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Monatsreport 05-25


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 05-25

Jugendsozialarbeit im Paritätischen


Aktuelles

Verschärfung der Armut: Paritätischer Armutsbericht 2025

Zu den zentralen Erkenntnissen des Paritätischen Armutsberichts 2025 gehört die Beobachtung, dass sich die Armut verschärft hat. So stieg von 2023 zu 2024 die Armutsquote in Deutschland um 1,1 Prozentpunkte. Demnach sind 15,5 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen. 13 Millionen Menschen hierzulande leben unterhalb der Armutsgrenze – eine viel zu hohe Zahl für ein reiches Land wie Deutschland.
Am stärksten von Armut betroffen sind Alleinlebende (29 Prozent), Alleinerziehende (27 Prozent), junge Erwachsene (24,8 Prozent) sowie Menschen ab 65 Jahren (19,4 Prozent). Die Inflation führte dazu, dass die Armen seit 2020 kaufkraftbereinigt noch ärmer geworden sind. Mit erheblicher materieller Entbehrung müssen 5 Millionen Personen leben – darunter befinden sich etwa 1 Million minderjährige Kinder und Jugendliche sowie 1,2 Millionen Vollzeiterwerbstätige.
Der Armutsbericht widmet zudem ein Kapitel Vorschlägen zur Überwindung der Armut durch gute Löhne, armutsfeste Sozialleistungen und bezahlbares Wohnen.





Demokratie braucht Vielfalt – Vielfalt braucht Demokratie! Queerpolitisches Grundsatzpapier des Paritätischen Gesamtverbandes verabschiedet

Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes hat das queerpolitische Grundsatzpapier "Demokratie braucht Vielfalt – Vielfalt braucht Demokratie!" verabschiedet. Darin bezieht der Verband klar Stellung für die Rechte und den Schutz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen sowie nicht-binären Personen.
Zu den zentralen Forderungen gehören die menschenrechtskonforme Umsetzung des Selbstbestimmungsgesetzes, eine überfällige Modernisierung des Abstammungsrechts, die Beendigung von Diskriminierung im Gesundheitssystem, die Stärkung des Gewaltschutzes und eine konsequente Bekämpfung von Hasskriminalität, der Schutz geflüchteter LSBTIQA*-Personen sowie die Gewährleistung von Räumen, Partizipation und Bildung für queere Kinder und Jugendliche.
Der Paritätische möchte mit dem queerpolitischen Grundsatzpapier eine verbandliche Grundlage schaffen, sich weiterhin und auf Grund des politischen Druckes verstärkt für die Rechte queerer Menschen einsetzen zu können.





Aufruf zum Internationalen Tag der Familie: Familien gehören zusammen!

Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai hat der Paritätische Gesamtverband einen gemeinsamen Appell mit mehr als 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlicht. Darin fordert der Paritätische die neue Bundesregierung auf, den Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten zu erhalten, die Verfahren beim Familiennachzug zu verbessern, minderjährige Geschwister nicht zurückzulassen sowie besonders schutzbedürftige Familien besser zu schützen.
Das Vorhaben, den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte auszusetzen, stellt einen migrations- und integrationspolitischen Rückschritt dar. Die Aussetzung des Familiennachzugs führt zu langjährigen und schmerzhaften Trennungen von Familienmitgliedern.
Die Trennung von den Eltern und Geschwistern kann bei Kindern erhebliche psychische Belastungen und Traumata verursachen, die langfristige Auswirkungen auf sie und das Familiengefüge nach sich ziehen können.





BJK-Stellungnahme: Junge Erwachsene und soziale Mobilität

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) widmet sich in einer Stellungnahme zur sozialen Mobilität den fehlenden oder blockierten Zugängen zu den (Aus-)Bildungseinrichtungen und zum Arbeitsmarkt, die vielen junge Erwachsene Chancen auf einen Bildungsaufstieg verwehren. Auch die hohe Zahl an Abbrüchen auf den Bildungswegen und in der frühen Berufskarriere junger Menschen zeigt einen hohen Handlungsbedarf. Chancen für eine Aufstiegsmobilität und die daraus resultierenden Teilhabechancen hängen immer noch stark von den familialen Hintergründen und der sozialen Herkunft ab.
Das BJK fordert die Politik auf, die fehlenden Infrastrukturen und Unterstützungsmöglichkeiten insbesondere für Bildungsaufsteiger*innen in den (Aus-)Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Betrieben aufzubauen. Damit könnten auch Anhäufungen von Benachteiligungen für zum Beispiel junge Menschen im Wohnungsnotstand oder mit Jugendhilfeerfahrungen, junge Geflüchtete und junge Menschen mit Behinderungen verhindert werden.





