Monatsreport 03-26Jugendsozialarbeit im Paritätischen |
|
|
| Bündnis “Gesamtprogramm Sprache retten” fordert die sofortige Aufhebung des Zulassungsstopps zu den Integrationskursen |
|
Der Paritätische appelliert gemeinsam mit vielen weiteren Partner*innen im Bündnis "Gesamtprogramm Sprache retten" an Bundesinnenminister Dobrindt, den Zulassungsstopp zu den Integrationskursen umgehend wieder aufzuheben. Diese Kurse sind zentral für gesellschaftliche Teilhabe, Arbeitsmarktintegration, Chancengleichheit und den sozialen Zusammenhalt. Allein im laufenden Haushaltsjahr bleiben ca. 130.000 Lernwillige ohne Zugang zu einem Sprachkurs, viele Kursträger fürchten um ihre Existenz und rund 20.000 Lehrkräfte um ihre Beschäftigung. Das Bündnis fordert einen uneingeschränkten Zugang zu den Integrationskursen für alle geflüchteten und zugewanderten Menschen sowie eine dauerhafte, bedarfsgerechte Finanzierung, bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und Planungssicherheit für Träger. |
|
Unabhängige Beratung ist zentral für faire und effiziente Asylverfahren |
|
Das Bundesinnenministerium plant, die Finanzierung der unabhängigen Asylverfahrensberatung ab 2027 einzustellen. Damit steht ein erst 2023 eingeführtes, gesetzlich verankertes und bewährtes Angebot vor dem Aus. Die Beratung ermöglicht Schutzsuchenden, ihre Rechte wahrzunehmen, Verfahren zu verstehen und Schutzgründe frühzeitig vorzubringen. Sie trägt wesentlich zu fairen und effizienten Verfahren sowie zum Schutz besonders vulnerabler Personen bei, wie eine dem Bundesinnenministerium vorliegende praxisbasierte Expertise der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) belegt. BAGFW und Paritätischer kritisieren die auf einer bislang unveröffentlichten Evaluation basierende Entscheidung des Bundesinnenministeriums scharf und fordern Transparenz sowie eine verlässliche Finanzierung. Gerade vor dem Hintergrund der ab Juni anstehenden Verschärfungen im Asylrecht ist eine qualifizierte, unabhängige Beratung unverzichtbar für effiziente und rechtsstaatliche Asylverfahren. |
|
BAGFW zur Träger- und Maßnahmenzulassung im AZAV-System |
|
Träger der Arbeitsförderung unterliegen einem Geflecht aus Mehrfachprüfungen. Diese binden viele Ressourcen, die bei der pädagogischen Arbeit mit den Zielgruppen fehlen. Nach vielfachen Praxisrückmeldungen gemeinnütziger Träger und Ergebnissen der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales beauftragten Evaluation aus dem Jahr 2019 wird der Prüfaufwand zur Zulassung von Trägern und Maßnahmen nach AZAV als unverhältnismäßig hoch bewertet. Dabei geht es um Nachweise für Konzepte, Kalkulation, Räume, Personal, Teilnehmendenlisten, Fehlzeitenmanagement u. v. m. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) äußert sich in einem aktuellen Positionspapier zur Reform des Verfahrens zur Träger- und Maßnahmenzulassung im System der Akkreditierung- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV). Mit konkreten Vorschlägen möchte sie dazu beitragen, die Qualität der Arbeitsfördermaßnahmen zu sichern, die Praktikabilität und Flexibilität des Systems zu erhöhen sowie gleichzeitig die bürokratischen und finanziellen Hürden für Beschäftigungsträger auf das notwendige Niveau zu senken. |
|
Fachkräfteportal “Sicher gegen digitale Gewalt” |
|
Das Portal „Sicher gegen digitale Gewalt“ stellt für Fachkräfte aus dem Gewaltschutz und angrenzenden Berufsfeldern praxisorientierte Informationen und Materialien zum Umgang mit digitaler (Ex-)Partnerschaftsgewalt und Auswirkungen auf Kinder in diesen Kontexten bereit. Es beleuchtet, wie Täter digitale Technologien gezielt zur Ausübung von Gewalt einsetzen, etwa zur Kontrolle, Überwachung oder Bedrohung im sozialen Nahraum. Das Portal unterstützt Fachkräfte mit Hintergrundwissen, Fallbeispielen und konkreten Handlungsempfehlungen, um Betroffene besser zu schützen und zu beraten. Es fördert zudem die Sensibilisierung für digitale Gewalt und stärkt die Kompetenz im Umgang mit technischen und sozialen Dynamiken dieses Phänomens in unterschiedlichen beruflichen Kontexten. |
|
Neue EU-Regeln für „politische Werbung” |
|
Die neue EU-Verordnung zur Transparenz und zum Targeting politischer Werbung (EU) 2024/900 gilt seit Oktober 2025 in allen Mitgliedstaaten. Sie erfasst politische Werbung in allen Medien und definiert diese weit – auch für zivilgesellschaftliche Organisationen, sofern sie Einfluss auf politische Prozesse nimmt. Zentrale Vorgaben betreffen Transparenz, Kennzeichnungspflichten und Einschränkungen beim Einsatz personenbezogener Daten für Targeting. Besonders vor Wahlen gelten strengere Regeln, um den Einfluss aus dem EU-Ausland zu begrenzen. Der Regierungsentwurf für das deutsche Gesetz konkretisiert Auskunfts- und Nachweispflichten, Kontrollbefugnisse und Bußgelder. Ziel der Verordnung ist es, politische Werbung nachvollziehbar zu machen und demokratische Prozesse zu schützen. |
