Monatsreport 04-26Jugendsozialarbeit im Paritätischen |
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| Massive Kürzungsvorschläge bei Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung |
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Ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden enthält Vorschläge für drastische Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe. Insgesamt werden Einsparungen von mindestens 8,6 Milliarden Euro diskutiert, wobei viele Maßnahmen noch nicht beziffert sind. Die Vorschläge zielen auf eine weitreichende Abschaffung von Individualansprüchen und die Einschränkung oder Abschaffung des Wunsch- und Wahlrechts von Menschen mit Behinderungen. Leistungen sollen stärker pauschalisiert und teilweise auf Betroffene selbst verlagert werden. Der Paritätische Gesamtverband kritisiert dies als massiven Rückschritt für Inklusion und soziale Teilhabe und warnt vor Verstößen gegen die UN-Behinderten- und Kinderrechtskonvention. Ursachen steigender Kosten wie Inflation, Fachkräftemangel und wachsende Bedarfe würden in den Vorschlägen kaum berücksichtigt. |
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Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BAGFW) zum Referent*innenentwurf eines Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes (1. KJHSRG) |
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Der Paritätische und die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege (BAGFW) organisierten Verbände haben zum Referent*innenentwurf des Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes Stellung genommen. Der Entwurf sieht unter anderem die Zusammenführung von Zuständigkeiten für junge Menschen mit Behinderungen, einen Vorrang von Infrastruktur- und Regelangeboten sowie Neuregelungen zur Kostenbeteiligung vor. Die BAGFW kritisiert, dass Verantwortung in Strukturen verlagert wird, deren personelle, finanzielle und qualitative Ausstattung finanziell nicht sichergestellt ist. Die Schwächung individueller Rechtsansprüche zur Kostensenkung steht zudem im Widerspruch zum politischen Anspruch, Inklusion zu erreichen. Ohne hinreichende Ressourcen kann eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe nicht gelingen. |
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Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung gestartet |
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Bundesministerin Karin Prien hat die Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung gestartet. Die Initiative soll dem Fachkräftemangel begegnen und die Ausbildung entlang der gesamten Bildungskette stärken. Ziel ist es, bessere Rahmenbedingungen für Aus-, Fort- und Weiterbildung zu schaffen und Fachkräfte sowie Betriebe zu unterstützen. Geplant sind unter anderem eine Weiterentwicklung der Berufsorientierung, neue Qualifizierungswege für Menschen ohne Abschluss, eine stärkere Förderung betrieblicher Weiterbildung und erleichterte Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Die Initiative setzt einen zentralen Auftrag des Koalitionsvertrags um und soll langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern. |
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Fachstelle überaus: Datenbank zu Förderprogrammen und -initiativen in Bund, Ländern und EU |
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Die Datenbank der Fachstelle überaus bietet eine umfassende Übersicht zu Förderprogrammen, Initiativen und Finanzierungsmöglichkeiten von Bund, Ländern und der EU im Übergang Schule – Beruf. Interessierte können gezielt nach Programmen in den Feldern Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Ausbildung, Übergänge und Nachqualifizierung suchen. |
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Berufsorientierung neu gedacht |
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Im Gespräch für „Blog Berufswelten“ betonen Frank Neises, Leiter der BIBB-Fachstelle überaus und Clemens Wieland, Bertelsmann Stiftung, dass Berufsorientierung stärker an den individuellen Lebenslagen junger Menschen ausgerichtet werden muss. Digitale Angebote, die Orientierung und Reflexion unterstützen, sollten das Sammeln eigener praktischer Erfahrungen ergänzen. Jugendberufsagenturen spielen eine zentrale Rolle, da sie Beratung bündeln und Übergänge erleichtern. Für viele Jugendliche ist es schwierig, sich in der Vielfalt der Berufswahlangebote zurechtzufinden. Neue Ansätze wie das Portal „zynd“ sollen deshalb nicht nur informieren, sondern die persönliche Auseinandersetzung mit beruflichen Perspektiven fördern und Orientierung individueller gestalten. |
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Honorarkürzung in der Psychotherapie verschärft unmittelbar die Versorgungslage für Patient*innen |
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Der Paritätische Gesamtverband und die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGV) warnen vor erheblichen Folgen für Versorgung und Zugang durch die beschlossenen Kürzungen der Honorare für psychotherapeutische Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Niedrigere Vergütungen könnten Praxen dazu bewegen, privat Versicherte zu bevorzugen. Das bedeutet für Betroffene längere Wartezeiten, einen erschwerten Zugang zu dringend benötigter Behandlung und eine höhere Hürde, überhaupt einen Therapieplatz zu erhalten. Besonders betroffen sind marginalisierte Bevölkerungsgruppen mit ohnehin eingeschränkten Ressourcen sowie in steigendem Maße Kinder und Jugendliche als besonders gefährdete Gruppe. Der Paritätische und die DGV warnen vor einer fatalen Entwicklung – der Zugang zu wirksamer psychotherapeutischer Behandlung darf nicht vom Versicherungsstatus abhängen. |
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Bundesprogramm „Demokratie leben!": Paritätischer fordert konsequenten Einsatz für Vielfalt und Demokratie |