Ungleiche Teilhabemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Die neue Studie „Teilhabeatlas Kinder und Jugendliche“ beleuchtet anhand von Daten und Interviews mit jungen Menschen die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Analysiert wurden etwa der Anteil der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen oder der Schulabgänger*innen ohne Ersten Schulabschluss sowie Querschnittsindikatoren wie die Lebenserwartung oder die Erreichbarkeit von Bushaltestellen, Grundschulen und Kinderarztpraxen, die Hinweise auf die allgemeinen Lebensverhältnisse geben. Die regionalen Unterschiede bezüglich der Teilhabemöglichkeiten sind dabei teilweise gravierend.
In den Interviews mit jungen Menschen zeigte sich, dass diese sich vor allem Mitgestaltungsmöglichkeiten, öffentliche Aufenthaltsorte sowie eigenständige Mobilität wünschen.
Konkrete Handlungsempfehlungen formuliert die Studie insbesondere in den Bereichen Bildung, Freizeit, Selbstbestimmung und Beteiligung.
Der „Teilhabeatlas“ wurde vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie der Wüstenrot Stiftung veröffentlicht.





„JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“: Programmverlängerung und Öffnung des Bewerbungsverfahrens

Interessierte Kommunen können sich wieder für eine Teilnahme am ESF-Plus-Bundesprogramm „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ bewerben.
Eine Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren ist seit dem 09.05.2025 bis spätestens zum 29.01.2027 wieder möglich. Darüber hinaus wurde die Laufzeit des Programms bis 2028 verlängert.
Das Modellprogramm des BMFSFJ richtet sich an junge Menschen in prekären Lebenslagen im Alter von 14 bis einschließlich 26 Jahren, die ihr Leben noch nicht eigenständig führen können und/oder die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind.
Antragsberechtigt für das Programm sind die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendämter). Ihnen obliegt die Steuerung und Koordinierung des Gesamtvorhabens vor Ort. Die einzelnen Projekte können sowohl durch öffentliche als auch durch freie Jugendhilfeträger umgesetzt werden. Dabei findet eine enge Zusammenarbeit mit den Jobcentern, Agenturen für Arbeit und weiteren Kooperationspartnern statt.





UNICEF-Bericht zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen

Der neue UNICEF-Bericht zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zeigt, dass die Lebenszufriedenheit der Jugendlichen und die schulischen Kompetenzen in fast allen OECD- und EU-Ländern zurückgehen, während körperliche Probleme wie Übergewicht zunehmen. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch für Deutschland, das seit dem letzten vergleichbaren Bericht vor fünf Jahren von Platz 14 auf Platz 25 abgerutscht ist. Die Lebenszufriedenheit von Jugendlichen nimmt ab, ebenso wie ihre schulischen Kompetenzen.
Deutschland erreicht im Hinblick auf die mentale und physische Gesundheit sowie die Kompetenzen der Jugendlichen nur Platz 25 von 36, im Bereich der schulischen und sozialen Kompetenzen sogar nur Platz 34 von 41.
Für jeden Trend analysiert die UNICEF-Studie mögliche Gründe.
Die Ergebnisse zeigen, welchen großen Unterschied gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern machen können. Dazu muss Politik bedarfsgerechter in die Infrastruktur für Kinder investieren. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse aber auch, wie wichtig die eigenen Eltern und eine kindgerechte Gesellschaft für ein gesundes Aufwachsen sind.





Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zur Zukunft von Erasmus+

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat die Stellungnahme „Zur Zukunft von Erasmus+ und ESK ab 2028 mit Fokus auf Jugendsozialarbeit“ veröffentlicht und reagiert damit auf die Pläne der EU-Kommission, den Mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) der EU stark zu verändern. Dies könnte zulasten der Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps (ESK) gehen – Instrumente, die für die Stärkung von Demokratie, sozialem Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit in Europa unverzichtbar sind.
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert eine gezielte Weiterentwicklung der Programme, insbesondere hinsichtlich der Bedürfnisse von jungen Menschen mit geringeren Chancen. Die Jugendsozialarbeit leiste hierbei einen entscheidenden Beitrag, weil sie als Brücke zu diesen Zielgruppen dient. Es sei daher essentiell, dass die Anliegen der Jugendsozialarbeit in der neuen Programmgeneration umfassend berücksichtigt würden.





Veranstaltungen

Vorstellung und Diskussion vom Paritätischen Armutsbericht 2025
12. Juni 2025
13.30 Uhr bis 15.00 Uhr
online

In der Veranstaltung stellt die Paritätische Forschungsstelle zentrale Ergebnisse des aktuellen Armutsberichts „Verschärfung der Armut“ vor und lädt dazu ein, Fragen zu stellen, gemeinsam die Befunde zu diskutieren und politische Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Teilnahme ist kostenlos.





Bundeskongress Schulsozialarbeit 2026: Bewerbungsphase für Beiträge

Interessierte sind eingeladen, den nächsten Bundeskongress Schulsozialarbeit unter dem Leitthema „Professionell. Nachhaltig. Zukunftsorientiert“ aktiv mitzugestalten und ihre Beiträge bis zum 31. Juli einzureichen.
Im Mittelpunkt des Bundeskongresses Schulsozialarbeit stehen die Themenfelder Armut und soziale Gerechtigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Digitalisierung und Digitalität sowie Professionalität in der Schulsozialarbeit.