|
Aktuelle Ausgabe des Deutschen Schulbarometers zur mentalen Gesundheit von jungen Menschen |
|
Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 zeigt, dass die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen erstmals seit der Corona-Pandemie wieder zunimmt: Rund ein Viertel der 8- bis 17-Jährigen ist stark belastet, 26 Prozent berichten von geringer Lebensqualität. Besonders betroffen sind junge Menschen aus einkommensschwachen Familien. Viele Schüler*innen erleben zudem hohen Leistungsdruck. Die Studie belegt einen klaren Zusammenhang zwischen schulischem Wohlbefinden und Mitbestimmung. Erstmals wurden auch Mobbingerfahrungen erfasst: Etwa ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird regelmäßig schikaniert, besonders häufig 14-Jährige. Zu den positiven Entwicklungen gehört, dass die Mehrheit der Schüler*innen weiß, wo sie Unterstützung findet. Insgesamt verdeutlicht die Studie einen hohen Bedarf an psychosozialer Unterstützung, besserem Unterricht und strukturellen Verbesserungen, um Bildungschancen und das Wohlbefinden von Schüler*innen nachhaltig zu stärken. |
|
Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit |
|
Social Media für Jugendliche: befähigen statt verbieten |
|
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit lehnt ein generelles Verbot von Social Media für Jugendliche ab und fordert stattdessen ein ausgewogenes Verhältnis von Schutz, Befähigung und Teilhabe im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention. Zwar bestehen Risiken wie Cybermobbing, Sucht oder problematische Inhalte, dennoch bieten soziale Medien wichtige Räume für Information, Austausch und Teilhabe. Ein Verbot würde junge Menschen ausschließen und greift zu kurz. Stattdessen fordert der Verbund eine stärkere Regulierung der Plattformen, wirksamen Jugendmedienschutz sowie datensparsame Altersverifikation. Um Jugendlichen eine sichere, selbstbestimmte und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Räume zu ermöglichen, sollten zudem Medienkompetenz und pädagogische Begleitung ausgebaut und Eltern sowie Fachkräfte besser unterstützt werden. |
|
Wohnen. Fördern. Vertrauen. Für eine zukunftsfeste Grundsicherung im SGB II |
|
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit kritisiert die geplante Reform des SGB II scharf, da sie junge Menschen und ihre Familien stärker in prekäre Lebenslagen drängt, statt soziale Teilhabe zu stärken. Geplant sind unter anderem verschärfte Sanktionen und ein geringerer Schutz bei Wohnkosten, wodurch Wohnungsverlust und Existenzunsicherheit drohen. Besonders gravierend sind die Folgen für junge Familien, da die Sanktionen auch Kinder betreffen und ihre Grundbedürfnisse gefährden. Statt Förderung und Vertrauen rückt die Reform wieder Kontrolle und Druck in den Vordergrund. Das verschlechtert die Bildungs- und Teilhabechancen und drängt junge Menschen eher in kurzfristige Beschäftigung. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert eine verlässliche Grundsicherung für junge Menschen und ihre Familien, die Wohnen, Ausbildung und individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellt. |
|
Umfrage zu digitalen Fähigkeiten und Bedarfen in der Jugendsozialarbeit |
|
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit analysiert den Stand der digitalen Transformation in der Jugendsozialarbeit. Eine kurze Umfrage dient dazu, Bedarfe, Erfahrungen und konkrete Wünsche von Fachkräften für eine stärker digital orientierte Arbeitsweise der Jugendsozialarbeit zu erfassen. Außerdem soll dokumentiert werden, welche digitalen Formate und Werkzeuge bereits genutzt oder benötigt werden. Die Umfrage ist anonym, eine Teilnahme ist bis 30. April 2026 möglich. Für die Umfrage sind etwa 5 bis 10 Minuten Zeitaufwand zu kalkulieren. Die Arbeitsgruppe Digitale Jugendsozialarbeit im Kooperationsverbund wird die Ergebnisse auswerten und Empfehlungen erarbeiten. Die Ergebnisse dienen außerdem der politischen Interessenvertretung sowie der Entwicklung von Unterstützungsangeboten. |
|
Junge Stimmen im Paritätischen: Jetzt zur Jugendkonferenz anmelden! |
|
