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Migration und internationale Kooperation

Projekte

Eine Frau steht an einer Wand mit vielen Post-It-Zetteln und spricht zu einer Gruppe, die an Laptops sitzt.
Leon Oalh/Unsplash
Der Paritätische Gesamtverband ist für zahlreiche Projekte im Bereich Migration und internationale Kooperation verantwortlich und kann dabei auf langjährige Erfahrungen zurückblicken. Hier erhalten Sie einen Überblick über unsere Aktivitäten.

Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)

Seit dem 1. Januar 2005 unterstützt die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), zuvor Migrationserstberatung genannt, Menschen mit Migrationshintergrund über 27 Jahre bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration. Sie hat dabei vor allem die Aufgabe, als Grundberatungsangebot neu zugewanderten Erwachsenen Integrationsförderung (individuelle Beratung und Begleitung auf Basis des Case Managements, Empowerment zum selbstständigen Handeln in alltäglichen Lebenssituationen, Vermittlung an andere Dienste und Einrichtungen) anzubieten. Auch dürfen in Ausnahmefällen unter 27 Jährige beraten werden, die bei Problemlagen ähnlich jener der Erwachsenen (bspw. Wohnungssuche, Beantragung von Kindergeld, Trennung) Unterstützung benötigen.

Das Angebot steht auch Zuwanderer/-innen, die sich bereits länger als drei Jahre in Deutschland aufhalten, aber einen Förderbedarf haben, mit begleitenden Hilfen insbesondere vor, während und nach dem Integrationskurs zur Verfügung. Damit die Teilnahme am Integrationskurs gewährleistet werden kann, unterstützen unsere Berater/-innen die Ratsuchenden bei der Suche nach passenden Kinderbetreuungsangeboten. Mit der Erweiterung der Förderrichtlinie 2016 werden im Rahmen der Förderbestimmungen auch Gruppeninformationsveranstaltungen durchgeführt. Ferner werden zur Unterstützung der Beratungstätigkeit Supervisionen geführt sowie Dolmetscher/-innen und Sprachmittler/-innen eingesetzt.

Mit Blick auf die hohen Zuwanderungszahlen an geflüchteten Menschen nach Deutschland und der sich daraus ergebenen Öffnung der Integrationskurse für Menschen mit dauerhafter Bleibeperspektive, ist seit Juli 2016 die MBE auch für Ratsuchende mit dauerhafter Bleibeperspektive zugänglich.

Die MBE wird durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist für die Durchführung verantwortlich. Geschäftsgrundlage für die Arbeit der MBE ist die Förderrichtlinie für die MBE. Sie wird gemeinsam mit den Trägern der Beratungsstrukturen – den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege – umgesetzt.

Derzeit gibt es 98 Paritätische MBE-Träger mit ca. 195 Beraterinnen und Beratern.

Übersicht über die Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer (MBE) im Paritätischen

Über mbeon

Im Rahmen des Projekts mbeon können sich Zugewanderte online mit ihren Anliegen an Migrationsberatende wenden und beraten lassen. Für die Ratsuchenden werden damit Hürden abgebaut, den Beratenden erleichtert mbeon ihre Beratungsarbeit. Die Ratsuchenden treten per App mit einer Beraterin oder einem Berater aus der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) in Kontakt. Die Beratenden sprechen zahlreiche verschiedene Sprachen. Die App ist in den Sprachen Deutsch und Englisch, Arabisch und Russisch verfügbar.

Zugänge erleichtern – erfolgreich beraten

Mit mbeon wird das bestehende Netz an Beratungsstellen um die Möglichkeit einer Online-Beratung erweitert. Ziel ist eine effizientere und serviceorientiertere Beratung. Das Online-Angebot erleichtert die Kontaktmöglichkeiten für Ratsuchende, für die die MBE-Beratungsstellen schwer erreichbar sind. Zusätzlich können nach einem erfolgten face-to-face Beratungsgespräch ohne Aufwand Nachfragen gestellt oder Dokumente geteilt werden.
Den Beratenden bietet mbeon die Möglichkeit der kollegialen Beratung und des Fachaustauschs. Über eine Forumsfunktion kann gemeinsam auf Gesetzestexte, Kommentierungen sowie Handreichungen zugegriffen und fachlich diskutiert werden.

Weiterführende Informationen und Kooperationspartner

Die kostenlose App kann im Google Play Store oder im AppStore heruntergeladen werden. Weiterführende Informationen gibt es auf der mehrsprachigen Webseite mbeon.de und der Facebook-Seite facebook.com/mbeon.chat/ des Projekts.

Neben dem DRK beteiligen sich Beraterinnen und Berater des Bundes der Vertriebenen (BdV), des Deutschen Caritasverbandes (DCV) und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) an dem Projekt. Weitere Träger der MBE sind herzlich eingeladen, ebenfalls mitzuwirken. Die finanziellen Mittel zur Durchführung stellt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zur Verfügung, betreut und verwaltet wird das Projekt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

https://www.mbeon.de/inhalte-einstiegspunkt/home/

Derzeit beteiligen sich 90 MBE-Berater*innen an 61 Standorten deutschlandweit an dem mbeon-Projekt.
 

Fachliche Begleitung:

Janina Granfar
Referentin für Migrationssozialarbeit
Tel. 030/24636-406
mgs(at)paritaet.org


Anlagen:

mbeon-Handzettel-Arabisch

mbeon-Handzettel-Deutsch

mbeon-Handzettel- Russisch

Kooperation mit der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. im Rahmen des Projekts Meine Neue Heimat

Menschen, die vorhaben, u.a. aus familiären oder beruflichen Gründen nach Deutschland zu ziehen, erhalten im Herkunftsland vorab umfassende Beratung zum Aufenthalt, zu Sprachkursen, zum Arbeitsmarktzugang oder zum Schul- und Bildungssystem. Die Alevitische Gemeinde ist seit Jahren ein erfahrener Akteur in der sogenannten Vorintegration von Menschen aus der Türkei.
Ihre Erfahrungen in der Vorintegrationsarbeit in den letzten Jahren zeigen, dass die Vorintegrationsarbeit bereits im Herkunftsland eine wichtige Grundlage für den gesamten Integrationsprozess darstellt.

Um das Beratungsangebot auch nach Ankunft in Deutschland sicherstellen zu können, werden die Beratungskräfte und Ratsuchenden in der Türkei über das MBE-Angebot des Paritätischen informiert. So erhalten sie je nach Zielort die Kontaktdaten zu den jeweiligen Beratungsstellen und können somit bei Ankunft in Deutschland die MBE in ihrer Nähe aufsuchen.

Gemeinsames Ziel der Alevitischen Gemeinde und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist es, durch die Kooperation an der Schnittstelle zwischen vorintegrativen und nationalen Beratungsleistungen eine bessere Verzahnung der Integrationsangebote im In- und Ausland zu erreichen. Hierdurch wird die Chance auf eine lückenlose Begleitung gewährleistet.

Nähere Informationen (auf Türkisch) erhalten Sie über folgenden Link: www.almanya-danismanlik.eu

Bei Nachfragen und Interesse wenden Sie sich gerne an:

Evîn Kofli
migsoz(at)paritaet.org
Tel.: 030/24636 -418

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