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Organisationen fordern von Bundesregierung die Fortsetzung der Aufnahme Geflüchteter aus Griechenland

Rund 2.700 Menschen wurden innerhalb eines Jahres aus Flüchtlingslagern in Griechenland nach Deutschland gebracht. Was für Griechenland eine nicht unerhebliche Entlastung darstellt, ist für die geflüchteten Menschen oft die einzige Chance für Sicherheit und Zukunft – insbesondere für die vielen Kinder, die von der Aufnahme profitieren konnten. Nun hat Deutschland die Aufnahme aus Griechenland für beendet erklärt, obwohl sich die Situation vor Ort kaum verbessert hat.

Mit der Erklärung "Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland fortsetzen – Hotspot-Experiment beenden!" haben sich anlässlich der heutigen Sitzung des EU-Rats der Justiz- und Innenminister*innen der Paritätische Gesamtverband und 13 weitere Organisationen an die Bundesregierung gewandt und appellieren eindringlich, die Aufnahmen Geflüchteter aus Griechenland fortzusetzen und das Hotspot-Experiment endgültig zu beenden.

„Die Lebensumstände der Geflüchteten in den Hotspots auf den griechischen Inseln sind weiterhin katastrophal. Die Aufnahme von schutzbedürftigen Menschen aus den griechischen Flüchtlingslagern muss weitergehen", fordert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Mit großer Sorge sehen die unterzeichnenden Organisationen insbesondere den Bau quasi-geschlossener Zentren an den EU-Außengrenzen, die von der EU-Kommission und Griechenland als “Pilot-Projekte” vereinbart wurden. Diese nehmen die im „Neuen Migrations- und Asylpaket“ von der EU-Kommission vorgeschlagenen Pläne, die eine Ausweitung und eine verpflichtende Durchführung von Grenzverfahren vorsehen, vorweg. Kerstin Becker, Referentin für Flüchtlingshilfe beim Paritätischen, kommentiert: „Die Erfahrungen in Griechenland haben uns gelehrt: faire Asylverfahren und menschenwürdige Unterbringung sind an den europäischen Außengrenzen nicht möglich – Asylverfahren an den Grenzen muss endlich eine klare Absage erteilt werden.“

Die gemeinsame Erklärung wurde unterzeichnet von: PRO ASYL, Caritas, Diakonie Deutschland, Amnesty International, Save the children, Ärzte ohne Grenzen, Der Paritätische Gesamtverband, Equal Rights beyond borders, Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland, terre des hommes, Ärzte der Welt, World Vision, AWO, und Deutscher Anwaltsverein/ Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht.

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