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Monatsreport 09-24


Der Paritätische Gesamtverband Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 09-24

Jugendsozialarbeit im Paritätischen


Aktuelles

Beratungsforum JUGEND STÄRKEN veröffentlicht Positionierung für eine inklusive Jugendsozialarbeit

Vor dem Hintergrund einer Reform für ein inklusives SGB VIII hat das Beratungsforum JUGEND STÄRKEN unter dem Titel „Position Inklusive Jugendsozialarbeit – Chance für das inklusive SGB VIII“ konkrete Vorschläge für eine inklusive Jugendsozialarbeit veröffentlicht. Das Beratungsforum JUGEND STÄRKEN sieht eine eindeutige Zuständigkeit der Jugendsozialarbeit auch für junge Menschen mit Behinderungen. Um ihre Bedarfslagen noch konsequenter mitzudenken und Angebote der Jugendsozialarbeit inklusiver auszugestalten, spricht sich das Beratungsforum für eine entsprechende Schärfung der Formulierung in § 13 SGB VIII aus, welche die inklusive Ausrichtung unterstreicht: „Dabei sollen die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Angebote für junge Menschen mit Behinderungen sichergestellt werden. Beeinträchtigungen im Sinne des § 2 SGB IX gelten als individuelle Beeinträchtigungen nach Satz 1.“ Daraus würden sich nach Sicht des Beratungsforums u.a. eine inklusive, barrierefreie Ausrichtung und ein Ausbau der Angebote nach §13 SGB VIII, die finanzielle Absicherung der Jugendsozialarbeit in der sozialen Infrastruktur sowie inklusive Jugendsozialarbeit als Teil der kommunalen Jugendhilfeplanung in der Gesetzeslogik des SGB VIII sowie des Leistungskatalogs im § 13 SGB VIII anschließen.





Paritätischer fordert finanzielle Hilfen für Studierende

Der Paritätische Gesamtverband warnt vor einer weiteren Verarmung von Studierenden in Deutschland und fordert eine effektive Reform des BAföG und Hilfe bei den Wohnkosten. Laut kürzlich veröffentlichter Zahlen des Statistischen Bundesamts haben die Hälfte aller Studierenden mit eigener Haushaltsführung weniger als 867 Euro im Monat zur Verfügung. Studierende, die zur Miete leben, geben im Schnitt 54 Prozent für Wohnkosten aus. Die Kurzexpertise, die der Paritätische im Juni gemeinsam mit dem Deutschen Studierendenwerk veröffentlichte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie das Statistische Bundesamt. Demnach gelten fast 36 Prozent aller Studierenden als arm. Eigene Erhebungen des Paritätischen ergaben, dass über ein Drittel der Studierenden mehr als 400 Euro für Wohnkosten aufwenden. Um sicherzustellen, dass sich Studierende auf ihre Bildung konzentrieren können, statt sich mit finanziellen Sorgen zu belasten, fordert der Paritätische eine Anpassung des BAföGs an das Bürgergeld, eine regelmäßige gesetzliche Fortschreibung, eine kurzfristige Anpassung der Wohnkostenpauschale sowie mittelfristig mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende.





"Jung & Krebs": Ergebnisse des Online-Fachforums des Paritätischen Gesamtverbandes und der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

Anlässlich des Monats der Krebsüberlebenden hat der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (DSfjEmK) ein Online-Fachforum zum Thema „Jung & Krebs“ organisiert, um die Herausforderungen und Bedarfe junger Erwachsener mit und nach ihrer Krebserkrankung sowie politisch notwendige Weichenstellungen für eine bessere Unterstützung und Versorgung gemeinsam in den Blick zu nehmen. Da für junge Patient*innen, neben den herausfordernden Fragen rund um die auszuwählende Behandlung, häufig eine mögliche Unterbrechung des Ausbildungs-/ Berufsweges bzw. Hürden bei der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit und daraus resultierende wirtschaftliche und soziale Notlagen in den Vordergrund rücken, gehörten diese Themen zu den Schwerpunkten.





Studie des Deutschen Kinderhilfswerkes geht Umsetzung des Rechts auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nach

Welche Maßnahmen hat Deutschland seit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) vor 30 Jahren zur Verwirklichung des Rechts auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ergriffen? Mit dem Child Participation Assessment Tool (CPAT) des Europarats können die Mitgliedsstaaten die Umsetzung der Kinder- und Jugendbeteiligung anhand von zehn Indikatoren messen, Lücken identifizieren und Handlungsimpulse entwickeln. Die Anwendung des CPAT hat nun das Deutsche Kinderhilfswerk erstmals für Deutschland erprobt. Im Ergebnis ist eine umfassende Evaluation der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Lebensbereichen entstanden.

