Monatsreport 06-25Jugendsozialarbeit im Paritätischen |
|
|
| Kurz-Stellungnahme zur Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten |
|
Der Paritätische Gesamtverband lehnt in einer Kurz-Stellungnahme die von der Bundesregierung geplante Aussetzung des Familiennachzugs entschieden ab und betont, dass sich subsidiär Schutzberechtigte in einer vergleichbaren Situation befinden, wie Flüchtlinge, die unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen. Das Vorhaben verstoße gegen das grund- und menschenrechtlich verankerte Recht auf Familieneinheit. Insbesondere für Frauen und Kinder sei der Familiennachzug oft der einzige sichere Zugangsweg. Die geplante Aussetzung führe zu Mehrbelastung bei Behörden und Gerichten und erschwere die Integration Betroffener. Sollte die geplante Gesetzesänderung trotzdem kommen, fordert der Paritätische Gesamtverband eine Übergangsregelung, damit laufende Verfahren nach bisheriger Rechtslage abgeschlossen werden können. |
|
Offener Brief der Erziehungshilfefachverbände an den Bundeskanzler |
|
Als Reaktion auf die Rede des Bundeskanzlers zu Kostensteigerungen in der Kinder- und Jugendhilfe haben die Erziehungshilfefachverbände einen Offenen Brief an Friedrich Merz veröffentlicht. Darin fordern sie, Aufwendungen in der Kinder- und Jugendhilfe als Investition in eine zukunftsfähige Gesellschaft anzuerkennen und entsprechend ausreichend zu fördern. Die Unterstützung und Fürsorge, die Kinder und Jugendliche im Elternhaus erfahren, präge maßgeblich ihre Entwicklung, heißt es in dem Offenen Brief. Kinder und Jugendliche, die in Belastungssituationen aufwachsen, seien mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert und besonders häufig in den Hilfen zur Erziehung vertreten. Um ihre Entwicklung zu fördern und die Erziehungsfähigkeit von Eltern zu stärken, seien frühzeitige, flächendeckende und niedrigschwellige Unterstützungsangebote notwendig. Dazu gehören Angebote der Familienbildung, Beratungsstellen, Schulsozialarbeit, Jugendfreizeiteinrichtungen und Ganztagsförderung. Zudem müsse man zentrale Belastungsfaktoren wie Kinderarmut und Wohnungsnot abbauen und Eltern mit psychischen oder chronischen Erkrankungen bedarfsgerecht unterstützen, so die Fachverbände.
|
|
Förderaufruf im ESF Plus Bundesprogramm Win-Win |
|
Das ESF Plus-Programm "Win-Win" zielt darauf ab, die soziale und arbeitsmarktliche Integration von jungen erwerbsfähigen Männern mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von 18 bis 35 Jahren zu verbessern. Bei der Zielgruppe handelt es sich um besonders benachteiligte Personen, die von den Agenturen für Arbeit oder Jobcentern vor Ort nicht (mehr) erreicht und betreut werden können oder die eine Kooperation mit den Agenturen für Arbeit oder Jobcentern verweigern oder diese ablehnen. Ein dritter Förderaufruf ist für September 2025 geplant. |
|
Studie: Die Einsamkeit junger Menschen ist eine Gefahr für die Demokratie |
|
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass sich zehn Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 16 und 30 Jahren stark und 35 Prozent moderat einsam fühlen. Besonders betroffen sind junge Frauen, junge Erwachsene ohne Erwerbstätigkeit, mit niedriger Bildung sowie mit Migrationsgeschichte. Stark einsame junge Erwachsene sind ebenso interessiert an Politik und zeigen ähnliches kurzfristiges politisches Engagement wie nicht einsame junge Erwachsene. Sie neigen jedoch vermehrt zu Einstellungen und Überzeugungen, die politischem Engagement langfristig abträglich sind, so die Studie. Stark einsame junge Erwachsene sind weniger zufrieden mit der Demokratie, glauben weniger an die Veränderbarkeit gesellschaftlicher Verhältnisse und daran, dass Politiker*innen und Entscheidungsträger*innen ihre Werte aktiv vertreten. Um einsame junge Erwachsene besser politisch und sozial einzubinden und ihre politische Selbstwirksamkeit zu stärken, empfiehlt die Studie niedrigschwellige Angebote sowie eine Sensibilisierung für das Thema Einsamkeit und einen offenen Diskurs. |
|
Gastbeitrag von Klaus Hurrelmann: Der schwierige Übergang ins Berufsleben – Junge Menschen im Dauerkrisenmodus gezielt und zeitgemäß unterstützen |
|
