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Neue Daten zu Gesundheitsverhalten bei Kindern und Jugendlichen

Im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für das Gesundheitsverhalten im späteren Leben gestellt.

Die Ergebnisse der KiGGS Welle 2 zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status sich häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien ungesund ernähren, dass sie seltener Sport treiben und häufiger übergewichtig oder adipös sind. Die Daten sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Health Monitoring veröffentlicht, einer Online-Zeitschrift des Robert Koch-Instituts zu Public-Health-Themen. Bei KiGGS wird der sozioökonomische Status mit einem Index erfasst, der auf Angaben der Eltern zu ihrem Bildungsstand, ihrer beruflichen Stellung und der Einkommenssituation basiert.

Für die Gesundheit der Bevölkerung sei es von zentraler Bedeutung, dass bereits die Kinder und Jugendlichen an eine gesundheitsbewusste Lebensweise herangeführt werden. Eltern bestimmten zum Beispiel durch ihr Einkaufsverhalten und gemeinsame Mahlzeiten das Ernährungsverhalten ihrer Kinder. Auch der natürliche Bewegungsdrang von Kindern werde insbesondere von Eltern beeinflusst. Wie häufig sich Kinder und Jugendliche im Freien bewegen können, hänge zudem maßgeblich von den Wohnverhältnissen, von Grünflächen, von Sportangeboten und dem Verkehrsaufkommen ab. Die Verhältnisse spielen auch bei der Ernährung eine wichtige Rolle. So steige die Wahrscheinlichkeit einer ungesunden Ernährung, wenn in der Nachbarschaft vor allem Fast-Food-Angebote dominieren.

Erzieherische Ansätze und Einzelmaßnahmen wie Trainings- oder Kursangebote, die auf eine Verhaltensänderung des Einzelnen abzielen, hätten sich in der Vergangenheit als wenig effektiv erwiesen. Nachweislich bessere Erfolge seien zu erzielen, wenn verhaltenspräventive Ansätze durch Verhältnisprävention ergänzt werden. Das heißt, Maßnahmen sind dann effektiv, wenn sie an den konkreten Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Strukturen ansetzen. Das Ziel der Verhältnisprävention bestehe darin, die Lebensumstände der Menschen so zu verändern, dass es ihnen leichter fällt, gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen, so die Schlussfolgerungen der RKI-Wissenschaftler/-innen.

Die neue Ausgabe des Journal of Health Monitoring enthält neben Beiträgen zur Kindergesundheit auch Faktenblätter zur subjektiven Gesundheit bei Erwachsenen und zur Passivrauchbelastung bei Erwachsenen:

www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/JoHM/2018/JoHM_Inhalt_18_02.html


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