Die Analyse bietet sowohl für Entscheidungsträger*innen auf allen politischen Ebenen als auch für die Praxis relevante Erkenntnisse zur Umsetzung des Artikel 12 UN-KRK und stellt zu jedem Indikator Entwicklungsbedarfe und spezifische Maßnahmen dar. Sie zeigt insgesamt, dass es ein wachsendes Bewusstsein für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft gibt und sich in Deutschland eine vielfältige Beteiligungslandschaft etabliert hat. Dennoch findet die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen noch nicht flächendeckend statt und wird in der Praxis sehr unterschiedlich umgesetzt. Da für die Umsetzung der Beteiligungsrechte alle föderalen Ebenen verantwortlich sind, beziehen die Analysen auch Maßnahmen auf Länderebene und zum Teil kommunaler Ebene mit ein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Gerichtsverfahren. Näher beleuchtet wurde außerdem, inwiefern Kinderrechte und das Recht auf Beteiligung in der Ausbildung von Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Polizist*innen vorkommen. Die Analyse zeigt zudem auf, dass in vielen Bereichen noch keine flächendeckenden Daten zur Umsetzung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vorliegen und empfiehlt, eine regelmäßige Evaluation auf Basis des CPAT durchzuführen, um Datenlücken zu schließen und die Umsetzung des Rechts weiter zu unterstützen.





Servicestelle Jugendberufsagenturen analysiert grundlegende Aspekte der rechtskreis- und fachübergreifenden Zusammenarbeit

Was macht eine Jugendberufsagentur aus und welche grundlegenden Aspekte sind für eine erfolgreiche Umsetzung unabdingbar? Das hat die Servicestelle Jugendberufsagenturen in einem Beitrag analysiert, der sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischem Erfahrungswissen aus Jugendberufsagenturen orientiert. Eine wichtige Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit in Jugendberufsagenturen ist, dass die Partner sich grundsätzlich als Gemeinschaft fühlen für den jungen Menschen und die Gesamtheit seiner Fragen und Herausforderungen auf dem Weg in die Eigenständigkeit verantwortlich begleiten. Dafür braucht es nicht nur ein gemeinsames Verständnis der unterschiedlichen Partner, sondern auch eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie aufeinander abgestimmte Strukturen – und Durchhaltevermögen.





DGB-Ausbildungsreport 2024 veröffentlicht

Der aktuelle DGB-Ausbildungsreport zeigt, dass der Anteil der Auszubildenden, die mit der Ausbildung „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“ sind, mit 69,8 Prozent zum zweiten Mal nach 2019 unter der Marke von 70 Prozent liegt. In ihren Wunschberufen sind 83,8 Prozent der Auszubildenden (sehr) zufrieden, während das nur auf 54,9 Prozent der Auszubildenden in von ihnen „ungeplanten Berufen“ zutrifft und auf nur 33 Prozent der Auszubildenden, die ihren Ausbildungsberuf als „Notlösung“ bezeichneten. 30,7 Prozent der befragten Auszubildenden konnten ihren Wunschberuf und weitere 39,9 Prozent zumindest einen von mehreren für sie interessanten Beruf erlernen.

Weibliche Auszubildende können dabei offensichtlich seltener ihre Ausbildungswünsche realisieren. Mehr als ein Viertel von ihnen – und damit fast 10 Prozent mehr als von den männlichen Auszubildenden – gaben an, bei ihrem Ausbildungsberuf handele es sich um eine Alternative, die sie eigentlich nicht geplant hatten. In der Ausbildung zeigen sich weiterhin geschlechtsspezifische Unterschiede und strukturelle Benachteiligung. Gerade die Berufe und Branchen, die weiblich konnotiert sind, haben schlechtere Ausbildungsbedingungen und obwohl diese Berufe nicht unbedingt zu ihren Wunschberufen zählen, absolvieren Frauen noch immer überdurchschnittlich häufig diese Ausbildungen. In der Folge zeigen junge Frauen ein immer geringeres Interesse an einer dualen Ausbildung.

