Regulation sowie Selbstfürsorge in beratenden Kontexten; Erprobung von Methoden und Reflexion eigener Erfahrungen
Beratungskompetenz: Systemische Grundlagen und Methoden, Psychoedukation für Menschen mit FASD, Beratung von Bezugspersonen, Fachkräften, Behörden und Institutionen; Übung und Reflexion von Beratungssituationen
Praxisreflexion und Supervision: Bearbeitung eigener Fälle, Beratungserprobung, Selbsterfahrung sowie Intervision und Supervision zur Sicherung des Praxistransfers und zur Entwicklung professioneller Handlungssicherheit
Netzwerkkompetenz und Multiplikator*innenrolle: Aufbau, Koordination und fachliche Steuerung tragfähiger Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit FASD; professionelle Kommunikation mit Fachkräften, Institutionen und Kostenträgern sowie Einordnung der eigenen Rolle als fachliche Botschafter*innen für FASD.
Colloquium und Facharbeit: Präsentation der eigenen Entwicklung und geplanter Vorhaben im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ sowie strukturierte Fachgespräche zur fachlichen Reflexion, Einordnung und Sicherung der Multiplikator*innenkompetenz
Lernziele:
Nach Abschluss der Qualifizierung sind die Teilnehmenden in der Lage:
- Menschen mit FASD kompetent zu beraten und zu begleiten, unter Berücksichtigung ihrer neurokognitiven Besonderheiten, Verhaltensweisen und psychosozialen Herausforderungen.
- Fachwissen gezielt anzuwenden, indem sie zunächst Grundlagen verstehen und diese anschließend unter der spezifischen FASD-Perspektive reflektieren („FASD-Brille“).
- Beratung praxisnah zu erproben, eigene Erfahrungen zu reflektieren und die professionelle Handlungssicherheit kontinuierlich zu entwickeln.
- Bezugspersonen, Teams und Institutionen fachlich zu unterstützen, Schulungen anzubieten und als Multiplikator*innen Wissen und Methoden weiterzugeben.
- Sozialrechtliche, therapeutische und pädagogische Aspekte in Beratungssituationen professionell einzusetzen, einschließlich Hilfsmittel und Fördermöglichkeiten.
- Traumabezogene Zusammenhänge und Stressregulation zu erkennen, geeignete Handlungsstrategien anzuwenden und Selbst- sowie Co-Regulation in der Arbeit mit Menschen mit FASD zu nutzen.
- Komplexe Situationen strukturiert zu analysieren, Beratungskonzepte zu entwickeln und diese im Rahmen von Fallarbeit, Fachgesprächen und Praxisübungen anzuwenden.
- tragfähige Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit FASD fachlich fundiert aufzubauen, zu koordinieren und weiterzuentwickeln sowie als Multiplikator*innen Wissen adressat*innengerecht in unterschiedliche Systeme zu vermitteln
Interessiert?
Bitte melden Sie sich auf der Webseite der Paritätischen Akademie Süd für das Seminar an.
Zertifizierte Weiterbildung: Systemische*r Fachcoach*in FASD