Fachinformationen Kinder, Jugend und Familie

Zwischenbericht des Bundesprogramms Sprach-Kitas erschienen

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) seit 2016 die Verbesserung der Angebote sprachlicher Bildung als Teil der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Dabei baut es auf den erfolgreichen Ansätzen des Programmes „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ (2011-2015) auf. Das Bundesprogramm richtet sich vorwiegend an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit dem Risiko eines besonderen sprachlichen Förderbedarfs besucht werden.

Die geförderten Sprach-Kitas erhalten im Bundesprogramm zweifache Unterstützung: Die Kita-Teams werden durch zusätzliche Fachkräfte verstärkt, die direkt in den Einrichtungen tätig sind und ein fachliches Tandem mit den Kita-Leitungen bilden. Sie beraten, begleiten und unterstützen die Kita-Teams in den drei Handlungsfeldern. Darüber hinaus finanziert das Programm eine zusätzliche Fachberatung, die kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas unterstützt. Sie qualifiziert die Kita-Tandems innerhalb eines Verbundes von ca. zehn bis 15 Sprach-Kitas. Hochgerechnet profitieren über eine halbe Million Kinder von dem Programm, wobei etwa jedes fünfte erreichte Kind (21 Prozent) unter drei Jahre alt ist. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund lag in den Sprach-Kitas in der ersten Förderwelle mit rund 47 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt in Kindertageseinrichtungen (27 Prozent).

Zentrale Erkenntnisse sind laut Zwischenbericht:


    1.\tSprach-Kitas fördern Qualitätsentwicklung und Professionalisierung in Kindertageseinrichtungen


Durch die Förderung im Bundesprogramm werden Fachkräfte für die Themen alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien sensibilisiert und fortgebildet. Die Angebote zur frühkindlichen sprachlichen Bildung werden innerhalb des gesamten Kita-Teams gestärkt und es findet eine Qualitätsentwicklung in der pädagogischen Arbeit statt. Für eine mögliche Fortsetzung braucht es weiterhin als wesentliche Elemente der Qualitätsentwicklung zusätzliche Personalressourcen (z.B. über Funktionsstellen), das Einbeziehen der Leitungskräfte in den Qualitätsentwicklungsprozess sowie die Arbeit in multiprofessionellen Teams, die unterschiedliche Sichtweisen in den Kita-Alltag einbringen.


    2.\tFachberatungen sind zentrales Qualitätsmerkmal und Transferinstanz


Die Zwischenergebnisse der programmbegleitenden Evaluation machen deutlich, dass sich bereits eine lebendige Zusammenarbeit zwischen den zusätzlichen Fachberatungen und Verbundeinrichtungen entwickelt hat. Die werden als eine relevante Unterstützung im Kita-Alltag erlebt (z. B. hinsichtlich der Möglichkeiten des Austauschs über Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit oder auch der Weiterentwicklung von Fachwissen) und konnten zuletzt nicht nur die Beratungsintensität, sondern auch das Beratungsspektrum innerhalb der drei Handlungsfelder vor allem in den Bereichen „sprachpädagogische Arbeit“ sowie „Umgang mit Heterogenität“ steigern. Zudem findet Fachberatung auch innerhalb der Online-Plattform Sprach-Kitas statt. Hier nutzen die Fachkräfte im Kontext der Qualifizierung die Möglichkeit der Fachberatungs- und Tandemkurse sowie die Vernetzungsoption.


    3.\tEinrichtungen und Träger profitieren von der steigenden Vernetzung


Die Länder heben die gestiegene landesweite und bundeslandübergreifende Vernetzung aufgrund der vorgegebenen Verbundstruktur als gewinnbringend sowohl für die Fachberatungen selbst als auch für die einzelnen Kindertageseinrichtungen hervor. Fachliche Impulse können durch Angebote der Vernetzung in der Praxis aufgenommen und verbreitet werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen und mit neuen Kooperationspartnerinnen und -partnern wurde initiiert und gestärkt. Zudem wirken sich Tagungen, Fortbildungen, ergänzende Publikationen und Newsletter positiv auf den Transfer der Programminhalte aus.

Schlussfolgerung: Transfer für das gesamte Kita-System ermöglichen

Um eine langfristige Wirkung auf das gesamte Kita-System zu erreichen wird im Zwischenbericht vorgeschlagen

  • zukünftig Fachberatungen „Sprach-Kitas“ als Transferinstanz einzusetzen
  • Partner-Modelle zwischen Sprach-Kitas und Einrichtungen ohne solche Erfahrungen (z. B. Tandem-Kitas) zu etablieren
  • sowohl zeitliche als auch finanzielle Ressourcen für die Bearbeitung der Themen in den Einrichtungen vorzusehen
  • zur strukturell-inhaltlichen Verstetigung und Berücksichtigung des Themas die Leitung zu stärken
  • klare Verantwortlichkeiten, z. B. durch den Einsatz einer Funktionsstelle (eine zusätzliche Fachkraft), die das Team kontinuierlich zur Auseinandersetzung mit dem Themenfeld anstößt und begleitet, zu benennen
  • Wissen sowie den fachlichen Austausch im Team zu sichern (z. B. Sammlung von Fortbildungsmaterialien oder ein Mentoringkonzept).


Externer Link:

Langfassung des Zwischenberichtes der Bund-Länder-Steuerungsrunde "Sprach-Kitas" (PDF, 2,29 MB, nicht barrierefrei)


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