Die seit Jahren bestehenden Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt haben sich 2023 weiter verschärft. Hierbei zeigt sich erneut, dass es sich bei einem Großteil der erfolglosen Bewerber*innen um Ausbildungsplatzsuchende mit mittleren oder hohen Schulabschlüssen handelte. So verfügten 36,5 Prozent der betroffenen jungen Menschen über einen mittleren Abschluss, 13 Prozent über die Fachhochschulreife und 11,6 Prozent über das Abitur. Demgegenüber lag der Anteil erfolgloser Bewerber*innen mit Hauptschulabschluss bei lediglich 29,9 Prozent.

Auf der anderen Seite entfiel das Gros der unbesetzten Ausbildungsstellen auf Ausbildungen, für die lediglich ein Hauptschulabschluss erwartet wurde (56,8 Prozent). Davon betroffen sind in besonderem Maße das Handwerk sowie der Einzelhandel. Es gilt daher zum Einen, die Attraktivität dieser Ausbildungsberufe zu erhöhen, zum Anderen müssen Zugangswege und Unterstützungsangebote für junge Menschen mit schlechteren individuellen Ausgangsvoraussetzungen geschaffen werden. Förderinstrumente wie die „Berufseinstiegsbegleitung“ oder die „Assistierte Ausbildung/AsA flex“ bieten hier bereits gute Anknüpfungspunkte, die es jedoch noch effektiver zu nutzen gilt. Dazu bedarf es insbesondere auch einer noch intensiveren lokalen Kooperation zwischen den Akteur*innen im Übergangsbereich, den allgemein- und berufsbildenden Schulen, sowie den Betrieben und Kammern.





Studie der Bertelsmann Stiftung “Vom Mismatch zum Match: Wie sich Jugendliche und Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt suchen und finden (können)”

Immer mehr Ausbildungsplätze in Deutschland bleiben unbesetzt, gleichzeitig gehen viele Bewerber*innen auf dem Ausbildungsmarkt leer aus. Mögliche Gründe untersucht die gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Bertelsmann Stiftung „Vom Mismatch zum Match: Wie sich Jugendliche und Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt suchen und finden (können)“. Einig sind sich beide Seiten über den hohen Stellenwert einer Berufsausbildung als gute Karrieregrundlage sowie über fachübergreifende Faktoren für die Ausbildungsplatzwahl wie gutes Betriebsklima, spannende Aufgaben, Übernahmechancen nach der Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu Unternehmen schätzen junge Menschen häufiger auch die Höhe der Ausbildungsvergütung, zusätzliche Leistungen (z.B. Mobilitätszuschüsse) und flexible Arbeitszeiten als (eher) wichtig ein.

Beide Parteien nutzen zwar insbesondere Online-Stellenausschreibungen, die Bundesagentur für Arbeit und Social Media Kanäle zur Suche nach Ausbildungsplätzen bzw. Bewerber*innen, allerdings zeigen sich besonders bei der Social-Media-Nutzung einige entscheidende Unterschiede im Kommunikations- und Informationsverhalten. Zwar nutzen Unternehmen und Jugendliche Instagram am häufigsten, davon abgesehen bewerben Unternehmen ihre Ausbildungsplätze jedoch nicht immer dort, wo junge Menschen danach suchen. So sucht etwa fast die Hälfte der Jugendlichen bei YouTube nach Ausbildungsstellen, aber noch nicht einmal jedes fünfte Unternehmen bespielt diesen Kanal. Ähnliche Differenzen zeigen sich in Bezug auf WhatsApp, TikTok und Snapchat.

Die Studie formuliert Handlungsempfehlungen, wie vor allem Unternehmen durch ein optimiertes, an den Bedarfen der jungen Menschen orientiertes Kommunikationsformat und Informationsangebot, dazu beitragen können, dass Ausbildungsangebot und -nachfrage besser und häufiger “matchen”. Die Studie kommt auch zu dem Schluss, dass individuelle Kompetenzen gegenüber formalen Abschlüssen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Unternehmen sollten dies stärker kommunizieren, indem sie beispielsweise Offenheit für Bewerber*innen mit niedrigeren Schulabschlüssen zeigen. Junge Menschen sollten in der Berufsberatung auf diesen Aspekt hingewiesen werden.





