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Titel Teilhabebericht 2021

Der Paritätische Teilhabebericht 2021: Armut von Menschen mit Behinderung

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung legt das von der Aktion Mensch Stiftung geförderte Projekt “Teilhabeforschung: Inklusion wirksam gestalten”, das an der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbandes angesiedelt ist, in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Teilhabebericht vor, in dem aktuelle Ergebnisse zur Lebenslage von Menschen mit Behinderung vorgestellt werden. Der Schwerpunkt unseres diesjährigen Berichts liegt auf der materiellen Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Unbestritten ist dabei, dass ein Einkommen unterhalb der sogenannten Armuts(-gefährdungs)-Schwelle nicht der einzige und bei weitem auch nicht der beste Indikator ist, um die finanzielle Lage einzelner Personengruppen oder der gesamten Bevölkerung möglichst detailliert zu beschreiben. Dies setzen wir uns mit dem vorliegenden Bericht auch nicht zum Ziel, sondern konzentrieren uns auf die Personen, denen ein Mindestmaß an materieller Teilhabe verwehrt bleibt. Wir verstehen Armut wie der Europäische Rat als den Ausschluss von der in einem Land üblichen Lebensweise aufgrund zu geringer vorhandener (finanzieller) Mittel und erachten den Indikator daher als geeignet, um uns der materiellen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen anzunähern. Wir sind uns bewusst, dass selbst innerhalb der Armutsforschung bzw. -berichterstattung umstritten ist, ob die Abgrenzung über einen Schwellenwert des verfügbaren Haushaltseinkommens der alleinige bzw. geeignetste Indikator ist, um Personen in Armutslagen in Befragungsdaten zu erkennen. Die zentralen Argumente in dieser Debatte wurden vonseiten des Paritätischen in anderen Publikationen bereits aufgegriffen und ausgiebig diskutiert.
Insgesamt liegt unserer Ansicht nach der Schluss nahe, dass anhand des einkommensbezogenen Indikators im individuellen Fall gut darüber entschieden werden kann, ob eine Person aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen von der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen wird oder nicht. Die eigenen finanziellen Ressourcen sind dabei sicherlich nicht die einzige Determinante, die über die Lebensqualität von Menschen mit und ohne Behinderung bestimmen, doch eröffnen und beschränken sie den individuellen Gestaltungsraum für politische, soziale und kulturelle Teilhabe in erheblichem Maße. Sie sind demnach entscheidend für die Realisierung von allgemeinen Lebenschancen.

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