Klaus Hurrelmann, Senior Professor an der Hertie School, fordert in einem Gastbeitrag für die Fachstelle „überaus“ eine neue und zeitgemäße Gestaltung des Übergangs in die Arbeitswelt für junge Menschen. Die sogenannte Generation Z starte im Dauerkrisenmodus ins Berufsleben – belastet durch Pandemie, Klimakrise, Kriege und Zukunftsängste. Hinzu kämen die unübersichtliche Berufs- und Studienwahl sowie Berufsbilder, die sich durch die Digitalisierung schnell wandeln. Wie die Trendstudie "Jugend in Deutschland" zeigt, ist die junge Generation motiviert zu arbeiten – hat dabei aber höhere Erwartungen an Job und Arbeitgeber als frühere Generationen. Hurrelmann plädiert für bessere Berufsorientierung in Schulen, gestärkte Jugendberufsagenturen, frühzeitige Kooperationen von Unternehmen und Mentoring-Programme mit Auszubildenden und Studierenden. Der Staat solle Übergangsphasen finanziell besser absichern und es brauche auch eine bundesweite Qualitätsoffensive für Berufsberatung, um die Generation Z zwischen Optionenvielfalt und Zukunftsangst systematisch zu begleiten und gezielt zu unterstützen. |
|
Beteiligung stärken, Politik gestalten: Bundesjugendkuratorium im Austausch mit jungen Menschen |
|
Das Bundesjugendkuratorium (BJK) hat sich mit jungen Menschen über ihr Engagement in der Politikberatung auf Bundesebene ausgetauscht. Im Fokus standen die aktuellen Bedingungen der Beteiligungsformate und mögliche Ansatzpunkte, diese zu verbessern, beziehungsweise nachhaltig zu sichern. Es zeigen sich große Unterschiede zwischen Beteiligungsformaten – etwa in der organisatorischen, fachlichen und pädagogischen Unterstützung durch Bundesministerien. Junge Menschen berichten von praktischen Hürden wie hohem Zeit- und Organisationsaufwand sowie von hohen Vorauslagen. Diese strukturellen Barrieren erschweren den Zugang und verstärken Ungleichheiten. Vielfach angemerkt wurde die fehlende Rückmeldung zu ihren Beiträgen. Oft sei unklar, ob Vorschläge gehört oder umgesetzt wurden. Die jungen Menschen fordern mehr Transparenz hinsichtlich zeitlichem Aufwand, Formaten sowie dem Einfluss ihrer Empfehlungen. Sie wünschen sich eine frühzeitige Einbindung, die Bereitstellung wichtiger Hintergrundinformationen sowie feste und erreichbare Ansprechpartner*innen. Barrieren für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Politikberatung müssen anerkannt und abgebaut werden, um Beteiligungsmöglichkeiten inklusiv sowie kinder- und jugendgerecht zu gestalten. |
|
Offener Brief der BAGFW – Appell für mehr ökologische Themen im Studium Sozialer Arbeit |
|
In einem offenen Brief richtet sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) an die Hochschulen mit dem Appell, ökologische Themen verstärkt im Studium Sozialer Arbeit zu verankern. Die ökologischen Krisen verändern auch die Praxis Sozialer Arbeit. Viele Zielgruppen sind von den Folgen des Klimawandels, wie etwa Hitze, stark belastet, soziale Einrichtungen tragen daher eine besondere Verantwortung für Schutzmaßnahmen und klimaschonendes Handeln, so die BAGFW. Auch rechtliche Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verlangen mehr Transparenz hinsichtlich Nachhaltigkeitsbemühungen.
Als Profession mit Zugängen zu verschiedensten Menschen und Netzwerken sowie vielfältigen Methoden kann Soziale Arbeit eine wichtige Rolle in der sozial-ökologischen Transformation einnehmen. Dafür braucht es Wissen zu Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen sowie Mut und Selbstbewusstsein der Profession, sich dieser Aufgabe anzunehmen. Die BAGFW unterstützt diese Weiterentwicklung und bietet sich in ihrem Offenen Brief den Hochschulen als Kooperationspartner an, etwa durch gemeinsame Projekte, Fachveranstaltungen oder den Austausch von Materialien. |
|
Bundesweiter Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten“ – neue Wettbewerbsrunde 2025/26 startet am 1. September 2025 |
|
Der bundesweite Wettbewerb lädt alle zwei Jahre Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren dazu ein, auf historische Spurensuche in den „Umbruchszeiten“ seit 1989/90 zu gehen. Fast 35 Jahre ist es her, dass die Friedliche Revolution und der demokratische Aufbruch in der DDR die deutsche Einheit ermöglichten. Aber was passierte eigentlich in der spannenden Zeit danach? Das Thema des Wettbewerbs ist diesmal „Neue Begegnungen“. |
|
Paritätischer ruft zum CSD Berlin am 26. Juli 2025 auf |
|
Der Paritätische Gesamtverband und der Paritätische Berlin rufen gemeinsam zur Teilnahme am CSD Berlin am 26. Juli auf, um Gleichberechtigung und Vielfalt zu feiern und gemeinsam Haltung zu zeigen für eine offene und demokratische Gesellschaft. Dieses Jahr steht die Pride-Veranstaltung unter dem Motto “Nie wieder still!”
Der Paritätische Gesamtverband und der Paritätische Berlin beteiligen sich mit einem gemeinsamen Wagen am CSD. Ein gemeinsamer Treffpunkt und die Uhrzeit werden Anfang Juli bekanntgegeben. |
|
|
| |
| |
|