IU-Studie: Junge Menschen sind am häufigsten zufrieden mit der Demokratie in Deutschland

Eine repräsentative Umfrage der Internationalen Hochschule (IU) zeigt, dass knapp die Hälfte (47,9 Prozent) der Befragten zwischen 16-65 Jahren allgemein sehr oder eher zufrieden mit der Demokratie in Deutschland ist. Über 90 Prozent der Befragten ist der Erhalt der Demokratie in Deutschland sehr oder eher wichtig. Im Bereich politischer Beteiligung ist Wählen mit 75,1 Prozent die am weitesten verbreitete Form, während die Möglichkeit zur Teilnahme an anderen politischen Aktivitäten wie Demonstrationen (16,1 Prozent) weniger genutzt werden.

Als zentrale Herausforderungen einer Demokratie sehen die Befragten am häufigsten abnehmendes Vertrauen in die Politik und Ungleichheit. Bei der Vermittlung demokratischer Werte sehen 59,0 Prozent der Befragten das Bildungssystem als hauptverantwortlich. Fehlende Bildung sehen 79,0 Prozent der Befragten als eine potenzielle Bedrohung für die Demokratie an. Allerdings stimmen auch 66,6 Prozent der Aussage zu, dass Bildung keine Garantie für eine funktionierende Demokratie ist. Insgesamt informieren sich die Befragten am häufigsten über Nachrichtensendungen im Fernsehen (55,2 Prozent), gefolgt von Online-Nachrichtenportalen (47,8 Prozent). 58,8 Prozent der jungen Menschen bis 25 Jahre nennen soziale Medien als hauptsächlich genutzte Quelle, wenn es um politische (Weiter-)Bildung geht.





Information zum Interessenbekundungsverfahren für das ESF Plus-Bundesprogramm „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“

„JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ wird bundesweit derzeit in 73 Kommunen umgesetzt und mit 70 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert. Mit dem Programm stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) junge Menschen im Alter von 14 bis einschließlich 26 Jahren, die zu einer eigenständigen Lebensführung noch nicht in der Lage sind und / oder die von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit bedroht oder betroffen sind. Ziel des Bundesprogramms ist es, diese jungen Menschen mithilfe sozialpädagogischer Unterstützung individuell und rechtskreisübergreifend bei der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit und selbständigen Lebensführung zu begleiten, sie in gesicherte Wohnverhältnisse zu bringen, ihre soziale Integration auch im Hinblick auf den Übergang in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu sichern sowie bestehende Armutsrisiken zu reduzieren. Antragsberechtigt sind die öffentlichen Träger der örtlichen Jugendhilfe, die das Programm planen, steuern und koordinieren. Dabei arbeiten sie eng mit freien Jugendhilfeträgern, Jobcentern, Agenturen für Arbeit und weiteren Kooperationspartnern zusammen. Das Modellprogramm läuft bis zum 31.12.2027.  





KI verschärft Risiken für Kinder und Jugendliche im Netz: Vorstellung des Jahresberichts 2023 von jugendschutz.net

Das Gefährdungspotenzial für Kinder und Jugendliche im Netz nimmt zu. Aktuell macht es generative KI immer schwerer, Realität von Fälschung zu unterscheiden und verstärkt Risiken wie sexualisierte Gewalt, Mobbing und Extremismus. Dies ist ein zentraler Befund des Jahresberichts von jugendschutz.net, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet. So sinken Hemmschwellen für Übergriffe im digitalen Raum, der Krieg in Nahost wird für antisemitische oder muslimfeindliche Hasspropaganda instrumentalisiert, Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern werden verbreitet und es tauchen vermehrt Beiträge in Social Media auf, die junge Menschen zu gesundheitsgefährdendem Verhalten anstiften. 2023 bearbeitete jugendschutz.net 7.645 Verstoßfälle. Davon sind zwei Drittel sexualisierter Gewalt zuzuordnen. Bei 12 Prozent handelt es sich um Sex/Pornografie, bei 11 Prozent um politischen Extremismus. Fünf Prozent gingen auf selbstgefährdende Inhalte zurück und zwei Prozent auf Cybermobbing. Betreiber von Angeboten tun zu wenig, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Sie reagieren unzureichend, wenn ihnen Verstöße gemeldet werden und überprüfen die Altersangaben von Nutzenden nicht angemessen. Gute Ansätze, wie möglichst sichere Voreinstellungen für bestimmte Altersgruppen, entfalten dadurch kaum Wirkung.





Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der Arbeitslosenversicherung und Arbeitsförderung (SGB III – Modernisierungsgesetz)

Im Rahmen der Verbändebeteiligung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der Arbeitslosenversicherung und Arbeitsförderung (SGB III – Modernisierungsgesetz) nimmt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit (KV JSA) Stellung. Aus den Perspektiven der Träger von Jugendsozialarbeit und jungen Menschen sollte der im Referentenentwurf beschriebene Ausbau der Maßnahmen und eine starke Kooperation der Rechtskreise in den Jugendberufsagenturen die Situation junger Menschen im Übergang in Ausbildung und Beruf insgesamt verbessern. Damit das Gesetz den Weg für einen Systemwechsel ebnet, muss allerdings die meist prekäre Finanzierung des Übergangsbereiches ergänzt werden. Zudem darf die grundsätzliche Erweiterung des Auftrags der Bundesagentur für Arbeit und infolgedessen der Agenturen für Arbeit vor Ort im § 28b SGB III RE nicht die bestehende Beratung, Betreuung und Unterstützung junger Menschen durch andere Rechtskreise ersetzen, sondern muss als notwendige Ergänzung formuliert werden.





Veranstaltungen

Seminare: Datenschutz in der Wohlfahrtspflege
24. September bis 13. November 2024 
online

Gemeinsam mit der Stiftung Datenschutz veranstaltet der Paritätische Gesamtverband eine weitere Seminarreihe zum Thema Datenschutz in Wohlfahrtsorganisationen. Das Grundlagenseminar richtet sich an Vorstände und Ehrenamtliche, die einen ersten Einblick in die Welt des Datenschutzes in der Wohlfahrtspflege erhalten möchten. In drei weiteren Seminaren werden die Themen Mitglieder und Förderer aus datenschutzrechtlicher Sicht, Gesundheitsdaten in der Selbsthilfe und Datenschutz bei der Nutzung von Web und Social-Media beleuchtet.

Die Seminare sind kostenfrei und dauern jeweils eine Stunde.





Inforeihe Kinder, Jugend und Familie: Nach der Jugendhilfe ins Ausland – Ein Fernziel ganz nah: Das Careleaver Weltweit-Stipendium der Kreuzberger Kinderstiftung 
25. September 2024
10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
online

Careleaver Weltweit ist ein Projekt der Kreuzberger Kinderstiftung und der Initiative Brückensteine Careleaver. Das Stipendium richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 28, die eine Zeit ihres Lebens in der stationären Kinder- und Jugendhilfe verbracht haben und unterstützt sie persönlich, finanziell und organisatorisch bei ihrem Auslandsvorhaben. Dazu gehören Freiwilligendienste, Praktika, Schuljahre, Workcamps oder Reisen. Das Stipendium hat seit 2019 Auslandserfahrungen für mehr als 100 Careleaver*innen ermöglicht. Das Projektteam stellt das Stipendium vor und zeigt Ihnen, wie Careleaver*innen aus Ihrem Umfeld ihr eigenes Auslandsabenteuer wagen können. Im Anschluss findet eine Diskussion mit den Referent*innen statt.





Veranstaltung: „Zwischen toxic masculinity und gender equality – Jungen im Strudel sich verändernder Geschlechterverhältnisse“
27. September 2024
9.00 Uhr bis 10.30 Uhr
online

Junge Männer wachsen in einem (medialen) Strudel auf, aus Gendern, Queerfreundlichkeit und „Ja heißt Ja!“ auf der einen und misogynen Alpha males und Incels auf der anderen Seite. Aktuelle Umfragen zeigen, dass der Anteil derjenigen, die Geschlechtergerechtigkeit explizit ablehnen, bei jungen Männern am höchsten ist. In diesem Vortrag wird daher die Frage nach heutigen Männlichkeitsbildern aufgeworfen – wie genau sehen sie aus und welchen Einfluss können sie auf eine potentielle zukünftige Gewaltausübung oder auch die Hilfesuche bei eigener Betroffenheit haben?

Für die Teilnahme an der Fachveranstaltung werden keine Beiträge erhoben.





Workshop: Personalakquise in den sozialen Medien
20. November 2024
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
online

In Zeiten des Fachkräftemangels stehen viele Organisationen vor der Herausforderung, qualifiziertes Personal und Nachwuchs zu finden. Soziale Medien haben sich als effektives Werkzeug erwiesen, um geeignete Mitarbeiterinnen für die eigene Organisation zu begeistern. Der Workshop richtet sich an Kolleg*innen, die einen ersten Überblick über die Personalakquise in den sozialen Medien erhalten möchten.