Wir wollen uns gemeinsam mit jungen Menschen noch besser für ihre Anliegen einsetzen. Denn zu häufig werden die Stimmen junger Menschen nicht gehört. Wir ändern das! Wir laden junge Menschen ein, mit uns gemeinsam zu gestalten, sich direkt in die Arbeit des Paritätischen einzubringen und so ihre Stimmen besser zu Gehör bringen zu können. Das wollen wir in einer Jugendkonferenz vom 12. bis zum 14. Juni 2026 in Dessau tun. Dort sollen 60 Menschen (mit Bezügen zu Paritätischen Einrichtungen, Angeboten, Mitgliedsorganisationen) zwischen 14 und 25 Jahren aus ganz Deutschland für ein Wochenende zusammenkommen. Es gibt spannende Workshops, Diskussionen und ein interessantes Begleitprogramm. Und aus ihrer Mitte wählen sie eine Gruppe junger Menschen, die in den nächsten zwei Jahren im und mit dem Paritätischen wirken kann. Anmeldungen sind bis zum 14. April möglich. |
|
Vorstellung der Expertise „Inklusive Berufsorientierung“ 13. April 2026 13.00 Uhr bis 14.30 Uhr online |
|
Der Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf ist für junge Menschen mit Benachteiligungen eine entscheidende, oft vulnerable Phase mit häufig eingeschränkten beruflichen Wahlmöglichkeiten. In der Veranstaltung wird eine aktuelle Expertise vorgestellt, die im Auftrag des Paritätischen von Expert*innen erarbeitet wurde und die Berufsorientierung konsequent aus einer menschenrechtlichen Perspektive betrachtet. Dabei wird ein erweiterter Inklusionsbegriff zugrunde gelegt, der neben Behinderung auch andere diskriminierende sowie benachteiligende Faktoren wie Migration einbezieht. Präsentiert werden Problemlagen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für eine inklusive Berufsorientierung und Fachpraxis, um die gesellschaftliche Teilhabe aller jungen Menschen nachhaltig zu stärken.
Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Always on! Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen. Wie wir vorbeugen und Warnsignale frühzeitig erkennen können 16. April 2026 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr online |
|
Digitale Medien können für Kinder und Jugendliche einen so starken Sog entwickeln, dass analoge Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte daneben verblassen. Ab wann wird die Mediennutzung zu viel und ab wann spricht man von einer Sucht? Was können wir vorbeugend tun und ab wann müssen Erwachsene eingreifen? Die Veranstaltung gibt Orientierung und praktische Tipps für Eltern, Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Nachhaltigkeit als Chance für Personalgewinnung und Arbeitgeberattraktivität 22. April 2026 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr online |
|
Soziale Organisationen stehen zunehmend vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden. Gleichzeitig erwarten insbesondere jüngere Fachkräfte, dass Arbeitgeber Verantwortung für ökologische und soziale Nachhaltigkeit übernehmen. Der Workshop untersucht, wie Nachhaltigkeitsstrukturen dazu beitragen können, die Attraktivität einer Organisation als Arbeitgeber zu stärken sowie die Identifikation und Bindung von Mitarbeitenden zu fördern. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Digitale wohnungspolitische Mittagspause: Wohnarmut in Deutschland – Ursachen, Folgen und politische Handlungsoptionen 28. April 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr online |
|
Anlass der Veranstaltung ist die Veröffentlichung des aktuellen Wohnarmutsberichts des Paritätischen, der die wachsenden sozialen Probleme auf dem Wohnungsmarkt in den Mittelpunkt stellt. Vor dem Hintergrund der angespannten wohnungspolitischen Lage und anstehender politischer Weichenstellungen soll mit ausgewählten Bundestagsabgeordneten über Ursachen, Folgen und politische Handlungsoptionen diskutiert werden. Die Teilnahme ist kostenfrei. |
|
Austausch zu jugendgerechten Jugendberufsagenturen 6. Mai 2026 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr online |
|
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat in einem gemeinsamen Impuls-Papier Vorschläge zur jugendgerechten Weiterentwicklung von Jugendberufsagenturen entwickelt und lädt zum Austausch darüber ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neben der Vorstellung der Vorschläge die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit, Qualitätsmerkmale und Entwicklungsbedarfe sowie Praxisbeispiele aus Jugendberufsagenturen. Zudem wird die Übertragbarkeit und Weiterentwicklung vor Ort gemeinsam diskutiert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis zum 4. Mai 2026 gebeten. |
|
|
| |
| |
|