Paritätischer fordert angesichts der Corona-Pandemie bundesweite Sicherung der Ausbildung (Aktualisierung 05.06.2020)

Aktualisierte Fassung: Der Vorschlag der finanziellen Unterstützung und Stärkung des Ausbildungsmarktes wurde von der Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes aufgegriffen und unter anderem die Unterstützung von KMUs mit Verbund- und Auftragsausbildung in Absprache mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung angekündigt. Vor dem Hintergrund der bestehenden Corona-Pandemie befürchtet der Paritätische einen Verlust vieler Ausbildungsplätze. Die aktuelle Situation hat nicht nur zu einem vorübergehenden wirtschaftlichen Stillstand geführt, verbunden mit Kurzarbeit in ca. 750.000 Betrieben, sondern auch die Zukunft zahlreicher Ausbildungsplätze infrage gestellt. Selbst wenn das Hochfahren der Wirtschaft bis Herbst 2020 gut gelingt, ist davon auszugehen, dass viele, insbesondere kleinere und mittelständige Betriebe, weniger oder keine Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen werden. Der Paritätische Gesamtverband geht davon aus, dass ohne praktische und finanzielle Unterstützung das notwendige Ausbildungsvolumen weder 2020 noch 2021 erreicht werden kann. Auch die Allianz für Aus- und Weiterbildung hat sich mit diesen Befürchtungen beschäftigt und gemeinsame Absprachen und Forderungen an die Bundesregierung formuliert.

Der Paritätische fordert die Bundesregierung auf, alle Anstrengungen zur Verbesserung der Berufsausbildungssituation zu unternehmen und damit zu verhindern, dass noch mehr Jugendliche und Betriebe für die Berufsausbildung verloren gehen. Dazu gehört im einzelnen, die Ausbildungen von den Auszubildenden aus von Insolvenz bedrohten Betrieben abzusichern und die Auszubildenden intensiv mit ausbildungsbegleitenden Instrumenten des SGB III zu unterstützen. Über zeitlich befristete Überbrückungshilfen für kleine und mittelständige Betriebe – durch trägerunterstützte (Verbund-) Ausbildungen und Auftragsausbildungen – soll der Erhalt von betrieblichen Ausbildungsplätzen gesichert werden. Zudem sollte eine kurzfristige Ausweitung der Ausbildungsplätze in außerbetrieblichen Berufsausbildungen der Bundesagentur für Arbeit sicher gestellt werden sowie die Personal- und Raumausstattung auf kontaktreduzierende Rahmenbedingungen angepasst werden.

Der Paritätische fordert auch, dass in den Berufsschulen und Berufsfachschulen zeitnah Schulungskonzepte entwickelt werden, die den Schulteil der dualen Berufsausbildung und die fachschulischen Berufsausbildungen auch während der Corona-Pandemie sicherstellen.


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Auch die Allianz für Aus- und Weiterbildung hatte sich in einer gemeinsamen Erklärung zu gemeinsamen Anstrengungen verpflichtet, um den aktuellen, Corona-Pandemie-bedingten Herausforderungen am Ausbildungsmarkt zu begegnen und Ausbildungsbetriebe und Auszubildende möglichst gut zu schützen. Neben dem Zur-Verfügung-Stellen von ausbildungsunterstützenden Instrumenten der Bundesagentur für ARbeit (BA), Ausbildungsprämien für Betriebe wurden auch hier - bei einer pandemiebedingten Verschärfung der Situation am Ausbildungsmarkt - zeitlich befristet – das Nutzen von bedarfsgerechten Formaten der Verbund- bzw. Auftragsausbildung befürwortet, um Ausbildung im Betrieb zu sichern.

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Das Konjunkturpaket der Bundesregierung greift nun diese Herausforderung am Ausbildungsmarkt auf und stellt 500 Millionen Euro für den Erhalt des Ausbildungsplatzangebotes zur Verfügung. Finanziert werden sollen Prämien für Betriebe für nicht verringerte Ausbildungskapazitäten und für neue und weitere Ausbildungsverträge sowie die Übernahme von Auszubildenden aus insolventen Betrieben, wenn die Auszubildenden und Ausbilder nicht in Kurzarbeit geschickt werden. Zudem sollen vorübergehende Verbund-/Auftragsausbildung für KMUs finanziert werden, die die Ausbildung im Betrieb nicht fortführen können. Nähere Regelungen sollen über die Allianz für Aus- und Weiterbildung erfolgen.

Die Ausgestaltung der zeitlich befristeten Verbund-/ und Auftragsausbildungen wird stark von den Vorstellungen der Allianz für Aus-und Weiterbildung abhängen. Bisher sind konkrete Ausgestaltungen nicht entwickelt. Es wird als erstes darauf ankommen, welches Ministerium für die Ausgestaltung verantwortlich sein wird.



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