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Teilhabeforschung im Fokus: Paritätischer tritt "Aktionsbündnis Teilhabeforschung" bei

Die UN-Behindertenrechtskonvention betont die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung, um die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen wirksam durchsetzen zu können. Der Paritätische will dazu mit seiner Forschungsstelle im Rahmen eines von der Aktion Mensch Stiftung geförderten Projektes einen Beitrag leisten und die Zusammenarbeit in der Teilhabeforschung aktiv weiterentwickeln. Der Paritätische ist deshalb auch dem Aktionsbündnis Teilhabeforschung beigetreten.

Grundsätzlich will der Paritätische Faktoren, die Inklusion fördern oder behindern, identifizieren helfen, um die Rahmenbedingungen für eine inklusive Politik zielgenau verbessern zu können. Dazu will der Paritätische ab 2019 jährlich im Dezember einen eigenen Bericht vorstellen, in dem er seine aktuellen Forschungsergebnisse präsentiert und daraus abgeleitete Forderungen für eine inklusive Politik vorgestellt werden. Die Interessen und Bedarfen von Menschen mit Beeinträchtigungen soll damit noch regelmäßiger in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit gerückt werden. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse des Projekts dazu beitragen, politische Forderungen künftig noch besser adressieren zu können. Dem Verband kommt dabei zugute, dass die 2017 neu aufgestellte Paritätische Forschungsstelle über das nötige Know-how verfügt, um nicht nur Mikrodatensätze der amtlichen Statistiken selbst auszuwerten, sondern diese auch mit weiteren Instrumenten aus der empirischen Sozialforschung zu handlungsorientierten Analysen zu verbinden und damit Forschung mit der und für die Praxis zu betreiben.

Die Teilhabeforschung im Paritätischen ist deshalb ausdrücklich nicht in Abgrenzung, sondern als Ergänzung schon bestehender Initiativen in diesem Bereich konzipiert. Bisherige Forschungsberichte, wie etwa die beiden erschienenen Teilhabebericht der Bundesregierung, enthalten zwar jeweils eine Fülle stichtagsbezogener Bestandsaufnahmen, aber keine Informationen über die Entwicklungen der Lebenssituationen von Menschen mit Beeinträchtigungen im Laufe der Zeit. Diese Forschungslücke will die Paritätische Forschungsstelle schließen helfen, indem bereits vorliegende Daten des Sozio-oekonomischen Panels, einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von 12.000 privaten Haushalten, erstmal im Hinblick auf die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen ausgewertet werden. Darüber hinaus will die Paritätische Forschungsstelle durch die zusätzliche Berücksichtigung qualitativer Interviews dazu beitragen, bisher nicht genügend berücksichtigte Aspekte in der Debatte durch die Einbeziehung von Expert/-innen in eigener Sache stärker zu berücksichtigen. In einem Beirat sollen dazu Vertreter/-innen der Selbsthilfe und weiterer Organisationen in das Projekt einbezogen werden, darüber hinaus sollen in den nächsten Monaten enge Kooperationsbeziehungen zu anderen Akteuren der Teilhabeforschung auf- und ausgebaut werden. Erste Forschungsergebnisse sollen im Rahmen einer Fachtagung im nächsten Jahr vorgestellt werden.

Ansprechpartner/-innen für das Projekt sind Frau Dr. Anita Tiefensee (sozialforschung@paritaet.org) und Herr Dr. Joachim Rock (sozialpolitik@paritaet.org).

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis Teilhabeforschung gibt es unter folgendem Link:
teilhabeforschung.bifos.org


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