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Anlässlich der Bundestagsdebatte zum Programm „Demokratie leben!“ begrüßt der Paritätische Gesamtverband die Fortführung des Programms und eine stärkere Ausrichtung auf digitale Räume. Statt eines Neustarts sollte jedoch das bestehende Engagement für Vielfalt und Demokratie gestärkt und dauerhaft stabil gefördert werden. Initiativen, die aktiv gegen Rechtsextremismus eintreten, sowie Gruppen von Menschen mit Migrationsgeschichte, queere Gruppen und Menschen mit alternativen Lebensentwürfen stehen unter zunehmendem Druck, werden eingeschüchtert und bedroht. Ohne Planungssicherheit droht der Verlust wertvollen Engagements, das nur schwer wieder aufgebaut werden kann. |
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Immer mehr Hochschulabsolvent*innen ohne Abitur |
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Die CHECK-Analyse „Studieren ohne Abitur 2026“ zeigt, dass sich der Hochschulzugang ohne schulische Hochschulreife weiter etabliert hat. Mit über 10.000 Absolvent*innen wurde ein neuer Höchststand erreicht. Aktuell sind rund 70.000 Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung eingeschrieben, das entspricht etwa 2,4 Prozent aller Studierenden. Die meisten Studierenden wählen Fächer aus den Bereichen Wirtschaft, Sozialwesen, Gesundheit und Ingenieurwissenschaften. Der Zugang ist inzwischen an über 90 Prozent der Hochschulen möglich. Insgesamt zeigt sich eine zunehmende Durchlässigkeit des Hochschulsystems, auch wenn der Anteil der Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung weiterhin vergleichsweise gering bleibt. |
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Freie Wohlfahrtspflege steht für Unantastbarkeit der Menschenwürde |
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Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege bekräftigen ihr Eintreten für Menschenwürde, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Zugriff von Rechtspopulisten auf Regierungsmacht würde die Arbeit der Verbände und die Menschen, mit denen und für die sie arbeiten, bedrohen. Daher begrüßt die Freie Wohlfahrtspflege die Absage des Bundeskanzlers Friedrich Merz an mögliche Koalitionen mit der AfD. Zugleich warnen die Spitzenverbände vor zunehmenden Anfeindungen und Angriffen auf Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und versichern, mit einer Solidaritäts-Garantie füreinander einzustehen. |
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DJI startet Projekt für Bildungsgerechtigkeit und gelingende Bildungsbiografien |
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Das Projekt „Monitoring für Bildung, Orientierung und Sozialraum“ (MoBiOS) des Deutsches Jugendinstituts (DJI) untersucht, wie Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Partnern – insbesondere der Jugendhilfe – Bildungsgerechtigkeit und erfolgreiche Bildungsbiografien fördern. Ein Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Orientierung und dem Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Indikatorensets, mit dem Bundesländer solche Kooperationen systematisch erfassen und bewerten können. Berücksichtigt werden Angebote, Nutzung und Wirkung, auch im Hinblick auf unterschiedliche Schulformen und Sozialräume. Dabei werden bestehende Strukturen aufgegriffen und weiterentwickelt, um Synergien zu nutzen, Doppelarbeit zu vermeiden und Lücken zu schließen. |
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Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit |
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Stellungnahme zum Referent*innenentwurf eines Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes (1. KJHSRG) |
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Auch der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat zum aktuellen Referent*innenentwurf des Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes Stellung genommen. Der Kooperationsverbund begrüßt die inklusive Ausrichtung und die Zusammenführung von Zuständigkeiten, mahnt jedoch dringende Nachbesserungen an, um die Rechte junger Menschen zu wahren und eine leistungsfähige Infrastruktur zu sichern. Massiv kritisiert wird die Sparlogik der geplanten Vorrangregelung für infrastrukturelle Angebote, die etwa das Risiko birgt, dass Aufgaben der Hilfen zur Erziehung in die schlechter finanzierte Jugendsozialarbeit verlagert werden. Zudem drohen Einschränkungen individueller Rechtsansprüche und Verzögerungen durch bürokratische Prüfungen. Der Kooperationsverbund fordert eine verlässliche Finanzierung sowie eine stärkere Beteiligung junger Menschen und Träger. Die Bedarfe und Rechte junger Menschen müssen stets Vorrang vor Einsparungen haben. |
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Austausch zu jugendgerechten Jugendberufsagenturen 6. Mai 2026 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr online |
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Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat in einem gemeinsamen Impuls-Papier Vorschläge zur jugendgerechten Weiterentwicklung von Jugendberufsagenturen entwickelt und lädt zum Austausch darüber ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neben der Vorstellung der Vorschläge die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit, Qualitätsmerkmale und Entwicklungsbedarfe sowie Praxisbeispiele aus Jugendberufsagenturen. Zudem wird die Übertragbarkeit und Weiterentwicklung vor Ort gemeinsam diskutiert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis zum 4. Mai 2026 gebeten. |
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Einsamkeit bei jungen Menschen begegnen 26. Juni 2026 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr online |
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Einsamkeit bei Jugendlichen ist ein zunehmendes gesellschaftliches Problem. In der Veranstaltung zeigt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit praxisorientierte Wege, wie Jugendsozialarbeit hier wirksam unterstützen kann. Aufbauend auf vorherige Forschungseinblicke stehen konkrete Projekte wie „Friendship“ und „MindOut“ im Fokus. Diskutiert wird zudem, wie Erfahrungen aus dem Programm “Mental Health Coaches” nachhaltig genutzt werden können. Die Veranstaltung bietet Austausch, Einblicke und neue Impulse für Fachkräfte der Jugendsozialarbeit. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung bis zum 22. Juni 2026 wird gebeten. |
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